Donnerstag, 13. Dezember 2012

Und wenn wir schon dabein sind...

Ich habe mich bereits über das ausgesprochen unsouveräne Verhalten der Mainstream-Medien und der aufgeklärten MSM-Kommentarschreiber und -leser bzw der noch aufgeklärteren Talkshow-Gucker und -Gäste ausgelassen, warum dann nicht auch gleich die hysterisch missionierenden Atheisten mit ins Boot nehmen?


David Silverman, Präsident der American Atheists:
    "We know that a large population of ‘Christians’ are actually atheists who feel trapped in their family’s religion. If you know god is a myth, you do not have to lie and call yourself ‘Christian’ in order to have a festive holiday season. You can be merry without the myth, and indeed, you should."
Teresa MacBain, Communications Director der American Atheists und ehemalige Pastorin:
    "The true beauty of the season—family, friends, and love—have nothing to do with the gods of yesteryear. Indeed, the season is far more enjoyable without the religious baggage of guilt and judgmentalism. Dump the myth and have a happy holiday season."
Ob David und Theresa wissen, wo das Wort "Holiday" herkommt, bzw aus welchen beiden [** hint ** ebenfalls englischen ** hint **] Worten es sich zusammensetzt?

Da sollen also Christen, die eigentlich Atheisten sind, sich doch bitte an diesem Weihnachtsfest vor ihren Familien outen, sollen das "Merry" (also den Weihnachtsmann) behalten und den Myth (also Jesus) über Bord werfen. Weil der Weihnachtsmann nämlich der Nicht-Mythos-Teil von Weihnachten ist... Und weil die Ankunft Jesu Christi auf Erden natürlich nicht das geringste mit Freude zu tun hat...

Schuld und Vorurteilismus (oder wie auch immer man das in keinem mir zugänglichen Wörterbuch auftauchende "Judgmentalism" übersetzen soll) sind also das, was das eigentlich Schöne am Weihnachtsfest (Familie, Freund, Liebe) verdunkeln. Und wehe, Du... JA! Genau DU, eigentlicher Atheist!... Wehe, Du erkennst das nicht und outest Dich nicht an diesem Weihnachtsfest! Dann bist Du Schuld an Deiner eigenen Misere und siehst Dich leider weiterhin unseren Vorurteilen ausgestetzt!

Echt: Kann man verzweifelter und inakkurater betteln?

Zeigt ein wenig Würde, Leute!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo,

interessant sind für mich folgende Punkte: Der Mann scheint auf jeden Fall intelligent genug zu sein. Er ist studierter Informatiker und ein ziemlich erfolgreicher Erfinder. Laut dem wiki-Eintrag hat er einen jüdischen Hintergrund. Darauf deutet auch sein Name hin. Zumindest wird er auch als 'jüdischer Atheist' geführt (Die Kategorie verstehe ich zwar nicht
ganz, aber gut.). Die andere ist eine ehemalige protestantische Pastorin. So ein Mensch ist mir persönlich immer ein wenig suspekt. Es würde mich interessieren, wodurch sie ihren christlichen Glauben (Sie war immerhin ausgebildete Pastorin!) verloren hat. Ich denke aber nicht aufgrund
solcher Aktionen! Die Nummer im Hinblick auf das kreuzartige Gebilde in den Ruinen des WTC war auf jeden Fall eigenartig. Meiner Meinung nach steckt da eine Menge Hass dahinter. Anders kann ich mir solche Aktionen nicht erklären. Schöne Grüße Nikolaus (nicht der Weihnachtsmann :))

F. M. hat gesagt…

Meiner Meinung nach steckt da eine Menge Hass dahinter.

Muss es wirklich immer gleich Hass sein, den Sie zu fühlen glauben? Können Sie sich nicht einfach mit der Dummheit, Sturheit, Ignoranz oder einfach ganz normaler, menschlicher Alltagssündhaftigkeit zufrieden geben? Nein, wahrscheinlich nicht.

Alipius hat gesagt…

@ F.M.: Berechtigter und überlegenswerter Einwand (vielleicht mit Ausnahme der am Ende für meinen Geschmack etwas zu prophezeihe(l)nden Antwort).

Ich möchte dennoch zurückfragen: Wie viele Kommentare von Nikolaus haben Sie schon gelesen? Woher wissen Sie, daß es bei ihm "immer gleich" Haß ist, den er zu fühlen glaubt?

Wolfgang e. hat gesagt…

F.M
ja, Dummheit, Sturheit, Ignoranz, Alltagssündhaftigkeit stecken wohl vielfach auch dahinter, und es wird sicher auch "hassfreie" Atheisten geben, aber das gewaltige Engagement einiger Neo-Atheisten vor allem gegen die katholische Kirche ist mit Hass wohl auch nicht so schlecht beschrieben, oder?

Raphaela hat gesagt…

Nicht zum ersten Mal fällt auf, daß es anscheinend nicht so recht möglich ist, Gott aus dem Boot zu werfen, ohne die Vernunft als solche gleich mit rauszuschmeißen...

Juergen hat gesagt…

Wenn es kein Weihnachten gäbe, dann würde ich mich sehr darüber wundern, wenn die Leute in der Zeit arbeitsfreie Tage hätten…

Anonym hat gesagt…

Lieber F.M.,

tatsächlich ist das von mir verwendete Wort 'Hass' ein unangemessener Begriff, um diese Aktion zu beschreiben. Erlauben Sie mir aber noch ein paar Anmerkungen, warum ich trotzdem von einer klaren Abneigung gegenüber dem Christentum und anderen Religionen sprechen würde. Vorher sei gesagt, dass sich diese Abneigung nicht gegen Personen (d.h. Christen) richtet, was man
selbstverständlich in ihren Aussagen erkennt. Das Plakat fordert ja auch auf, das 'Fröhliche' beizubehalten. Zudem sind sie – wie Alipius erwähnt hat – anscheinend gerade wieder missionarisch aktiv. Aus diesem Grunde haben sie mit Sicherheit nicht die Absicht, andere Menschen sowie Christen, die wohl in erster Linie die Zielgruppe dieses Unternehmens sind, zu beleidigen. Dennoch erinnere ich mich noch an ein anderes Plakat von einer solchen oder derselben Organisation anlässlich eines vergangenen Weihnachtsfests. Hier haben sie u.a. vor einem Nachthimmel die Schatten von Maria, Josef, dem Jesuskind und anderen weihnachtsgeschichtlichen Entitäten dargestellt, diese Szenerie mit dem Begriff ‚Mythos’ verbunden und appelliert, in dieser Zeit ‚Vernunft’ zu feiern . Hier geben sie also nur eine sehr verbreitete Meinung der Bibelforschung wieder. Ich bin mir zumindest sicher, dass die Mehrheit der Forschung diese Ansicht vertritt und bezweifelt, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde. Folglich ist die Weihnachtsgeschichte, dem allgemeinen Forschungsstand zufolge, scheinbar ein Mythos. Nun aber zeigen sie das Gesicht von Jesus, der am Kreuz hängt. Insofern stellen sie mit diesem Plakat implizit den gesamten christlichen Glauben total in Frage (Sie raten außerdem dazu, sich der Götter zu entledigen). Obwohl sie natürlich auch Jahre zuvor dieser Überzeugung waren, stelle ich – wenn man die Plakate betrachtet – eine gewisse Steigerung bei den Angriffen auf das Christentum fest, wobei sie explizit zur Bewahrung des ‚Fröhlichen’ und eher implizit zur Beibehaltung von fragwürdigen Traditionen (z.B. des wohl in den 1930er Jahren erfundenen Weihnachtsmannes) auffordern. In diesem Zusammenhang ist auch noch der, wie ich finde, hysterische Kampf gegen das kreuzartige Gebilde in den Ruinen des WTC zu berücksichtigen. Aufgrund dieser Fälle würde ich schon von einer gesteigerten Abneigung gegenüber dem Christentum und dessen Symbolen ausgehen, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass die christlichen Elemente in den U.S.A. noch dominieren. Aber das ist nur meine Meinung und ich kenne zu wenige Aktionen dieser Organisation, um klare Tendenzen herauszuarbeiten. ‚Hass’ ist demnach, wie sie richtig suggerieren, ein unangemessenes Wort.

Schöne Grüße

Nikolaus

PS: Sorry, dass der Kommentar so lang geworden ist! Ich wollte aber noch mal meine Position genau darlegen.

Johannes hat gesagt…

die Kritik an "Guilt und judgementalism" läßt sich nicht verstehen, wenn man nicht weiß, das die amerikanische conservative Rechte der Linken vorwirft einer verlogenen Kultur des "Non-Judgementalism" anzuhängen.
“Children are supposed to share their toys, not hit one another, take turns… to be nice. And, by and large, the children of the new upper class grow up to be nice. But they are also taught that they should respect everyone else’s way of doing things, regardless or gender, race, sexual preference, cultural practices, or national origin, which leads to the crucial flaw in ecumenical niceness. The code of the dominant minority is supposed to set the standard for the society, but ecumenical niceness has a hold only on people whom the dominant minority is willing to judge – namely, one another.” (Charles Murray) die Botschaft geht damit über den bloßen A-Theismus hinaus. Hinter der Botschaft der Toleranz verbirgt sich der blanke Haß auf jeden, der anders its., nämlich anderer Meinung.

Johannes hat gesagt…

” Non-judgementalism" schreibt Charles Murray “is one of the more baffling features of the new upper-class culture. The members of the new upper class are industrious to the point of obsession, but there are no derogatory labels for adults who are not industrious. The young women of the new upper class hardly ever have babies out of wedlock, but it is impermissible to use a derogatory label for non-marital births. You will probably raise a few eyebrows even if you use a derogatory label for criminals. When you get down to it, it is not acceptable in the new upper class to use derogatory labels for anyone, with three exceptions: people with differing political views, fundamentalist Christians, and rural working-class whites.”

Anonym hat gesagt…

Ja aber,
wenn Gott uns nicht seinen Sohn geschenkt hat, aus welchem Grund soll man denn dann gegen Jahresende eine "luckiday season" feiern, einen "Season Tree" aufstellen, ihn mit "geflügelten Jahresendzeitfiguren" schmücken und sich mittels "??Merry?? Claus" (Heiligkeit ist ja ohne Religion ebenfalls schwer vorstellbar) Geschenke überreichen? Was für ein irrationaler Aufruhr, wenn es gar keinen wirklichen Grund für ein großes Freudenfest gibt!

Franziska