Samstag, 19. Januar 2013

Das Gemeine ist,...

... daß ich von meiner Arbeit lebe.

Da mag es im Internet und in den MSM noch so viele kontrovers diskutierte Themen geben. Da mag die Kirche dort heftig angegriffen und hier glaubwürdig verteidigt werden. Da mögen sich dort die finsteren Mächte zusammenrotten, während sich hier die Agenten des Lichts rüsten. Da mag man sich dort in ausgeklügelten Anschuldigungen ergehen, während hier die wortreichen Verteidigungen geschmiedet werden: Alles nur bedingt wichtig!

Wenn ich in der Stupsnase eines drei Monate alten Mädchens, das ich im Kreise der Verwandten taufe, alle Schönheit des Universums entdecke; wenn ich im dankbaren Händedruck eines Bettlers, dem ich ein wenig Geld und zweieinhalb gute Worte zugesteckt habe, die ganze Dankbarkeit, zu der eine Menschenseele fäig ist, bemerke; wenn mich die Tränen eines Mannes, dem ich einen halbwegs brauchbaren Rat gegeben habe, zur Demut mahnen; wenn ich nach einer ganz handelsüblichen Messe von einem Gemeindemitglied gesagt bekomme, wie schön und feierlich die vergangenen 45 Minuten waren; wenn mir ein altes und leicht verrücktes Mütterchen vor der Morgenmesse ausnahmsweise einmal keine Frühstückspackung Nutella als Geschenk vorbeibringt, sondern eine Frühstückspackung Margarine ("Weil der Herr Pfarrer abnehmen muß!"); wenn ich die nervös zappelnde Erstkommunionkinder-Suppe im Laufe einiger Wochen zu über die Sakramente der Beichte und der Eucharistie informierte Individuen umzuformen versuche: Dann - und genau dann und nur dann - verstehe ich, warum ich das alles hier überhaupt mache.

Also [** Götz-Zitat **] mich, Kirchenhasser, Glaubensfeinde, Katholischer-als-der-Papst-Stänkerer und Sei-doch-nicht-so-ein-Dunkelkatholik-Moserer! Ich habe meinen Platz vor acht Jahren im Stift Klosterneuburg gefunden. Und alles, was ich im Internet mache, ist unwichtige, getippte Luft, die nicht im geringsten an das heranreicht, was ich tagtäglich in der Nicht-Öffentlichkeit tue.

Ich muß mir sekündlich die Haare raufen, weil ich einfach nicht kapiere, daß Gott ausgerechnet mich an diesem Platz und in dieser Funktion wollte und will. Aber weil es im Moment wunderbar funktioniert, und weil ich weiß, daß Gott so etwas nicht einfach aus einer vorübergehenden Laune heraus tut, sage ich leise "Danke!", bitte - immer - um Euer Gebet und verlasse mich blind darauf, daß auch ein Vater, der "nur" im Himmel ist, mir alle Liebe und alles Wohlwollen entgegenbringt.

Ich liebe meine Arbeit. Und ich liebe die einzelnen Menschen, mit denen ich durch meine Arbeit in Kontakt komme, so sehr, daß ich all jene, die mir und der Kirche und meinem Glauben irgendwie komisch kommen, niemals wirklich hassen könnte.

Kommentare:

Gerd F. hat gesagt…

Und dann noch das:

"Ich preise dich Vater im Himmel, weil du das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja Vater, so hat es dir gefallen!"

Es ist schön unmündig zu sein, obwohl man schlau ist. Das mal als allgemeines Lob in Richtung Alipius.

Danke für dieses ehrliche frohmachende* Statement.

*(von wegen unwichtig getippte Luft)

Elsa hat gesagt…

"Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks!"
*smack*
DANKE!

Helene hat gesagt…

Danke für diesen Seelenwärmer-Eintrag! (Und für die übrigen Einträge auch!)

von Oskopia Kaleid hat gesagt…

Guter Trailer - bewirkte: "muß ich unbedingt lesen"

Bellfrell hat gesagt…

Für dieses ehrliche und erfrischende Bekenntnis hätte Hochwürden Alipius auf jeden Fall 3 Frühstücksportionen Nutella verdient!

Vergelt's Gott!

Anonym hat gesagt…

...und das ist gut so!

clamormeus hat gesagt…

Also das Frühstück in beiderlei Gestalten ist ja schon der Hit.

Richtig miraculös wird's aber mit dem Internet! Wie kriegt Hochwürden da Luft reingetippt? :-)

Im Ernst jetzt: Danke, sehr schönes Zeugnis!