Mittwoch, 10. Oktober 2012

Kommentar-FAIL der Woche...

    Das Konzil ist ein Grund, zu feiern – der Katechismus nicht
schreibt Heinz Niederleitner auf nachrichten.at. Die Begründung ist denkbar mainstreamig und zeigt einmal mehr, daß in den Augen vieler Menschen die Hauptaufgabe der Kirche in der heutigen Zeit zu sein scheint, sich an dem niedrigstmöglichen, eben noch vertretbaren gesellschaftlichen Konsens du jour zu orientieren:
    Denn der Papst propagiert einmal mehr den vor 20 Jahren veröffentlichten, weithin aber ignorierten Katechismus der katholischen Kirche. In ihm steht zweifellos viel grundlegend Christliches. Aber egal, ob man den großen Band hernimmt, das Kompendium oder den nicht weniger konservativen Youcat: Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass nicht wenige Katholiken negativ überrascht wären [So nach dem Motto: "Huch! Ein Glaubensinhalt!"] über einzelne Punkte, welche ihre Kirche nach wie vor zum Glaubensgut zählt: dass es einen gefallenen Engel alias Teufel gibt; dass Sünder im „Fegefeuer“ gereinigt werden und dass man dort befindlichen Verstorbenen mit Fürbitten, Almosen, Ablässen und Bußwerken helfen kann. Viele haben Probleme mit „unbefleckter Empfängnis“, ganz zu schweigen von Roms Sexualmoral. So gesehen kann man Religionslehrer verstehen, die den Katechismus lieber nicht im Unterricht verwenden, sondern direkt Christi Botschaft vermitteln [Ich bin mir sicher, daß der heutige, katechismusfreie Religionsunterricht vor lauter "Christi Botschaft" nur so aus den Nähten platzt...]. Und man kann es Katholiken nicht verdenken, wenn sie im „Jahr des Glaubens“ lieber das Konzil feiern als den Katechismus lesen [Denn schon der selige Papst Johannes XXIII hat klargestellt, daß Konzil und Katechismus unüberbrückbare Gegensätze sind...].
Der FAIL nimmt wahrhaft biblische Ausmaße an, wenn man sich die bisher einzigen beiden Kommentare zum Artikel durchliest:
    Der Katechismus ist Menschenwerk, und zwar ein auf Machterhalt ausgerichtetes. Es ist damit unchristlich. Vor 100 Jahern konnte man die Menschen damit noch beeindrucken, oder besser gesagt, ihnen damit Angst machen. Heute ist der Katechismus nur mehr etwas, wo sich Sektierer, denen der Formalismus wichtiger ist als der Glaubensinhalt, ihre Rechtfertigung holen können.
"Extrablatt! Extrablatt! Katechismus hat nichts mit Glaubensinhalt zu tun! Inhaltsverzeichnis des Katechismus offenbar dreiste Fälschung!"

Noch schöner dieser Rant, der wieder einmal zeigt, daß dort, wo schlechte Rechtschreibung draufsteht, nicht immer automatisch gesunder Menschenverstand drinstecken muß:
    Der Katechsimus kann sich mit den Glaubensregeln des Islam fast zu 100% vergelichen----hetzerisch, frauenverachtend, altertümlich, teilweise menschenverachtend und vor allem die "Sünder" für blöd zu verkaufen!! die geistliche Klientel in Rom wie auch im Iran etc. glaubt ,dass nur sie allein gebildet,intelegent und von"Gott oder Allah" auserkoren sind,zu richten,zu strafen ,zu verachten,zu selektieren und zu verdammen!! im 21.Jhdt.glauben nur mehr wenige Ungebildete oder begottisch Blinde an diese Thesen,die eigentlich weltlich politisch sind-Jesus war das genaue GEgenteil vom heutigen Papst-er war aufgeschlossen, hat Frauen mit REspekt behandelt und als gleich gesinnt angenommen(nur die kath.Kirche versteckt die Tatsachen),Barmherzigkeit und Demut war für Jesus das Wichtigste und keine Spur von Reichtum.Geld und Gier wie es im Islam und kath.Kirche präsentiert wird!! Wir sind alle gleich und niemand ist gleicher!! leider sind die Machthaber der Kirchen gegen das Gleiche!!!!!
Das Internet mag für die Heranbildung vieler Generationen von Trollen nicht alleine verantwortlich sein. Aber es hilft immerhin dabei, es sich in der Höhle schön gemütlich zu machen.

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Der heute journal Bericht über die Bischofssynode gestern war auch hochgradig tendentiös und wertend. Der Nach Rom gereisten WiSiNiKi Gruppe wurde viel mehr Zeit eingeräumt als der Berichterstattung über die Synode. Und selbstverständlich nordete uns die Anmoderation von Claus Kleber direkt ein, da wußte ich direkt, was ich zu denken habe um nicht als verstaubt und altertümlich zu gelten.....

Guter Journalismus ist heutzutage Mangelware.

Cinderella01 hat gesagt…

Das Problem ist halt, dass diese ganzen Atheisten-Journalisten eine fürchterliche Angst haben müssen.
Wie sonst erklärt es sich, dass die uns permanent einreden wollen, wir würden unterdrückt, wir wären gehorsam aus Angst, man würde uns drohen mit Teufel und Fegefeuer usw. usw.
Das zeigt, dass sie die wesentliche Botschaft Christi nie gehört oder nicht verstanden haben:
"Fürchtet Euch nicht". Das wurde von Bendikt XVI während seiner Inaugurationsmesse mehrfach wiederholt. Papst Johannes Paul II sagte: "Habt keine Angst".
Könnte es vielleicht sein, dass sich die Atheisten-Journalisten mehr vor Tod und Teufel fürchten, als sie zugeben. Und diese Angst auf uns projizieren?

Imrahil hat gesagt…

Ich kenne keinen, der ein Problem mit der Unbefleckten Empfängnis hat.

Probleme hat der moderne Mensch mit der Erbsünde. Damit bevorzugt er Unbefleckte Empfängnis Für Alle.

Probleme hat er vielleicht auch mit dem bloßen Namen "Unbefleckte Empfängnis". Aber das ist mir ehrlich gesagt wurscht.

Imrahil hat gesagt…

Ach übrigens von wegen Internetschelte: Das Internet hilft immerhin, zu Informationen zu kommen, die einem der Religionslehrer lieber vorenthalten hat. Das sollte man auch einmal sehen.

Imrahil hat gesagt…

Und daß Leute ernsthaft darauf abfahren, daß wir alle gleich sind...? "Dann müssen wir auch alle beim Football gleichzeitig die Punkte erzielen! (Morton Rhue, "Die Welle")

Nein, wir sind nicht alle gleich. Und das ist auch gut so, denn sonst wär alles langweilig und statt der ganzen fantastischen Leute um mich herum würd ich immer nur mich selber sehen!

(Der Katechismus dazu präzise: (1945) Die Gleichheit der Menschen betrifft die Würde der Person und die daraus hervorgehenden Rechte.)

Anonym hat gesagt…

Danke, Imrahil.
Ich bin ganz Ihrer Ansicht, daß das Internet nützlich ist. Zum Beispiel ist es sehr hilfreich, online im Katechismus nachschlagen zu können, wenn einem im Gespräch wieder einmal um die Ohren gehauen wird, bestimmte nicht in das Bild der bösen, rückständigen Papstkirche passende Ansichten seien allein eigene aber bestimmt nicht vom Papst geteilt, und man zufällig gerade seine Papierausgabe des Katechismus nicht dabei hat, um nachzuweisen, daß man sehr wohl die offizielle Lehre der Kirche zu Fragen wie Soziallehre, Toleranz, Frauen, (Nicht-)vergötterung Mariens uvm. wiedergibt.
Die meisten Vorurteile beruhen ja auf Unkenntnis.
Franziska