Dienstag, 13. November 2012

Es wundert mich einigermaßen,...

... daß nur wenige Stunden, nachdem ich das hier gespotet habe, ich dies hier in meiner Mailbox fand:
    Ketzereien über Gott von Günther Anders etwas verändert: Wenn es ihn gibt, dann ist er einer, der die Massentierqual, der die Schlachthäuser nicht verhindert. Er ist also einer, der - die Hände im Schoß - diese Ereignisse zulässt? Er ist also einer, der einer einzigen Spezies seine ganze Schöpfung zum Fraß, zur Vernichtung vorwirft? Ist ein solcher Gott ein gerechter Gott? Ein liebender Gott? Ein barmherziger Gott? Einer, zu dem wir beten dürfen, ohne uns zu entwürdigen? Einer, den wir anbeten dürfen, ohne uns zu schämen? Findet ihr nicht, dann schon besser kein Gott, als ein bluttriefendes Monster? Empört euch nicht die Würdelosigkeit derer, die einem, der dies zulässt, sich noch im Gebet nähern, ihn noch als liebenden Gott umlügen?
Abgeschickt von einem Doktor, der auch auf der Tierschutzseite www.pro-iure-animalis.de schreibt und mir auch gleich mal einen Link dorthin spendierte, aber nur, sofern ich es "verstehen bzw überhaupt begreifen" kann.

Tja, liebe Leute, sagt mir doch mal, ob ich es verstehen bzw. überhaupt begreifen kann.

Was ich nur bedingt begreife, ist, wie die Spitzel- oder Eitelkeits-Maschine funktionert, die dazu führte, daß ich diese Email nur wenige Stunden nach Posten meines Beitrags erhielt.

War das jetzt Troll-Feeding? Werden wir bald sehen...

Kommentare:

Cinderella01 hat gesagt…

Diese militanten Tierschützer sind der gleiche Mob, den man bei allen Gutmenschen-Vereinigungen erleben kann. Es geht ja um die gute Sache, da darf man alles (glauben sie)...

damasus hat gesagt…

Kopf hoch ! Da sind Sie in allerbester Gesellschaft.Erzbischof Müller hat heute im Osservatore Romano einen Artikel geschrieben , der mit den Worten beginnt: " Der kleine Schritt von Atheismus zur Diktatur". Den haben solche Leute wie Ihr tierschützender e-mail Stalker schon getan.Wie schön wäre es in solchen Fällen, wenn man sagen könnte: and now to something totally different: the Spanish Inquisition.......aber Monty Python würde auch schon reichen.

Arminius hat gesagt…

Ich bin auch ein Tierfreund und habe sie am allerliebsten, wenn sie vor mir in der Pfanne brutzeln.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Der erste logische Fehler, den solche "Tierschützer" machen, ist die Behauptung, daß sie "Tiere lieben".
Das ist natürlich Unfug. Wer Katzen oder Hunde hält, wird ohne mit der Wimper zu zucken im Bedarfsfall zehntausende unschuldiger Flöhe mit chemischen Waffen vernichten, samt Kind und Kindeskind. Er kauf Futter, das aus anderen leidensfähigen Tieren gemacht wurde.
Kein Tierschützer liebt seinen Bandwurm.
"Ich liebe Tiere", dieser oft gehörte sentimentale Tierschützersatz, ist immer dummes Zeug, ganz einfach weil man nicht undifferenziert "Tiere lieben" kann.

Admiral hat gesagt…

Popcorn *check*
Gemütlich sitzen *check*

Die Trolle können kommen.

Gern aber auch später heute Abend, dann hole ich mir noch 42 Bier dazu.

sophophilo hat gesagt…

ähm... lustig... der Absender ist offenbar mit reichlich Bildungslücken ausgestattet.
1) Hat Gott dem Menschen ursprünglich nur die Pflanzen "zum Fraß" überlassen, denn im Paradies gab es nur Vegetarier. Der Auftrag, über alle anderen Geschöpfe "zu herrshen" meint nicht "essen", sondern eben herrschen... eine klare Polemik gegen heidnische Religionen, die die Schöpfung vergöttlichen.
2) Ist "fressen und gefressen werden" ein ganz wesentlicher Teil der lebendigen Welt. Es ist nicht auf den Menschen beschränkt und noch nichmal nur auf Tiere. Wenn er was dagegen hat, dass Lebewesen andere Lebewesen verspeisen, dann scheint er für "Natur", sei es Tier- oder Pflanzenwelt, nicht viel ürig zu haben. Prost! :P

Anonym hat gesagt…

Man könnte fast meinen, es sei Folge der den Menschen von Gott eingeräumten Freiheit, daß sie ihren Fleischverzehr nicht auf das mit artgerechter Tierhaltung kompatible Maß begrenzen.
Wehe dem, der jetzt anführt, daß es ja noch die Hölle gibt, diesen Ort der Strafe für vielleicht auch solche, die tierischen Lebenwesen aus Geiz oder anderen niederen Beweggründen zur Versorgung der Menschheit mit Nahrung unnötige Qualen zumuten. Denn das würde den Menschen ja seiner Freiheit berauben.
F.

Friedrich Kuhlau hat gesagt…

@kalliopevorleserin:

Kein Tierschützer liebt seinen Bandwurm.
"Ich liebe Tiere", dieser oft gehörte sentimentale Tierschützersatz, ist immer dummes Zeug, ganz einfach weil man nicht undifferenziert "Tiere lieben" kann.


*Thumbs up* (bzw. wie das bildungsbürgerlich einst hieß: "Touché! Chapeau!")

Cicero hat gesagt…

Tierschützer: "Tiere sind meine Freunde und meine Freunde esse ich nicht!"
Antwort: "Dein Freund der Tiger hätte aber keine Probleme Dich zu essen."

Dieser ganze Radikaltierschutz geht mir in erheblichem Maße auf den Senkel. Dies vor allem, weil die wenigsten dieser Spezies wirklich eine Ahnung haben, wovon sie reden.
Weder hinsichtlich der Tierhaltung, noch der Schlachtung noch der Ernährungswissenschaften. Man kann vegetarisch leben, ja, das geht. Aber es ist ein ziemlicher Aufwand und verlangt viel Aufmerksamkeit um keine Mangelernährung zu erleiden. Puddingvegetarier sollten nicht glauben, daß sie gesünder leben als Fleischesser.

Eugenie Roth hat gesagt…

Diese ganze "sich gegenseitig Schaderei" gibt es erst seit dem Sündenfall, Herr Tierschützer, im Paradies gab es das alles nicht.
Und Gott ist gut und gerecht. Das Urteil wird (in Zukunft) gesprochen. Und wie das aussieht ...

Bastian (Sierra Victor) hat gesagt…

Ich kann den Mann verstehen. Gut sogar.
Wenn man keine Freiheit kennt und Gott daher nur als Ursache von allem, was man erlebt, erkennen kann, ist das konsequent.
Das naturwissenschaftliche Denken heute beinhaltet die Überzeugung, dass alles auf Ursache und Wirkung beruht. Auch meine eigenen Gedanken und Überzeugungen wären vorhersehbar, wenn man in der Lage wäre, alle winzigen Einflüsse und Gehirnströme zu erfassen und zu analysieren. Das System der Natur ist da unglaublich komplex, aber nicht frei.
Da soll es plötzlich einen Gott geben, der frei ist, und der kann nicht mehr als dieses Elend anrichten? Mit aussterbenden Tierarten, unwiederbringlich zerstörten Landschaften und Biotopen und einer Menschheit, die ökologisch ständig kräftiger am eigenen Ast sägt? Ökologie ist in dieser Logik das höchste, das wir haben.
Die christliche Idee, dass das alles keine Regelkreise sind, die man evtl. noch beeinflussen kann, die aber letztlich schuldlos da schlicht natürlich sind, sondern dass hinter allem, was Angst und Sorgen bereitet, eine freie Entscheidung steht, kann nur eines hervorrufen: Wut auf den, der da frei ist.
Manchmal denke ich, dass man diese Logik besser verstehen müsste, wenn man man Gespräche führen will. Zu wissen, dass die alle bescheuert sind, führt nicht weiter.

U. P. hat gesagt…

@Bastian

Ich seh das etwas anders:, der Mann kann nicht einsehen, daß Gott dem Menschen eine Freiheit des Willens gegeben hat, die auch die Entscheidung zum Sündigen ermöglicht.
Gott wäre für ihn nur dann gut, wenn er, wie ein omnipräsenter Polizist, alles unterbinden würde, was in den Vorstellungen dieses Mannes böse ist.
So aber habe er ein böses Geschöpf kreiert,den Menschen, um sich an dessen Untaten zu ergötzen. Aufgabe des Menschen ist demnach, sich gegen Gott aufzulehnen.
Wer Gott verehrt, ist so böse wie er selbst.
Dieser Mann hat einen tiefen Gottes- und Menschenhaß, das ist sein Problem.
Die scientifistische Denkschablone dient der Plausibilisierung, ist Folge nicht Ursache.

Bastian (Sierra Victor) hat gesagt…

@U.P.:
Wie Du das aus den Äußerungen herauslesen willst, ist mir schleierhaft. Dass der Mann massiv am Gottesgedanken zweifelt, scheint evident. Und dass er diesem Zweifel deutlich Ausdruck verleiht, indem er seine Weltsicht unumwunden formuliert, auch. Das Recht hat er. Aber "tiefer Gottes- und Menschenhass"? Wem steht so ein Urteil eigentlich zu?
Ich würde sagen, dass das eigentlich eine Unterstellung ist.
Doch wie dem auch sei: ich denke nicht, dass wir es mit einem Haufen Uneinsichtiger zu tun haben, die abzuschreiben sind, sondern mit Menschen, für die Christus gekommen ist.
Ich bin etwas schockiert über Deinen Kommentar!

Gerd hat gesagt…

Wenn wir überhaupt von einem Gottesgedanken beim Dr. sprechen können, dann wohl von einem sehr verquerten. Jemand der die Hände in den Schoß legt und Ereignisse zulässt. Das war es dann schon. Hass erkenne ich in dem Gedanken nicht sondern eher Verzweiflung. Mit 16 Jahren hatte ich eine ähnliche Phase Gott alles in die Schuhe zu schieben, was mir nicht passte. Damals war nicht Hass der Beweggrund sondern Ärger über den scheinbar ungerechten Verlauf meines Lebens. Gott hat allerdings sehr viel Geduld. Das ist bei uns Menschenkindern auch wirklich notwendig.

Anonym hat gesagt…

Erstaunlich viele, oft sogar sehr intelligente Menschen sehen nicht, daß nur derjenige sich frei dafür zu entscheiden kann, das Gute zu tun und das Böse zu unterlassen, der eben auch die Freiheit hat, es umgekehrt zu machen; und daß es Teil dessen, was wir Menschenwürde nennen, ist, diese Freiheit zu haben.
Manche haben Kinder und sehen gelegentlich ebenfalls tatenlos, aber mit schwerem Herzen zu, wenn die Kinder sich streiten und prügeln, weil die Kinder sonst nicht lernen, ihre Probleme allein zu lösen. Muß oder wenigstens darf man da nicht annehmen, daß auch der liebende Gott hoffend beobachtet, daß die Menschheit durch Beobachtung der Qualen, die ihr Verhalten bei anderen Menschen oder eben auch Tieren unnötig auslöst (ich meine jetzt nicht, daß man Fleisch ißt, sondern daß man Tiere vor dem oder ohne Verzehr unnötig quält) lernt, ihre Freiheit für das Gute zu nutzen? Daß vielleicht sogar diejenigen die gegen die von Gott in Jesus und dem Heiligen Geist oder mittels der Propheten und der Kirche bereitgestellten Hilfen Auge und Ohr verschließen, angesichts offenkundigen Leids lernen, sich möglichst für das ihnen erkennbar Gute einzusetzen?
(Und daß sie dabei vielleicht sogar die Weisheit und Güte Gottes in seinen Weisungen an die Menschen zu erkennen?)

Mal abgesehen davon, daß man sich - entgegen dem, was aus dem E-Mail-Satz über das bluttriefende Monster durchschimmert - nicht gegen die Existenz Gottes entscheiden kann, sondern allenfalls dagegen, an ihn zu glauben, denn er existiert nun einmal.
Und abgesehen davon, daß, selbst wenn er ein bluttriefendes Monster wäre (was meinem Glauben zutiefst widerspricht), man gut daran täte, zu ihm zu beten und ihn an seine Barmherzigkeit appellierend zu bitten, denen, die besonders viel Böses tun, den rechten Weg nochmal deutlich anzubieten.

Man kann gar nicht genug zum barmherzigen, liebenden Gott beten um Hilfe für all diejenigen, die sich ein falsches Bild von Gott machen und sich daher vor dem ihm fürchtenoder ihn ablehnen, und für die, dieaus Gedankenlosigkeit oder Boshaftigkeit Menschen und/oder Tiere quälen oder sonst nichts mit Freiheit anzufangen wissen. Selbst tu ich es jedenfalls leider viel zu wenig.

Gruß
ein Gutmensch

U. P. hat gesagt…

Werter Bastian,

ich traute mich das besonders aus der zweiten Hälfte des Zitates zu schließen.
(davon ausgehend, daß es ernst gemeint und nicht eine gewolte Provokation war, das so auszudrücken!).

Mir geht es wie Dir auch ums Verstehen. Wenn mir einer sagt: Gott sei ein "bluttriefendes Monster" und die ihn anbetenden Geschöpfe "würdelos", würde ich bei einem Gespräch genau da anfangen.
Das starke Wort "Haß" schlösse ich nicht aus einer Formulierung wie "wie kann Gott das zulassen",sondern aus dem vom Schreiber verwendeten *konkreten* Sprachbild. Mag Haß auch drastisch klingen, wenn einer sagt "Du bist blutrünstig, es wäre besser, Dich gäbe es gar nicht",scheint mir das nicht abwegig.

"ich denke nicht, dass wir es mit einem Haufen Uneinsichtiger zu tun haben, die abzuschreiben sind, sondern mit Menschen, für die Christus gekommen ist."
schreibst Du.
Das sehe ich auch so. Schließe bitte nicht, daß ich einen anderen, den ich als hassend wahrnehme,deswegen "verstoßen" oder "abschreiben" würde. Ich habe das schon erlebt und war erschüttert und versuchte, auf meine Art zu helfen.

(Und daß ich stets in Gefahr bin, etwas falsch zu beurteilen, versteht sich von selbst.)

Auf was ich raus wollte: ich würde,direkt konfrontiert mit einer solchen Anklage, nicht über "verschiedene Denkweisen" sprechen wollen, sondern direkt fragen: warum siehst *Du* Gott so?

Hoffe, Du bist nun weniger schockiert.(?)

Bastian (Sierra Victor) hat gesagt…

@ U.P.
Ja, viel weniger! :-)
Ich würde das aber so nicht ausdrücken. Schon deshalb, weil ich weiß, was ich selbst in verzweifelten Momenten zu Gott gesagt habe...

Richelieu88 hat gesagt…

Für "Trollfeeding" halte ich das ganz und gar nicht. Wenn Sie solche Mails empfangen, die geradezu nach einer Antwort schreien, dann haben Sie auch das Recht, sich zu verteidigen. Ansonsten würde man solchen "Trollen" das Feld freiwillig überlassen, die sowieso nicht daran denken würden, damit aufzuhören. Das haben Trolle nun mal an sich, dass sie bei der kleinsten Gelegenheit ausflippen. Und wenn, dann liefern sie auch genug Inspiration für neue Postings und tiefere Auseinandersetzungen;-)