Freitag, 2. November 2012

Monumentaler STONEWALL-FAIL

BBC berichtet, daß Schottlands Kardinal O'Brien in diesem Jahr von der "Gay Rights Charity STONEWALL" den "Bigot of the Year"-Preis verliehen bekam.

O'Brien sprach sich kürzlich gegen gleichgeschlechtliche Ehen aus. Nominiert für den Award war unter anderem auch Simon Lokodo, ein ehemaliger katholischer Priester aus Uganda, der "State Minister for Ethics & Integrity in the Office of the President" ist und sich als solcher leider für lebenslange Haftstrafen für und Schwule und Lesben ausgesprochen hat und auch die aktive Verfolgung dieser Menschen befürwortet.

Warum nun ein Kardinal, der auf nicht eben rabaukige Art seine Meinung zu einem gesellschaftlich relevanten Thema äußert, diesen Preis bekommt und nicht jemand, der tatsächlich Gewaltbereitschaft signalisiert, das wird nur diejenigen wundern, die bei "Gay Rights Charity" nicht schon geschluckt oder gekichert haben.

Hier handelt es sich um eine wohl überlegte Aktion, in der einerseits ein der noch tiefer zu knackenden westlichen Kultur nahe- und in ihr hochstehender Vertreter auserkoren wurde, dem man durch die Mit-Nominierung von Lokodo andererseits gleich noch das Etikett "möglicher künftiger Gewalttäter" anheften kann.

Die Denk- und Handlungsweise von Gruppen wie STONEWALL funktioniert ungefähr so: Man legt einhundert Paar Socken in eine große Schublade. Ein Paar ist ungewaschen. Ein Paar ist löchrig. Ein Paar stink entsetzlich. Die Schublade wird dann beschriftet mit: "Ungewaschene, kaputte, stinkende Socken".

Bleibt mir mal wieder nur, einen nicht so ganz ernst gemeinten Glückwunsch in die Richtung von STONEWALL durch die Zähne zu pressen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Was mich doch etwas wundert, ist nicht die Themenverfehlung kontinentalen Ausmaßes von Stonewall (die war mehr oder weniger vorauszusetzen), sondern vielmehr: Daß eine Gay Rights-Charity in unserem über die Maßen säkularen Saeculum sich immer noch an den Purpur eines Kardinals anhängen muß, um medial wahrgenommen zu werden. Faszinierend; offenbar ist diese Welt immer noch nicht schwul genug ... vielleicht gibt es doch noch Hoffnung.

Zwetschgenkrampus