Dienstag, 11. Dezember 2012

Macht und Herren

Josef Bordat beschäftigt sich mit einem SPIEGEL Online-Artikel, welcher auf der Skala von MSM-Skeptikern locker bis hin zu "FAIL biblischen Ausmaßes" ausschlägt, für den SPIEGEL und für seine Leser aber wohl nur unter "Business as usual" abgelegt wird.

Gegen Ende des Artikels schreibt Josef:
    Das ist Macht. Dagegen hat die Wahrheit keine Chance. Satire auch nicht – soweit sie überhaupt noch verstanden werden kann. Denn: Die Macht der Medien ist Definitions- und Deutungsmacht zugleich, so dass derjenige, der die Deutung angreifen will, die Definition schlucken muss. Oder er stellt sich auf den Standpunkt, dass bereits die Definition falsch ist – und daher die Deutung indiskutabel. Im ersten Fall darf man mitspielen, aber nach den Regeln der Medien, die diese selbstbasteln wie Strohsterne. Im zweiten Fall ist man draußen. Tertium non datur. Ludwig XIV. erblasst vor Neid. Denn in seinem Selbstverständnis spielte zumindest die Anerkennung einer übergeordneten Instanz eine Rolle: Gott. Die übergeordnete Instanz der Medien heute ist der Presserat. Die Achtung vor Gott ist weg. Die Achtung vor der Würde des Menschen ist quotenabhängig.
Und dies erinnert mich an einen schon über drei Jahre alten Beitrag, den ich damals noch auf am römsten veröffentlichte und dessen Schlußfolgerung ich jetzt mal mit ganz eindeutigem Seitenblick auf die Mainstream-Medien und im Kielwasser von Josef Bordats Artikel als Spruch in die Runde werfe:
    Die Leute, die heute die Ideale der französischen und anderer Revolutionen so hoch halten, tun das nicht, weil sie, wenn es diese Revolutionen nicht gegeben hätte, Diener wären. Nein, sie tun es, weil sie, wenn es diese Revolutionen nicht gegeben hätte, keine Herren wären.

Kommentare:

Le Penseur hat gesagt…

Danke, Reverende! Der Schluß kommt als Zitat der Woche auf meinen Blog!

Cinderella01 hat gesagt…

Der Spiegel braucht diese Artikel, um sich seine Daseinsberechtigung zu sichern. Das Niveau dieses Blattes ist inzwischen auf Klatschpresse gefallen und dieses Publikum muss man dann eben auch bedienen.
Man muss nur mal zwei bis drei Kommentare unter diesem Artikel lesen, da weiß man, wer ihnen da die Klicks sichert.
Wundert mich eigentlich nur, dass sich der eine oder andere Spiegel-Abonnent tatsächlich noch für intellektuell hält, weil er dieses Klatschblatt liest.
Das Problem dieser Blätter ist, dass sich die HS zuerst die Plätze in den Redaktionen der Meinungsführer gesichert haben, um von dort aus ihre Propaganda zu betreiben. Das hat dazu geführt, dass selbst die sog. "Nachrichtenmagazine" überwiegend über die Themen berichten, die HS halt nun mal interessieren: Klatsch und Tratsch. Das interessiert andere aber weniger. Und es erklärt, warum der Spiegel plötzlich finanzielle Probleme hat.