Donnerstag, 31. Januar 2013

Lachen ist die beste Medizin...

Wenn man an einer Grippe rumarbeitet (ich hab's zum Glück fast überstanden; heute noch ein wenig Ruhe und Zimmerwärme und dann taste ich mich morgen langsam zurück in die Normalität), dann gibt es - weiß nicht, ob es Euch auch so geht - diese ganz speziellen Momente, in denen man sich nicht sicher ist, ob man auf irgendwelchen Medikamenten trippt, oder ob man furznüchtern ist, aber von den MSM mal wieder ein "Ja, wir halten Dich tatsächlich für so dumm!"-Schild entgegengehalten bekommt.

Daß die von der "Opus Dei"-nahen "Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft" geplante, reine Jungenschule sich am christlichen Menschenbild orientieren möchte, sollte für jeden ambitionierten MSM-Schreiberling eigentlich rotes Tuch genug sein, um die Realität meilenweit hinter sich zu lassen und zum Sturm auf "erzkonservative" Parallelgesellschaften zu blasen.

Und, siehe da: Das sollte es nicht nur, sondern das ist es auch!

Das einzig Gute, was man dem Artikel von Johanna Bruckner auf Süddeutsche.de abgewinnen kann, ist die Einsicht, daß es natürlich niemals um irgendeine "vorgeschriebene" Koedukation oder um akute Lebensgefahr für die Idee der "Gleichberechtigung" von Mann und Frau ging.

Worum es wirklich geht, das erfährt der (hoffentlich angeschnallte) Leser bereits im ersten Absatz:
    Ein okkulter Bund, der seinen Mitgliedern Selbstkasteiung abverlangt, höchste Kreise des Vatikan beeinflusst und auch vor Mord nicht zurückschreckt, um seine Macht zu mehren: So wird die katholische Gruppierung Opus Dei im Bestseller "Sakrileg" von Dan Brown dargestellt. Auch in der Realität ist die Organisation umstritten, Kritiker werfen ihr zumindest sektenähnliche Strukturen vor [Mir gefällt die Subtilität, der hohe intellektuelle Anspruch und die grundsätzliche WFT-Losigkeit dieser total unvoreingenommenen Einleitung. Man kann das Knistern des großen Verstandes, welcher dahintersteckt, förmlich hören, während er seine Schlüsse entgegen der Fahrtrichtung zieht: 'Hmm... Also "umstritten" ist gesetzt! Das ist das mindeste, was rein muß. Aber das jetzt nur mit den lahmen, alten "sektenähnlichen Strukturen" zu rechtfertigen, das ist schon ein wenig fad. Vielleicht kann ich ja unter Berufung auf "Sakrileg" ein wenig "Mord" mit reinmixen, um es würziger zu gestalten. Wer weiß, möglicherweise bleibt sogar in den Hirnen etwas hängen! Ist ja schließlich beides geschriebenes Wort und stammt beides aus einer soliden Quelle. Einmal Dan Brown und einmal Süddeutsche.de...'].
Daß es ab hier eigentlich nur noch bergauf gehen kann, leuchtet ein. Das Urteil, ob es denn auch tatsächlich bergauf geht, überlasse ich gerne Euch, wenn Ihr denn überhaupt Bock habt, da noch weiterzugraben...

Kommentare:

Alipius hat gesagt…

MSM = Mainstreammedien

WTF = "What the F*ck?" ... hier auf dem Blog auch oft freundlicher als "Wilhelm - Theodor- Friedrich" bekannt ;-)

Anonym hat gesagt…

Ich weiß, daß jeder von uns sich für einen Experten für das Schulwesen hält - sind wir doch alle einmal zur Schule gegangen, und der eine oder die andere von uns erinnern sich sogar noch daran, tatsächlich Schulbänke (statt der nunmehr üblichen Sessel) gedrückt zu haben. Wie gesagt, egal, wie blöd wir sonst auch sein mögen - Expertn samma olle!

Aber sowas von daneben habe ich noch nicht einmal in DEM Zusammenhang gesehen. Beantrage, den Beitrag mit "23 Bier" zu etikettieren.

Zwetschgenkrampus

Cinderella01 hat gesagt…

Das Bildungsangebot der Blogözese ist einfach unschlagbar gut. "WTF" kannte ich auch noch nicht, hätte aber nicht nachgefragt...
Wieder was dazugelernt. Danke ;-)
Und die SZ kann man einfach vergessen. Seitdem sie aus der schicken Innenstadt an den Stadtrand ins Industriegebiet und Rotlichtviertel Zamdorf verbannt wurden, fällt offensichtlich das recherchieren und umsetzen sichtlich schwer. Die guten Zeiten für die SZ sind vorbei. Sie haben lediglich das Glück, dass es in München keine adäquate Konkurrenz gibt.

ioannes fauces hat gesagt…

Ja, danke Alipius, dass du mich vorher nochmals vorgewarnt hast, dass wir uns anschnallen sollen. Wäre bei dieser Krachereinleitung der SZ noch vom Stuhl gekippt! :-) *schnief*

ioannes fauces hat gesagt…

Vielen Dank, Alipius, dass du uns darauf hingewiesen hast, sich anzuschnallen. Ich wäre jetzt vor lauter Gelächter vom Stuhl gekippt! :-) *tränenlach*

Wobei, die Einleitung der SZ beweist Phantasie und Reichtum an Romanwissen. Vielleicht sollte man einen Negativpreis entwickeln, z. B. "Bester-Baron-von-Münchhausen-Nachahmer"!

Ob die Süddeutsche diesen Preis annimmt ist eine andere Frage.

Severus hat gesagt…

Nee, nee - mir bleibt das Lachen im Hals stecken, denn:
"Semper aliquid haeret" (ganz recht, Alipius!), und das bedeutet, dass die SZ (exemplarisch für die MSM) mit solchen Assoziationsketten ("Opus Dei" -> BESTSELLER "Sakrileg" -> "Mord") sich methodisch dem Hetzkampagnen-Journalismus etwa eines "Völkischen Beobachter" annähert. Und trotzdem weithin noch ernst genommen wird! Oder täusche ich mich da?