Freitag, 21. September 2012

Ein Jahr danach, oder: ...

... Was der deutsche Reform-, Dialog- und WiSiKi-Katholizismus so vom Papstbesuch mitgenommen hat:
    Gemeinsame Kommunion feiern mit Protestanten, verheiratete Priester, auch Priesterinnen, mehr Verständnis für Homosexuelle und wiederverheiratete Geschiedene, mehr Mitbestimmung des Kirchenvolks: All dies, glauben Kritiker, wird es mit Benedikt nicht geben.
Wer hätte das auch jemals vorhersehen können, daß eine Revitalisierung des Glaubenslebens und eine Neuevangelisierung sich bei bestimmten Leuten nur im Umkreis des eigenen Bauchnabels abspielen könnte.

Kommentare:

Ameleo hat gesagt…

Nun ja, ist es nicht "der eigene Bauchnabel" den Benedikt selbst gerne betrachtet haben will? Denn die Punkte in deinem Zitat weisen doch gerade darüber hinaus:
über den Bauchnabel der eigenen Konfession, den des "das haben wir aber noch nie/schon immer so gemacht", den einer in der Öffentlichkeit akzeptierten sexuellen Orientierung und eines begrenzten Verständnisses von Ehe und Familie und schließlich über den "Bauchnabel" hinaus, der gerne Rom und Benedikt als den "Nabel der Welt" (zumindest der christlichen) verstanden wissen will. Dabei wäre eine solche Weitung des Blicks und des Horizonts dringend nötig!

Ich finde, es ist wirklich nicht viel geblieben von Benedikts Besuch. Das war aber auch tatsächlich nicht zu erwarten.

gerd hat gesagt…

>>Ich finde, es ist wirklich nicht viel geblieben von Benedikts Besuch. Das war aber auch tatsächlich nicht zu erwarten.<<

Die tatsächliche Erwartung, eine katholisch wiederverheiratete verständnisvolle homosexuelle Priesterin, natürlich gewählt vom Kirchenvolk, hätte über Nacht den Segen des Papstes, ist ziemlich schräg. Das kann nicht klappen. Insofern ist natürlich nix geblieben vom Papstbesuch. Kleiner Tipp: Das wird sich auch, bei seinem Nachfolger nicht ändern. Also einfach die Erwartungen runterschrauben......

Arminius hat gesagt…

Die Verfechter dieser Forderungen sollten sich beeilen, noch schnell zu den Protestanten zu konvertieren, bevor sich deren Kirche im Nirvana des Zeitgeistes völlig verflüchtigt hat.

U. P. hat gesagt…

Unter diesem Papst wird diese Kuh nie Eier legen, Wolle liefern, Stöckchen apportieren und miauen glauben Kritiker.

Anonym hat gesagt…

Die Verfechter dieser Forderungen sollten sich beeilen, noch schnell zu den Protestanten zu konvertieren,...

Warum werden hier denn nur immer die Protestanten für die Aufforderung: "Dann geh doch rüber!" genommen? Die gute alte katholische Kirche geht doch auch ganz wunderbar. Dort gibt es keine Diskriminierung von gleichgeschlechtlich Liebenden, dort gibt es katholische Priesterinnen (soviel ich weiss, wurde gerade heute wieder eine geweiht) und vieles mehr, an was es der römisch-katholischen Kirche gebricht.
Man kann ruhig katholisch bleiben. Und ganz schön erlöst in die Welt und die Zukunft schauen. Vale!

U. P. hat gesagt…

@Anonym

Stimmt schon. Mir ist auch egal,wo sie uns dann endlich nicht mehr nerven.
Was für ein querulanter Kleingeist, wenn es das, was man unbedingt will, in zig Variationen schon gibt und dennoch beharrt, das was anders ist und sein muß und will ändern zu müssen.

Anonym hat gesagt…

@U.P.

Wahrhaft christliches Verständnis, man will einfach unter sich bleiben und alle mit einer anderen Meinung möglichst weit draußen haben, damit sie "nicht nerven"...gut, dass ich ausgetreten bin, ich möchte wahrlich niemanden mit einer nicht ganz romtreuen Linie nerven...ich bin mir sicher, auch Jesus hat prinzipiell nur mit Menschen gesprochen, die seine Meinung genau vertraten. Bloß keine nervenden Querulanten aufgabeln, Ih bewahre!

U. P. hat gesagt…

Aber nicht doch @Anonymus!

Die Freiheit besteht doch darin, die Lehre, das ganze Depositum Fidei persönlich zu prüfen und dann entweder im wesentlichen zu akzeptieren oder zu verwerfen.

Ich halte es für genauso querulantisch, wenn einer einmal pro Woche in einem vegetarischen Restaurant drauf besteht, endlich hier eine Schweinshaxe serviert zu bekommen, besonders dann, wenn der Metzger gleich gegenüber ist.

Nervig, regelrecht übergriffig ist, daß man die Entscheidung der anderen nicht akzeptiert, die sind wo sie sind, weil sie das richtig und gut so finden. Die Tatsache als solche, daß er Schweinshaxe lieber mag, ist i. O., gegen die hab ich gar nichts,nur daß er darauf besteht, sie gerade dort haben zu wollen, wo es sie explizit nicht gibt und sie Menschen aufdrängen will, die eben keine mögen nervt, oder nicht? Über Ernährungsfragen kann man sich ja bei Bedarf im nahen Café unterhalten.

(Also nichts jetzt gegen Schweinshaxe, das war jetzt nur ein allegorischer Fenchel - Löwenzahnsalat.)