Samstag, 8. Dezember 2012

Ein Gedanke...

... zum Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria.

Nicht wenige Leute haben ja ihre Probleme mit diesem Dogma.

Für mich ist es irgendwie aber einleuchtend. Als Gott die Welt schuf, schuf er da gleich die Erbsünde mit? Nein. Sie kam erst durch den Ungehorsam des Menschen in die Schöpfung. Wenn nun aber die Schöpfung zu Beginn nicht von der Sünde belastet war, und wenn Maria am Anfang der Geschichte der neuen Schöpfung steht, ist es dann nicht logisch, daß auch hier, an diesem Anfang, ein Zustand herrscht, in dem die Erbsünde nicht zu finden ist?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Einige Leute haben deshalb Probleme mit diesem Dogma, weil sie alles miteinander vermengen, z.B. entweder Mariens Freiheit von der Erbsünde und ihre dauerhaft bewahrte Jungfräulichkeit in irgendwelche nicht vorhandenen Zusammenhänge miteinander stellen oder ihre Freiheit von der Erbsünde für eine ihrerseits ebenfalls jungfräuliche Geburt zu halten...
Mancher ist in diesen Dingen einfach nicht so bewandert und in vielen Kirchen wird sonntags eher das Gutmenschentum gepredigt als für gehörige Bildung der Gläubigen gesorgt.


F.

Stefan Wehmeier hat gesagt…

Über die Bäume des Paradieses

"Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen."

Diese wundervolle Poesie (Die Schrift ohne Titel / Über die Bäume des Paradieses) ist nicht in der Bibel zu lesen; sie wurde erst 1945 als Bestandteil der "Schriften von Nag Hammadi" (wieder-)gefunden, die im Nachhinein betrachtet als der wertvollste archäologische Fund aller Zeiten anzusehen sind, denn sie beinhalten mit dem Philippusevangelium (NHC II,3) das vergessene Wissen der Urchristen (Gnostiker = Wissende) und mit dem Thomas-Evangelium (NHC II,2) die wahre und ebenso vergessene Erkenntnis des Jesus von Nazareth – und damit den Schlüssel zur Überwindung der Erbsünde und der Verwirklichung des "Himmels auf Erden"! Doch beschäftigen wir uns zunächst mit den "Bäumen des Paradieses", die in der Genesis nicht näher beschrieben sind. "Apfelbäumchen" sind es nicht, aber auch die Zypresse (immergrüner Nadelbaum) und der Feigenbaum (Laubbaum, der seine Blätter im Winter abwirft) sind wiederum nur Symbole für etwas sehr viel Grundlegenderes. Wörtlich übersetzt aus dem Althebräischen heißt der Baum des (ewigen) Lebens "Baum, der Frucht ist und Frucht macht". Es gibt keinen Baum in der Natur, der gleichzeitig "Frucht ist und Frucht macht", aber der Geldkreislauf in einer Volkswirtschaft ist der Gewinn und macht wieder Gewinn! Der Baum der Erkenntnis ist eigentlich der "Baum, der Frucht macht". Das machen zwar viele Bäume in der Natur, aber von der Hypothese, dass es sich bei den "Pflanzen" in der Genesis um natürliche Gewächse handelt, können wir uns jetzt verabschieden. Der Baum der Erkenntnis (von Gut und Böse) ist der Zinsgeldverleih und seine "Frucht" ist der Zins, genauer: der Urzins (Silvio Gesell, 1916) bzw. die Liquiditäts(verzichts)prämie (John Maynard Keynes, 1935)!

Ab jetzt lassen sich alle anderen Bilder und Metaphern der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis 11,9), die nicht zum Zweck des Moralverkaufs gegenständlich-naiv uminterpretiert wurde, stringent und lückenlos erklären:

Die Rückkehr ins Paradies