Montag, 17. Dezember 2012

Die Fans atmen auf...

Girl-Group Frontfrau muß nun doch nicht wegen "Verletzung religiöser Gefühle" auf den Scheiterhaufen, so daß die Band sich nun wieder befreit und entspannt den wirklich großen Problem widmen kann:

Kommentare:

Phil hat gesagt…

"Das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt auch für Worte, die "beleidigen, schockieren und verstören"."

Wieso gilt das nicht für "Die Juden sind unser Unglück"?

Moment, nee, sorry, stimmt, ja, deshalb darf man ja nicht mehr israelische Produkte kaufen und muß jüdische Kinder vor bösen Juden retten.

Mann, leben wir in beschissenen Zeiten. Das Abendland verdient echt den Darwin-Award.

Phil hat gesagt…

Disclaimer: Wer mir jetzt Antisemitismus unterstellen will: Ich bin jüdischer Abstammung, beschnitten, für die Beschneidung auf religiöser Basis (auch für muslimische Kinder) und kaufe Orangen etc. aus Israel.

Arminius hat gesagt…

In diesem Zusammenhang empfehle ich einen kürzlich erschienen Beitrag von Demut Jetzt.

Die Pimpfe hat gesagt…

@ Phil: Tja... Catch 22, Dude! Mit Deinem zweiten Posting magst Du den Vorwurf des Antisemitismus abgewehrt haben, lädst aber leider mit "für die Beschneidung auf religiöser Basis" diverse Leute ein, Dich der steinzeitlichen Barbarei zu bezichtigen (mal ganz abgesehen von allen Gaza-Fans, die Deinen Orangsnkauf natürlich als totale Provokation empfinden werden). Böseböseböse! ;-)

Elsa hat gesagt…

>>"Das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt auch für Worte, die "beleidigen, schockieren und verstören"."<<

Ach??? Und wieso macht man denn dann so einen Bohei um x.net?

Von mir auch ein Disclaimer: Es ist gut, dass die weg sind.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Natürlich ist die Aktion dieser Satanisten beleidigend.
Aber noch mehr als das ist sie dermaßen pubertär, strunzdämlich und schontausendmalgehabt, daß ich sie nicht zur Anzeige gebracht hätte. Aus Mitleid nicht.

Josef Bordat hat gesagt…

Zitat aus dem Pro-Artikel: „Die Europäische Union betont indes: Das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt auch für Worte, die 'beleidigen, schockieren und verstören'.“

Wo liegt dann noch eine Grenze der Meinungsäußerungsfreiheit? War die Beleidigung (als Straftatbestand nach § 185 StGB) in Deutschland nicht immer die klassische Schranke? Und was ist mit Volksverhetzung (strafbar nach § 130 StGB), also etwa mit der Leugnung der Shoa? Die fiele als 'beleidigend, schockierend und verstörend' doch dann auch noch unter das Recht auf Meinungsäußerungsfreiheit oder sehe ich das falsch?

Mir scheint, dass es in Europa (in der Rechtsprechung) eine verstärkte Orientierung an dem angelsächsischen Freiheitsideal gibt, ohne Rücksicht auf historische Besonderheiten. Auch in Deutschland ist man vor überraschenden Urteilen nicht mehr gefeit (so wie am 9. November[sic!] 2011, als das BVG einen Neonazi freisprach, der die Shoa als „Zwecklüge“ bezeichnet hatte und dafür in drei Instanzen verurteilt worden war; 1 BvR 461/08 - http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20111109_1bvr046108.html).

Im Spanischen kann man unterscheiden zwischen Freiheit (libertad) und einer verantwortungslosen Dekadenzform des Freiheitsgebrauchs in anarchistischer Absicht (libertinaje; als französisches Fremdwort auch im Deutschen gebräuchlich: „Libertinage“). Dass Europa diesen Unterschied erkennt, ist für die Zukunft von vitaler Bedeutung.

LG, JoBo