Dienstag, 4. September 2012

Kriegsgebiet...

Warum konnte ein Mensch mit einer solchen Biographie nicht die Liebe Christi erfahren? Warum ließen wir ihn in einen Sumpf fallen, aus dem er dann solches Zeugs von sich geben muß, um sich irgendwie relevant zu fühlen:
    "Ihr werdet nicht mehr in Sicherheit leben. Ihr setzt Millionen und Milliarden ein für den Krieg gegen den Islam. Und deshalb ist dieses Land hier, die Bundesrepublik Deutschland, ein Kriegsgebiet."
Ist das Kämpfen und Töten wirklich so viel attraktiver als der Frieden und die Liebe? Oder liegt es daran, daß ein solides Feindbild das Leben schön einfach macht und keine großen Anforderungen an Verstand und Charakter stellt?

Was haben wir falsch gemacht? Und warum haben die islamistischen Puppenspieler ihre blutdurstigen Krallen zuerst an ihn legen können? Warum machte man ihn zu einer Marionette, wenn er doch (vielleicht mit etwas mehr Arbeit, Geduld und Vertrauen) auch eine Persönlichkeit hätte werden können?

Ich hoffe und bete, daß die Liebe Christi die Herzen all dieser fehlgeleiteten jungen und mitteljungen Kerle berühren und so ihr Leben verändern kann.

Kommentare:

Cinderella01 hat gesagt…

Na, da liege ich ja mit meiner neuen Serie über die "Türken vor Wien" voll im Trend. Erstaunlich, was die Leute damals alles ausgehalten haben, wie sie zusammengehalten haben, welches Gottvertrauen sie hatten. Das hatten die Menschen vor mehr als 300 Jahren uns voraus. Heute soll "die Regierung" was tun. Leider ist die genauso hilflos wie der Rest des Volkes, weil sie sich von der Political Correctness hat lähmen lassen.
http://beiboot-petri.blogspot.de/2012/09/warum-in-munchen-seit-1684-der.html

ultramontanus hat gesagt…

Wieso »wir«? Wer ist dieser »wir«? Ich sicherlich nicht, denn was immer ich auch anders gemacht hätte, es hätte diesen Mann nicht erreicht. Ich kenne ihn nicht, bin ihm nie begegnet.

Nein, dieses »wir«, das du hier beschwörst, gibt es meiner Ansicht nach nicht.

Ich kann versuchen, herauszufinden, was ich tun und lassen kann, damit ich nicht Menschen in meinem Umfeld verprelle und dazu bringe, in die falsche Richtung abzuschwirren, ja. Aber in dem konkreten Fall dieses Mannes nach Fehlern bei diesem »wir« zu suchen, verstehe ich nicht. Was soll ich in diesem Fall »falsch gemacht« haben? Was wirfst du mir vor? Ich baue sicherlich genug Mist. Aber in diesem Falle?

Und wieso hältst du den Mann für so abhängig von »uns« und für so unfrei, dass er seine Position nicht frei selber gewählt haben kann? Ist das nicht sogar eine unangemessene Geringachtung deines Gegenübers? Sicherlich hast du recht, dass jeder auch von seinem Umfeld geprägt wird. Aber es erscheint mir nicht richtig, generell erst einmal jeden, der sich eine andere Seite erwählt hat, quasi zu einem unselbständigen Automaton und zu einem Bedienfehler von »uns« zu erklären. *grübel*

Alipius hat gesagt…

@ ultramontanus: Ich habe der Einfachheit halber das "Wir" gewählt, weil es in diesem Fall um einen Mann geht, mit dem Du und ich nichts zu tun hatten, aber es morgen schon ganz anders sein kann. Gut zu wissen, daß Du zu denen gehörst, die dann herausfinden wollen, was zu tun ist, um nicht zu verprellen.

Es geht nicht um die "andere Seite" sondern um den Inhalt der Aussagen von Cuspert. Ich denke, daß jeder, der sich für Gewalt und/oder Agressivität entscheidet, auf eine Weise unfrei ist und daher abhängig von Menschen, die ihm beibringen, daß es auch ohne geht.

Chrysostomos hat gesagt…

Ich fürchte, solchen Menschen kann kein auch noch so edel vorgelebtes Christentum helfen. Der Mann lebt in einer der freiesten Gesellschaften dieses Planeten, kann sich im Notfall auf selbstverständliche (und durchaus aus der christlichen Kultur begründeten) Solidarität verlassen: Medizinische Hilfe, psychologische Hilfe, soziale Hilfe, finanzielle Hilfe. Es gibt ja nicht wenige Salafisten, die von Sozialhilfe leben, Kindergeld bekommen usw. und sich nicht genieren, gegen genau diese Gesellschaft, welche ihnen diese Zuwendungen garantiert, mit Hass zu agieren.
Ich fürchte eher, diese Menschen befinden sich in einer Art geistiger Wohlstandsverwahrlosung.
Ihre Situation zwingt sie nicht mehr unbedingt für ihre Existenzsicherung zu arbeiten und zu kämpfen. Sie verlieren dadurch eine wesentliche Strukturierung ihrer Zeit, sie haben auf dieser Ebene keinen Antrieb mehr, auf Zukunft hin zu arbeiten und zu planen und sie haben daher auf dieser Ebene auch keine Erfolgserlebnise mehr. Diese Langeweile erzeugt Frust und Hass. Und dann sind sie eben gerade für Hassideologien empfänglich. Dass dies gerade der aus der islamischen Ecke kommt, ist ein kulturgeschichtlicher Zufall. Gäbe es etwas Anderes mit entsprechender Stoßkraft, würden sie eben dort mitmarschieren.
Auf der Ebene dieser Argumentation sehe ich übrigens durchaus eine Parallele zu den Ultraorthodoxen Juden in Israel: Zu 100% vom Staat alimentiert, keinen Grund, ihre Energie auf den eigenen Lebensunterhalt zu verschwenden, daher wendet sich der so Gelangweilte mit seiner Energie eben anderen Kampfesfeldern zu. Und auch hier verachtet man genau die Gesellschaft, die einen durchfüttert.

ultramontanus hat gesagt…

@Chrysostomos: Die Lage in Israel kenne ich natürlich nicht. Aber die Beschreibung der Lage in Deutschland, insbesondere dass es eher ein kulturgeschichtlicher Zufall ist, dass diese Menschen bei einer islamischen Sekte andocken, scheint mir stimmig.

An diesem Punkt kann ich dann auch Padre Lippis »wir« aufnehmen: Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, dass solche Menschen auch bei »uns« andocken können, wo dann die Möglichkeit besteht, den Eifer und die Begeisterungsfähigkeit, die sie ja unzeifelhaft haben, zu veredeln und auf die richtige Spur zu lenken, sodass sie wirklich zu einem Werkzeug Gottes werden können.