Samstag, 19. Januar 2013

Haß...

Noch etwas fiel mir im Zusammenhang mit dem "Der Haß der 'Lebensschützer'"-Artikel auf: Die von der taz-Autorin in der Überschrift gesetzte Diagnose "Haß" wurde erstellt aufgrund solcher Phänomene wie "Haßmails", "Haßbriefe" und "Drohanrufe", welches das Familienplanungszentrum Balance in Berlin und dessen Mitarbeiter und Fürsprecher sich in der Vergangenheit zugezogen haben. Das ist nicht schön. Aber da es leider keine Beispiele gibt, ist es für den Leser schwierig zu erkennen, inwieweit diese Mails, Anrufe und Briefe nun tatsächlich haßerfüllt waren (daß sie sich aus der Sicht von Balance als "Haß™" qualifizieren will ich natürlich nicht bestreiten).

Gut dokumentiert (weil entweder aus eigener Feder stammend oder von Anwesenden in Film und Bild festgehalten) ist der Haß der Lebensschützer allerdings dort, wo man ihn zu verstehen hat als den Haß, den Lebensschützer sich zuziehen, wenn sie sich in größerer Menge an die Öffentlichkeit wagen.

Bei den immer eifrig ihre Pakete füllenden, katholischen Inhalten grundsätzlich eher feindselig gegenüberstehenden Mitgliedern der Generation Narzissus mag es bereits als bluttriefende Frucht katholischer Haß™-Indoktrination einschlagen, wenn - wie im taz-Artikel mit beinahe spürbar zitternder Hand getippt - 13-jährige Mädchen, die ungewollt schwanger geworden sind, nicht abtreiben möchten.

Seltsamerweise kann ich - als typischer Vertreter der bis zu den Ohren mit Haß™ angefüllten Katholiban - aber im Internt keine zwei Klicks mehr machen, ohne daß mir irgendwo irgendwelche FEMENisten_innen ihre nackten, bemalten Oberkörper entgegenhalten, während sie Kreuze fällen, Papst-Audienzen stören oder in Kirchen rumhampeln.

Seltsamerweise kann ich - als einflußreiches Mitglied der dunkelkatholischen Haß™-Truppen - keine drei Seiten in einer Zeitschrift umblättern, ohne daß mir irgendwelche kreativen Schulabbrecher in irgendeiner Off-MoM-Ausstellung oder Off-Off-Off-Off-Broadway-Inszenierung ihre mit Elefantenkot besudelten Marienportraits, ihre in Urin steckenden Kruzifixe, ihre schwulen Letzten Abendmahle oder ihr "provokatives" "Christus war ein Landtreicher/Irrer/Sexmaniac"-Schauspiel du jour präsentieren.

Seltsamerweise kann ich - als künftiger Fürstpropst von Klosterneuburg, der jetzt bereits seine Schergen-Haß™-Armeen mustert (Oops, halt... Zu nahe an der Wahrheit...) - keine vier Schritte auf einer Demonstration für die Inhalte der katholischen Lehre und Moral tätigen, ohne daß mir irgendwelche "anti"-faschistischen, autonomen LeutInnen mit nicht grade vor Nächstenliebe verzerrten Gesichtern Obszönitäten und Beleidigungen zubrüllen, mir gewaltsam Kreuze oder Bibeln entreißen und mit Kondomen um sich werfen.

Haß™ ist sicherlich eine geeignete Wortbombe, mit der sich Aufmerksamkeit erregen läßt und mit der sich die Truppen neu zusammenziehen und formieren lassen. Aber, liebe Abtreibungsbefürworter aus dem linken Lager, tut doch bitte nicht so, als existiere daneben nicht auch so etwas wie Haß.

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