Donnerstag, 20. Dezember 2012

Missioniert werden oder missionieren?

kath.net bertichtet (via idea, dort nur für Abonnenten) von einer Pressemitteilung, des Islamwissenschaftlers Carsten Polanz vom Institut für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz (Bonn).

Der Artikel hält, was seine Überschrift ("Islamische Mission: Schritt für Schritt wird der Westen muslimisch") verspricht. Es geht um neue Strategien (Ideologie statt Kampf), um den "siebenstufigen Prozeß" der Islamisierung (lt. Yusuf al-Qaradawi) und um eine "neue Sprache" der Mission (lieb statt aggressiv).

Der letzte Absatz läßt mich leicht verwirrt zurück:
    Laut Polanz sollte man sich aber nicht durch Begriffe beeindrucken lassen, sondern klären, was gemeint sei: „Wird die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, von Muslimen und Nicht-Muslimen uneingeschränkt anerkannt und befürwortet? Im Familienrecht, im Erbrecht, im Prozessrecht, im Strafrecht? Wird das Gewaltmonopol des Staates uneingeschränkt anerkannt, also auf das Prinzip der Vergeltung verzichtet? Werden das private und öffentliche Recht und die Gerichtsbarkeit in Deutschland uneingeschränkt akzeptiert?“
Hier taucht das Christentum nur als Randerscheinung auf, als eine Religion von Nicht-Muslimen, die gnädigerweise vielleicht und hoffentlich von den potenziellen künftigen Tonangebern als gleichberechtigt angesehen wird.

Und das ist mir zu wenig.

Sollte man nicht auch fragen, ob Gott uns vielleicht etwas mitteilen möchte, wenn er die Menschen, zu denen man früher mühsam hinreisen mußte, um sie unter Gefahren auf die befreiende Botschaft unseres Herrn Jesus Christus aufmerksam zu machen, nun bergeweise direkt vor unserer Haustüre ablädt?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Genau diese Perspektive ist in der Evangelischen Allianz
stellenweise bereits seit Jahrzehnten im Blick !

-> http://www.ead-direkt.de/index.html


Reinhard

Rubens Rübenlese hat gesagt…

Idea abbonieren zahlt sich übrigens wirklich aus. so viele gute und interessante Dinge über die Katholische Kirche liest man sonst selten wo- und das in einem evangelischem Magazin. Das Papstbuch Jesus von Nazareth III zB wird da allen Evangelischen hochschulen als Lehrbuchempfohlen. Mit diesen Büchern hat der Papst mehr für die Ökumene getan als Kommissionen und Gremien in 10 Jahren...ok, off topic...