Samstag, 1. September 2012

Ein Bild...


... und seine Geschichte:

Am 6. Januar 1966 wurde Harold R. Perry zum Weihbischof der Erzdiözese New Orleans geweiht. Er war der erste Afro-Amerikaner, der diese Weihe empfing.

Auf dem Bild sieht man eine Frau, die ein Plakat hochhält, auf dem geschrieben steht "Jesus did not choose non white Apostles" (Jesus hat keine nicht-weißen Apostel auserwählt). Das hätte sie vielleicht auch mal Papst Johannes dem XXIII sagen sollen, der bereits 6 Jahre zuvor Laurean Rugambwa aus Tanzania zum Kardinal kreiert hatte.


Wer auch immer der Meinung ist, Jesus schiele auf die Hautfarbe, sollte sich schleunigst untersuchen lassen.

Kommentare:

ultramontanus hat gesagt…

»Wer auch immer der Meinung ist, Jesus schiele auf die Hautfarbe, sollte sich schleunigst untersuchen lassen.«

Wer auch immer der Meinung ist, Jesus schiele auf das Geschlecht, sollte sich schleunigst untersuchen lassen.

Wer auch immer der Meinung ist, Jesus schiele auf die sexuelle Orientierung, sollte sich schleunigst untersuchen lassen.

Wer auch immer der Meinung ist, Jesus schiele auf XY, sollte sich schleunigst untersuchen lassen.

Ej, der Satz ist richtig produktiv! ^^

eumloquatur hat gesagt…

Nicht ohne Augenzwinkern könnte man sagen: Wer glaubt, Hautfarbe, Geschlecht und sexuelle Orientierung seien Kategorien auf der Selben Betrachtungsebene, der sollte mal etwas vom heiligen Thomas lesen.

U. P. hat gesagt…

Wer auch immer der Meinung ist, Jesus schiele, sollte sich schleunigst untersuchen lassen :-)

kalliopevorleserin hat gesagt…

Augustinus war ja von mütterlicher Seite Berber, also auch nicht so bleichgesichtig wie die Frau mit dem Schild. Hat ihr das mal jemand erklärt?

Alipius hat gesagt…

@ ultramontanus: Ja, der Satz läßt sich beliebig vervielfältigen, ist aber nicht immer richtig. Ich kann mir ebenfalls nur schwer vorstellen, daß sich Jesus für Hautfarbe, Geschlecht oder sexuelle Orientierung interessiert (das tun in der Regel eher die Menschen, die automatisch mit der Hautfarbe z.B. eine gesteigerte kriminelle Energie, mit dem Geschlecht ein wie auch immer geartetes Defizit und mit geschlechtlicher Orientierung ein nicht naturgemäßes Ausleben derselben assoziieren). Aber - eben - bei "XY" wird's dann gefährlich und falsch, weil sich da alles hinter verstecken kann.

U. P. hat gesagt…

Auch schon die Apostel selbst waren ja keine Weißen im europäischen Sinne.

Cassandra hat gesagt…

In der Bibel finde ich nur wenig Aussagen zu Haut-, Augen- oder Haarfarbe. Welche Hautfarbe die Apostel hatten bleibt völlig unerwähnt.
Beim dem Völkergemisch im Mittelmeerraum um die Zeitenwende würde mich blond&blauäugig eher wundern als alles andere (na ja, Japaner würden mich noch mehr wundern, oder autralische Aboriginees).

Wenn man Schwarze, Inuit, Japaner uswetpp zu Priestern weihen kann spricht nicht gegen Bischofsweihen. Oder?

Wann wurde noch mal der erste Indio-Priester in Südamerika geweiht?

kalliopevorleserin hat gesagt…

Una Gaillot hieß die Schreckschraube mit dem Schild.
Sie war damals schon seit vier Jahren exkommuniziert.

B. hat gesagt…

Mrs. Gailot war schon damals hundert Jahre zu spät mit ihrem Plakat. Augustine Tolton wurde in den USA um 1880 zum Priester geweiht, die Healy Brüder, der Vater war Irischer Einwanderer und die Mutter war gemischt-rassige Sklavin, waren zur der Zeit schon Priester, einer wurde Bischof von Main, einer Präsident der Universität Georgetown und der dritte Direktor des Seminars in Troy.
Die Lebensgeschichten sind recht interessant. Besonders heiße Leseempfehlung für die Bio von Augustin Tolton.