Mittwoch, 5. September 2012

Pünktlich...

... zur Pressekonferenz von "Ökumene jetzt!" (heute, 11:00 Uhr) wurde deren Webseite mit neuem Inhalt wieder freigeschaltet.

Unter dem Tab Aufruf im Wortlaut liest man:
    Dennoch kam es zur Kirchentrennung. Es gab gravierende Differenzen und Missverständnisse, aber die Spaltung hatte nicht nur theologische, sondern auch handfeste politische Gründe: Nicht die Glaubensüberzeugung führte dazu, dass man evangelisch oder römisch-katholisch wurde, sondern der Wohnsitz. Die Herrscher einer Region bestimmten die Konfession ihrer Einwohner. Für die dauerhafte Trennung der Kirchen wurden Machtfragen wichtiger als Glaubensfragen.
Und später:
    Heute ist die Kirchenspaltung politisch weder gewollt noch begründet. Reichen theologische Gründe, institutionelle Gewohnheiten, kirchliche und kulturelle Traditionen aus, um die Kirchenspaltung fortzusetzen? Das glauben wir nicht.
    • Offensichtlich ist, dass katholische und evangelische Christen viel mehr verbindet als unterscheidet.
    • Unbestritten ist, dass es unterschiedliche Positionen im Verständnis von Abendmahl, Amt und Kirchen gibt
    • Entscheidend ist jedoch, dass diese Unterschiede die Aufrechterhaltung der Trennung nicht rechtfertigen.
    In beiden Kirchen ist die Sehnsucht nach Einheit groß. Die Folgen der Spaltung werden im Alltag von Christinnen und Christen schmerzlich empfunden.
Ich fasse zusammen:
  1. Die politischen Trennungsgründe sind heute nicht mehr gültig.
  2. Die theologischen Gründe reichen nicht aus, um die Kirchenspaltung fortzusetzen.
  3. Es gibt eines große Sehnsucht nach Einheit.
Ist Andreas Theurers Frage da nicht die einleuchtende Antwort?

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Wäre es Korinthenkackerei mal nachzufragen, warum im Aufruf das "Abendmahl" genannt wird, die "Eucharistie" aber nicht?

Cicero hat gesagt…

Über solche Kleinigkeiten sind die "in der Mitte des Kirchenvolkes" doch längst hinaus ...

Cinderella01 hat gesagt…

Ich denke, wir sollten deren Blog mal ordentlich befeuern!
Am besten zuerst Elsa's Beitrag zum Thema verlinken,
und evtl. zur Facebook-Gruppe der Blogoezese ....
Mal gucken, ob sie antworten ..

Der Link zum Ökumene Blog steht bei Thomas
http://kreuz-undquer.blogspot.de/

just wondering hat gesagt…

Die Unterschiede rechtfertigen die Trennung nicht? Häh? Egal, ob Realpräsenz im Sakrament oder Gedächtnismahl, Hauptsache es schmeckt und man fühlt sich wohl dabei (oder so ähnlich)? Egal ob Priesterstand oder Priestertum aller Gläubigen, Hauptsache irgendeiner machts?

Das kann man in der Tat nicht ernst nehmen.

gerd hat gesagt…

>>Wir können und müssen die Sorge um die Einheit der ganzen Kirche nicht ruhen lassen, bis eine theologische Einigung über das Amts- oder Abendmahlsverständnis zwischen den Kirchenleitungen erreicht worden ist. Und wir dürfen uns auch nicht mit dem Ziel zufrieden geben, dass Kirchen sich gegenseitig als Kirchen anerkennen. Selbst wenn wir davon gegenwärtig noch entfernt sind: Dieses Ziel ist notwendig, aber zu klein!<<

Brabbel brabbel....bis eine theologische Einigung über das Amts- und ABENDMAHLSVERSTÄNDNIS...brabbel, brabbel...Kirchen anerkennen....Brabbel brabbel...bis wir alle evangelisch sind.
Ich fass es einfach nicht, bitte kneifen,ich hoffe das ist alles nur ein böser Traum....

Cassandra hat gesagt…

"Die Herrscher einer Region bestimmten die Konfession ihrer Einwohner. Für die dauerhafte Trennung der Kirchen wurden Machtfragen wichtiger als Glaubensfragen."

Das ist für die Vergangenheit weitgehend richtig. Cuius regio, eius religio.
Aber das stimmt heute nicht mehr, ist also kein Argument.
Natürlich gab es im 16. und 17. Jahrhundert politische Differenzen, denen die Reformation grade recht kam und ohne politische Unterstützung wäre Luther eine kurze Episode geblieben.

Ist aber trotzdem passiert und damit werden wir alle leben müssen.

Klar wollen wir alle, dass die Kirchenspaltugn beendet wird. Aber wenn man sagen muß "tut mir leid, aber ich sehe das anders" muss man das irgendwann mal akzeptieren in geschwisterlicher Liebe. Geschwister sind manchmal seltsam. Und diese Seltsamkeit zu akzpetieren ist eine Aufgabe, die schwerfällt.

Ist ja nicht so, dass Lutheraner und Katholiken sich immer noch über Landsknechtshorden gegenseitig beschimpfen und übermorgen Magdeburg fällt.

Anonym hat gesagt…

Sind eben Politiker. Katholische Kirche sieben Sakramente, evangelische zwei; na kann man sich auf drei, vier oder fünf einigen. Nicht so stur Leute, kompromißfähig wie beim Koalitionsvertrag. Etwas anderes haben die doch nie gelernt...

Admiral hat gesagt…

Was? Übermorgen fällt Mageburg? Und ich bin nicht dabei? Warum hat mir keiner Bescheid gesagt?

Papsttreuer hat gesagt…

So ist das, wenn Politiker, Künstler, Sportler ... versuchen, "Kirchenpolitik" zu machen. Aber immerhin: das Visier ist offen - Ziel ist die eine (vermutlich nicht heilige) evangelische Kirche (i.w.S)!

Schade, ich hatte ein bisschen gehofft, da wäre mehr gekommen als diese lauwarme Luft!

http://papsttreuer.blog.de/2012/09/05/ach-geht-rechtfertigungslehre-politik-14677449/

thysus hat gesagt…

Im übrigen ist es noch komplizerter, als hier angedeutet, es tut sich da nämlich noch eine weitere Spaltung quer durch die gesamte westliche Christenheit auf, und die wird je länger, je deutlicher: jene nämlich zwischen Christinnen und Christen! Nicht grundlos werden diese beiden Religionen immer getreulich einzeln genannt (und nicht grundlos besonders in sog. "fortschrittlichen" Kreisen..). Da sind - noch stark unterschätzte - Kräfte am Werk, die uns dereinst noch schwerer auf dem Magen liegen werden als das unterschiedliche Sakramentenverständnis.
(Ist nicht ganz humoristisch gemeint..)