Mittwoch, 12. Dezember 2012

"Sag mir, warum Du Dich töten willst..."

"... und ich gebe Dir eine Eins!"

Ein Lehrer in Frankreich gab seinen 13-jährigen Schülern die Aufgabe, ihren eigenen Selbstmordbrief zu schreiben:
    "You've just turned 18 and have decided to end your life. Your decision appears irrevocable. As a final effort, you decide to explain the reasons for your act. In setting out your self-portrait, you describe all the disgust you feel for yourself. Your text must bring up certain events in your life at the root of this feeling."

    A group of shocked parents wrote an anonymous note to the headmaster and local school authority, saying: "We are horrified that this type of topic should be proposed to children between 13 and 14 years old."

    One parent, Béatrice Goupilleau, told Le Charente Libre, the local newspaper, that her son was embarrassed to let her see his suicide note and the teacher's comment, which read: "Not precise enough."

    ["Du bist 18 geworden und hast Dich entschieden, Dein Leben zu beenden. Deine Entscheidung scheint unwiderruflich. In einer letzten Bemühung entscheidest Du Dich, die Gründe für deine Tat anzugeben. In der Ausarbeitung Deines Selbstportraits beschreibst Du all die Abscheu, die Du Dir gegenüber empfindest. Dein Text muß bestimmte Dinge in Deinem eben als Ursache dieses Gefühls ansprechen."

    Eine Gruppe schockierter Eltern schrieb einen anonymen Brief an den Schulleiter und die örtliche Schulbehörde: "Wir sind entsetzt, daß diese Art von Thema Kindern zwischen 13 und 14 vorgeschlagen wird."

    Eine Mutter, Béatrice Goupilleau, erklärte der örtlichen Zeitung Le Charente Libre, daß es ihrem Sohn peinlich war, ihr seinen Selbstmordbrief zu zeigen mit einem Kommentar des Lehrers: "Nicht präzise genug."]
"Nicht präzise genug"...

"Komm schon, Baby! Du kannst das besser! Ich weiß doch, daß Du es auch willst!"...

Echt jetzt: Ist das irgendein neumodisches, voyeuristisches Fetisch-Ding, das man als Lehrer dufte ausspielen kann oder - schaurigerer Gedanke - sind wir mittlerweile soweit, daß der Lehrer das einfach für eine prima Idee hielt, mit der er seinen Schülern etwas über das Leben beibringen kann?

[HT: Mark Shea]

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Mein Rat für Schüler:
Es sollte unbedingt genau ausgeführt werden, daß der, der von deinem Tod am ehesten profitiert und ihn am meisten wünscht, ohne Zweifel dein Klassenlehrer ist.
Mein noch besserer Rat:
Verfehlt das Thema. Schreibt, warum ihr das Leben viel zu klasse findet, um es wegzuwerfen - auch wenn es so unfassbar bescheuerte Erwachsene gibt wie diesen Lehrer, und auch wenn ihr glaubt, euch an diese Bagage niemals gewöhnen zu können.

gerd franken hat gesagt…

Lernt man in der Schule nicht für das Leben??? Ääähmmm.....Ne ich sag's nicht.

Anonym hat gesagt…

Ob ich als Schüler mich getraut hätte, meine erste Reaktion auf diese Meldung zu einem Aufsatz auszuformulieren? Diese Reaktion war nämlich: Ich habe beschlossen mich umzubringen, weil die Schule, die mich eigentlich auf das Leben vorbereiten sollte, mich stattdessen durch derartig gehirnamputierte Fragestellungen in die Verzweiflung etrieben hat.

Zwetschgenkrampus