Samstag, 15. September 2012

Das Recht, andere beleidigen zu dürfen...

Jetzt, wo der Mohammed-Film überall in islamischen Ländern für Gewalt sorgt, stehen natürlich sekündlich wieder irgendwelche "Rechte" zur Debatte. DIE PRESSE fordert in der heutigen Ausgabe:
    Verteidigen wir doch das Recht, andere beleidigen zu dürfen!
Hmm...

Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener werden durch § 185-189 StGB unter Strafe gestellt.

Wenn es nun das Recht gibt, andere zu beleidigen und dieses Recht auch verteidigt werden soll, müßte es dann nicht auch ein Recht geben, andere zu bestehlen oder zu vermöbeln? Und müßte dieses Recht dann nicht auch verteidigt werden?

Haben wir wirklich das Recht, andere zu beleidigen? Oder haben wir eher das Recht, nicht ohne Anklage und Verhandlung einfach massakriert zu werden, nur, weil wir jemanden beleidigt haben?

Der Mohammed-Film war natürlich eine Provokation und eine Beleidigung, eine nicht besonders toll gemachte noch dazu (zumindest, wenn man den 14-15 im Internet abrufbaren Minuten glauben darf). Und natürlich wurden all diese Menschen, die den auf den Film folgenden Unruhen bisher zum Opfer fielen, nicht durch den Film getötet, sondern durch Waffen.

Jedoch: Ein solchermaßen hingerotzten Machwerk kann bei mir einfach nicht den Eindruck erwecken, daß es irgendetwas anderes sein wollte, als eine Provokation und eine Beleidigung.

Wenn auch jeder einzelne Moslem, der aufgrund eines solchen Streifens zur Waffe greift, einiges nicht kapiert hat, so ist es dennoch Unsinn, sich zu diesem Zeitpunkt der Weltgeschichte über die Gewalt in den islamischen Ländern zu entsetzen.

Der Filmemacher sagt sich: "Ich drehe einen mords-frechen Film über Mohammed. Dann wird in vielen islamischen Ländern die Situation explodieren. So sieht dann die Welt, wie gewaltbereit der Islam ist und wie instabil Länder sind, in denen überwiegend Muslime wohnen!"

Das ist ungefäh so, als sagte man: "Ich lasse diesen Löwen jetzt ein paar Tage hungern, und dann betrete ich seinen Käfig. Dann wird er mich fressen. So sieht dann die Welt, daß es nicht gut ist, in den Käfig eines ausgehungerten Löwen zu steigen!"

Ah! Danke! Das war vorher ja auch noch nicht bekannt!

Zurück zum "Recht": In nicht eben kleinen Teilen der islamischen Welt hat es sich bis heute noch nicht herumgesprochen, daß man ein Recht hat, nicht von einem gehirngewaschenen, blutrünstigen Mob in Stücke gerissen zu werden, daß es eine Verhältnismäßigkeit der Mittel gibt und daß kein Gott und kein Prophet gewaltsame Unterstützung nötig haben. Das ist tragisch und falsch, aber die Situation bessert sich nicht dadurch, daß man diesen Sachverhalt immer und immer wieder zu demonstrieren versucht.

Nun wissen wir aber, daß es eben nicht nur unter den Moslems sondern auch unter den Anhängern anderer Religionen totale Nußtaschen gibt, die blöde Filme drehen (Christen), die heiligen Bücher anderer Religionen verbrennen oder zerreißen (Juden), brennend, mordend und plündernd in Gebiete eindringen, in denen Andersgläubige wohnen (Hindus) oder Zwangskonvertierungen durchführen und Todesdrohungen gegen Andersgläubige ausstoßen (Buddhismus).

Ich brainstorme grade so ein paar Möglichkeiten, wie man auf dieses Problem reagieren könnte:
  1. Man weist nach, daß ein Gott, der nach der Meinung seiner Anhänger gewaltsame Unterstützung braucht, kein Gott ist und schaut dann, wie diese Aussage sich in der Welt der religiösen Fundamentalisten so macht.
  2. Man bringt all jene Länder, in denen ein niedriger Bildungs- und Lebens-Standard herrscht auf "westliches" Niveau, damit diejenigen, die jetzt noch den Extremisten in die Falle gehen, sich künftig vermehrt mit Dingen wie Handyrechnungs-Schulden, Verhütungsmittelbeschaffung, Salon-Atheismus, ökologisch korrekten Sportsocken, Schwingungskristallen und Gender-Mainstreaming auseinadersetzen können.
  3. Man setzt strikte Grenzen, was die Kompatibilität von religiösem Extremismus und dem Rest der Welt betrifft und versucht irgendwie, sich entlang dieser Grenzen miteinander zu arrangieren.
  4. Man startet diverse Dialoge zum friedlichen Nebeneinander aller Religionen und schaut, was die Extremisten so davon halten.
  5. In einem Zwei-Schritte-Programm siedelt man zuerst Anhänger diverser Religionen in Gegenden an, in denen sie eine Minderheit von zwischen 1 bis 10% darstellen und wartet ab, wie lange sie unbehelligt ihren Glauben praktizieren können. Dann veröffentlicht man jeweils eine Karikatur, in der Götter oder Propheten einer Religion schwerst lächerlich gemacht werden und wertet die Reaktionen bei den verschiedenen Religionen aus. Darauf erstellt man ein Ranking, anhand dessen ersichtlich wird, welche Religion wirklich dazu in der Lage ist, eine Botschaft des Miteinander und des Friedens in die Welt zu tragen. Dann betet man, daß Gott genug Hirn vom Himmel schmeißt, so daß das Ergebnis des Versuches den Verstand der Menschen erreicht und ihre Herzen erweicht.
So oder ähnlich...

Kommentare:

Helene hat gesagt…

Ohne näher auf den Eintrag einzu-
gehen, zwei Schlagzeilen vom 15.9.2012 aus den Medien
herausgefischt:

kath.net:" Der Friede kann und muß
gelebt werden." (Hl. Vater, Libanon)

diePresse.com: "Islam-Rechtsge-
lehrter bezichtigt Papst des Auf-
ruhrs." (Scheich al-Quaradawi,
Katar)

Alles klar?






















Cassandra hat gesagt…

Menschen werden sich gegenseitig beleidigen oder beleidigt fühlen, fast egal was man unternimmt. Die Frage ist, ob man das absichtliche Beleidigen des anderen nicht reduzieren sollte, statt sich, wenn die Situation explodiert, zurückzulehnen und im "ich hab es euch ja gesagt"-Wunderland spazieren zu gehen.

Das fängt an, wenn ich diese unsäglichen Mohammed-Karikaturen unbedingt vor der Moschee auspacken muss oder Schinken auf der Wiese ausstreue wo Moslems sich zum Fastenbrechen treffen wollen oder was auch immer sich Vollpfosten ausdenken, die für sich in Anspruch nehmen, das christliche Abendland zu verteidigen. Mein Mitleid, wenn solche Leute sich eine blutige Nase holen, hält sich in engen Grenzen. Eben weil man es schon vorher wissen konnte und weil es nicht wirklich für eine abendländisch-tolerante Grundhaltung spricht, dergleichen als "so bin ich nun mal" zu verkaufen. Wenn der italiwenische Aussenminister ein T-Sirt mit Mohammed-Karikatur öffentlich trägt (ist ganz zu Anfang dieser unendlichen Geschichte passiert), will er Menschen verletzen. Und das ist einfach keine tolerierbare Haltung.

Andererseits ist es noch keine Beleidigung, wenn auf "meiner" Wiese im Park noch jemand grillt und der vielleicht ein Nürnberger Würstchen auf dem Grill hat.

Einerseits kann ich verstehen, wenn Leute, denen permanent etwas beleidigt wird, was ihnen wichtig ist, irgendwann explodieren. Ich freue mich ja auch nicht, wenn irgendwo wieder "moderne Kunst" mit christlichen Symbolen passiert. Andererseits ist immer die Frage, wie man explodiert- Petition and die US-Botschaft mit der Bitte um Strafverfolgung ist ein paar Ligen unter "ich zünd euch alle an!". Oder auch, gegen was man eigentlich protestiert, kaum ein westliches Land wird es schaffen, jeden Pups auf youtube zu überwachen, den seine Einwohner tätigen. Und das will auch kaum einer, denn Presse- und Meinungsfreiheit sind europäische Werte. Man sollte sie aber nicht als dünnes Deckmäntelchen für Rüpeleien benutzen, egal gegen wen.
Auch die Frage, ob man die deutsche Botschaft anzünden sollte wenn ein Kalifornier ein Video dreht... was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Und alles in allem liefert das kampfatheisten wieder den beweis, dass Religion total gefährlich ist.

Friedrich Kuhlau hat gesagt…

@Moderator Alipius:

Sie unterschlagen in Ihrem Zitat leider einige sehr wichtige Sätze aus dem Artikel Schellhorns:

In aufgeklärten Rechtsstaaten gibt es nämlich nicht nur den Schutz vor Diskriminierung, sondern auch so etwas wie ein geschütztes Recht, beleidigen zu dürfen. Es heißt zwar nicht so, sondern nennt sich Freiheit der Kunst oder Recht auf „Meinungsfreiheit“. In westlichen Zivilisationen kollidiert dieses Recht erst dann mit dem Respekt vor religiösen Gefühlen, wenn das die Gerichte so sehen.

Dann liest sich das aber schon völlig anders!

Mit Ihrer Argumentation könnten Sie nach der Veröffentlichung des Filmes "Das Leben des Brian" auch eine — natürlich nie stattgefundene! — Abfackelung der britischen Botschaft und Ermordung des britischen Botschafters im damals doch sehr katholischen Irland irgendwie schönreden! Und das bestürzt mich doch einigermaßen.

Wenn ein Film (von durchaus mäßiger cineastischer Qualität, keine Frage! Aber kommt es darauf an?) das Thema "Gewalt durch Islam" aufgreift, und die Moslems dann damit antworten, geradezu Gewaltorgien an Unschuldigen zu verüben — wer ist dann im Unrecht?

Es kann wohl nicht sein, dass den Moslems ein Wort ihres "Propheten" Mohammed, das, stünde es in "Mein Kampf" geradezu als Paradebeispiel für Nazi-Unmenschlichkeit zitiert würde, heilig sein darf: "Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf" (Sure 9,5) - und dieser Vers abrogiert nach klassischer Koranexegese allen anderen Koranversen über den Umgang mit Nichtmuslimen, wie sogar die nicht gerade "islamophobe" Wikipegia einräumt!)

... und wir potentielles Schlachtvieh moslemischer "Missionierung" nicht einmal das Recht hätten, diese Religion deswegen als gewalttätig zu bezeichnen, weil das eine "Beleidigung" wäre!

Sorry! Christ sein heißt noch lange nicht: blöd sein! Und wenn ich einen Mörder nicht mehr einen Mörder nennen darf, weil ihn das "beleidigen" könnte, dann komme ich mir schlicht und einfach verarscht vor.

Und wohl nicht nur ich ...

Anonym hat gesagt…

@Friedrich Kuhlau:

Grundsätzlich Zustimmung.


Es gibt m. M. nach auch einen Unterschied zwischen "sich beleidigt fühlen/vorkommen" und "tatsächlich beleidigt zu werden". So ist bspw. auch nicht einfach jede unangenehme Behauptung schon eine Verleumdung und beleidigt kann ich mich bei jeder Kleinigkeit fühlen, was aber noch lange nicht heißt, dass ich auch tatsächlich beleidigt wurde. Hier spielen m. E. noch eine Reihe von Faktoren eine Rolle (bis hin zur Art und Weise, wie sich z. B. das Gegenüber gewöhnlich, also unter Normalumständen, auszudrücken pflegt, was bei so einigen von Hause aus eher - na sagen wir einmal: - "rau" ist, aber ohne spezifische Intention zu beleidigen).
In Österreich (StGB § 115 a. 3) ist "bei allgemein verständlicher Entrüstung" derjenige, der jemanden in "entschuldbarer Weise beschimpft, mißhandelt oder mit Mißhandlung bedroht" entschuldigt.

Anonym hat gesagt…

Die von unseren politikern und gewissen deutschen Kirchenfürsten hofierten Islamvereinigungen z.b. Mslembruderschaft, spielen hier ein doppeltes Spiel. lest nach, wie hier der ägyptische Präsident im inneren und dann im äußeren gearbeitet hat. Als ob diese analphabetischen Massen täglich you tube beobachten würden, um dann empört und spontan zu demonstrieren. Diese Angriffe dienen nur der einschüchterung des Westens!

U. P. hat gesagt…

In Deutschland ist Beleidigung eine Straftat und es gibt kein Recht auf Selbstjustiz.
Wo ersteres mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung kollidiert, muß eine juristisch objektivierende Definition von Beleidigung gelten, die hoffentlich mit gesundem Menschenverstand und Fingerspitzengefühl abzuwägen weiß, aber umstrittene Grenzfälle nicht vermeiden kann.
Eine "gefühlte Beleidigung" darf dabei nicht als solche zum Maßstab werden, (diese gefährliche Tendenz haben wir leider) genausowenig eine "gefühltes Recht auf Beleidigung", daß man im Namen der Kunst bemäntelt (ohnehin widersinnig, denn Kunst kann niemals durch die Absicht entstehen, beleidigen zu wollen).

Hier sprechen wir doch eher von Benehmen, Charakter und moralischen Fragen: Ein Provokateur dreht einen Schmuddelmovie (ob der eine justitiable Beleidigung ist,kann ich nicht beurteilen, eine verantwortungslose Chuzpe allemal, ob nun aus Blödheit oder eiskalter Berechnung).
Aus Anlaß dessen brandschatzt, plündert und mordet ein vieltausendköpfiger Mob, an dem offenbar jede charakterliche Bildung gänzlich vorbeigegangen ist ebenso,wie auch an denen,die ihn gezielt aufgehetzt haben, gegen alles "was nicht ist wie wir".
Als Lösungsansatz kann ich nur auf die heutige erneut herausragende Rede des Papstes über den Frieden verweisen. Darin wird auch gesagt, daß der Glaube an Gott immer zur Liebe,nie zur Gewalt führt.
Den Umkehrschluß möge man selbst nachvollziehen.

Alipius hat gesagt…

@ Friedrich Kuhlau: Lesen Sie meinen Beitrag nochmals unter der Prämisse, daß ich nicht das geringste Verständnis für diese Art von Gewalt habe und sie ganz bestimmt nicht schönreden will, daß ich aber auch nur wenig Verständnis habe für Leute, die in irgendwelchen Studios oder an irgendwelchen Computern Beleidigungen fabrizieren, die dann Menschen mit dem Leben bezahlen, die sehr weit von diesen Studios und diesen Computern entfernt sitzen (zumal die Produzenten dieser Beleidigungen vorher diesen Ausgang ziemlich genau vorhersagen konnten). Das bedeutet nicht, daß es kein Recht gibt, andere zu beleidigen. Es bedeutet aber, daß es eine Form von Klugheit gibt, die diverse Faktoren mit einbezieht, und daß es eine Form des Mutes gibt, die Leute, welche unbedingt etwas beweisen müssen, dazu verleiten könnte, den Beweis vor Ort (in diesem Fall irgendwo auf der Straße in einem muslimischen Land) zu erbringen.

Alipius hat gesagt…

@ U.P.: Der Umkehrschluß steht ja bereits im Posting: "Man weist nach, daß ein Gott, der nach der Meinung seiner Anhänger gewaltsame Unterstützung braucht, kein Gott ist."

U.P. hat gesagt…

Ja,lieber Alipius,

auf den Satz bezog ich mich ja, absolut zustimmend. Wer so handelt,kann sich nie zu Recht auf Gott berufen, bzw., es ist auch unbillig, wenn man für das Verhalten dieses Mobs zur Begründung (ob abwertend oder vertändniserheischenwollend)irgendeinen Gottesbezug anführt.

Tut mir leid, wenn das mißverständlich war.

Alipius hat gesagt…

@ U.P:: War gar nicht mißverständlich. Ich wollte den Kommentar nur verstärken ;-)

U. P. hat gesagt…

Das ist Dir durchaus gelungen :-)

Friedrich Kuhlau hat gesagt…

@Moderator Alipius:

Dass Sie die Gewalttätigkeiten in Ihrem Artikel nicht schöngeredet haben, ist mir schon aufgefallen! Ich schrieb auch ausdrücklich, dass Sie dieser Ihrer Argumentation konsequent folgend, es schönreden könnten!

Ich habe mir den Trailer angesehen: welche "Beleidigung" enthält der? Ruft da etwa einer: "Mohammed ist ein verrücktes, gemeingefährliches *****loch!" (die gute Erziehung und mein Wunsch, Sie nicht in Schwierigkeiten zu bringen, hindern mich daran, die Zensur-"*" durch Buchstaben zu ersetzen), oder so? Nein: da wird ein exaltierter junger Mann dubioser Herkunft gezeigt, der eine gewalttätige religiöse Lehre zusammenphantasiert. So what?! Stimmt das etwa nicht haargenau? Ist das, was seit dem "Arabischen Frühling" (und schon vorher!) flächendeckend dort abläuft, nicht die schlagende (und brennende) Bestätigung dafür?

Könnte man einen KZ-Schergen denkmöglich "beleidigen", wenn man ihn als brutalen Mörder bezeichnete? Keine Frage: auch ein KZ-Scherge mag sich beleidigt fühlen, wenn man ihm sagt, was er ist. Aber ist es wirklich "Klugheit", und nicht vielmehr Feigheit oder Opportunismus, ihm gegenüber unsere Missbilligung nicht auszudrücken, weil er sonst etwa gewalttätig werden könnte?

Bitte: in was für einer Welt leben wir denn, wenn die, die eine völlig unbezweifelbare Wahrheit aussprechen, nämlich dass diese angeblich von Gott stammenden Lehren Mohammeds ein Blutbad unter den Nachbarvölkern nah und fern angerichtet haben und es (siehe Ägypten, Syrien etc.) auch heute noch tun(!), dies nicht mehr aussprechen dürfen, weil die fanatisierten Anhänger dieser Lehre sonst auszucken, und wahllos Leute, die damit nicht das geringste zu tun haben, abschlachten!

Statt mit wirksamen Retorsionsmaßnahmen darauf zu reagieren, sülzt ein deutscher Außenminister rückgratlos rum und machen die Schreiberlinge der SZ auf Mörderversteher, dass einem schlecht wird!

Die vermutlich einzige Methode, mit der man die fanatischen Drahtzieher dieses Mobs bekämpfen kann, ist indem man sie in den Medien und im Internet gezielt verächtlich und lächerlich macht: Lächerlichkeit tötet.

Zeichnet Karikaturen. Nicht bloß über einen Kamelhirten, der Visionen hat, sondern z.B. über einen Herrn Khomeini, der 80-jährig noch dringend eine 16-jährige als Fünftfrau heiraten musste, oder über eine Schießbudenfigur namens Mursi, der den Film "ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit" nannte.

Sicher git es dann sofort wieder angeheizte Randalen mit niedergebrannten Botschaften. Nun, dann gibt es eben keine Entwicklungshilfe an Ägypten, Mali, Nigeria, Sudan & Co.! Und eingefrorene Bankkonten dieser Staaten, bis die ihre Mullahs zur Raison gebracht haben.

Lieber ein kurzer gewalttätiger Zortnausbruch — zu mehr sind die wirtschaftlich ohnehin nicht fähig! Wenn die kein Erdöl hätten (das unsere Techniker erschließen müssen, nicht einmal dazu waren sie fähig!), würden sie nach wie vor Datteln pflücken und auf Kamelen reiten! Man sehe sich einmal die Außenhandelsstatistik des arabischen Raumes an: ohne Ölexporte hat da ein Mini-Volk wie die Finnen eine höhere Exportwertschöpfung, als ganz Arabien mit 10-mal mehr Einwohnern!

Sorry, Herr Alipius: ich sehe nicht ein, warum eine nur allzu berechtigte Kritik am Islam verschwiegen werden soll, nur weil die es nicht hören wollen.

Der Film war einfach zu schlecht gedreht, heißt es. Nun gut: machen wir einen besseren Film mit ordentlichem Drehbudget. Wer Milliarden sinnlos in der Ägäis versenkt, kann auch noch 100 Mio. für einen perfekt inszenierten, spannenden Film aufbringen. Das wäre eine Aufgabe für die EU, denn ganz Europa können die randalierenden Verrückten ja nicht anzünden!

Packen wir's an!

Cassandra hat gesagt…

Jemanden vorsätzlich und im Wissen, ihn zu verletzen, lächerlich zu machen verstößt gegen das Gebot der Liebe.

Ich pack da gar nichts an und distanziere mich von allem Unfug, der in diese Richtung geht. Nicht aus Angst vor dem Mob, sondern weil es gegen meine Grundsätze verstößt.

Alipius hat gesagt…

@ Friedrich Kuhlau: Ich glaube, hier liegt ein Mißverständnis vor. Ich bin gar nicht der Meinung, daß Kritik am Islam verschwiegen werden soll, schon gar nicht, wenn es berechtigte Kritik ist.

Ich bin aber schon dafür, daß jeder, der Kritik am Islam übt, sich voher genau übelegt, wie er es tut und was die Folgen dieser Kritik sein werden.

Sicher: Nun läßt sich einwenden, deß JEDE Kritik am Islam sofort Randale, Brandschaftzung und Totschlag zur Folge hat. Und da ist der Islam eindeutig in der Bringschuld, was die Distanzierung von haßerfüllten, machthungrigen Imamen und ihren milchbärtigen Handlangern betrifft.

Für mich ist im Moment jede Sekunde, die verstreicht, ohne daß aus dieser Richtung knallharte Worte und eindeutige, weltweit vernehmbare Signale kommen, eine Sekunde, die im Grunde das, was geschieht, stillschweigend gutheißt.

Und wenn ich dann lese, daß es der Papst ist, der sich lt al-Qaradawi mal wieder entschuldigen soll, dann klingt die Idee mit dem Lächerlich machen zwar gut, aber irgendwie redundant. Wie sollten wir das besser hinkriegen?

Gerd hat gesagt…

>>Die vermutlich einzige Methode, mit der man die fanatischen Drahtzieher dieses Mobs bekämpfen kann, ist indem man sie in den Medien und im Internet gezielt verächtlich und lächerlich macht: Lächerlichkeit tötet.<<

In diesem Fall u.a. einen amerikanischen Botschafter. @Kuhlau: Solche Aufrufe kenn ich eigentlich nur von Hasspredigern und ihrem Gefolge.
@Alipius: Ich frage ernsthaft wie lange es noch dauert bis dieser Aufruf zu noch mehr Hass gelöscht wird. Habe hier eigentlich immer gerne mitgeschrieben.

Friedrich Kuhlau hat gesagt…

@Gerd:

Nein, Sie haben den metaphorischen Sinn meines Satzes gründlich missverstanden. Lächerlichkeit hat noch nie zu medizinisch feststellbarem Exitus geführt, nur zu sozial feststellbarer Ausgrenzung. Und ich hoffe stark, Sie teilen meine Meinung, dass man Leute, die einen US-Botschafter umbringen(obowhl der Film ganz sicher nicht von ihm war, und auch nicht von der US-Regierung), nur weil ein Film in den USA gedreht wurde, sozial ausgegrenzt werden sollen!

Und weiters: nicht die Lächerlichkeit des Islam und seiner fanatischen Proponenten hat den US-Botschafter getötet, sondern ebendiese fanatischen Proponenten selbst haben ihn getötet. Aus Angst vor ihrer Lächerlichkeit. Das ist aber was anderes.

Und noch eines: eine Religion, die vermeint zur Verherrlichung ihres allmächtigen Allah andere zur Unterwerfung bomben zu müssen, ist lächerlich. Wie ein Poster in der "Presse" gestern schrieb: "Wenn Gott allmächtig ist und sich durch den Film gekränkt fühlt, dann braucht nicht irgendwelche Primaten zu seiner Hilfe, sondern erledigt die Sache selbst."

Und zum Schluss: ein Aufruf, diese Absurdität aufzuzeigen, ist nicht, wie Sie meinen, ein "Aufruf zu noch mehr Hass" (mir wäre es bedeutend lieber, wenn die Mullahs zur Vernunft kämen und erkennen, dass sie ihr übles Spiel nicht gewinnen können), sondern zum genauen Gegenteil: stell dir vor, es gibt Dschihad und keiner geht hin! Weil nämlich die LEute draufkommen, dass dieses ganze Bestreben, zur Verherrlichung Gottes Menschen zu killen und zu drangsalieren einfach lächerlich ist. Das werden sie aber nur, wenn sich einer traut, endlich auszusprechen, dass "der Kaiser nackt ist". Denn dann können sich die Mullahs, Imame & Ajatollahs ihr Schreckensregiment über die dortigen Menschen nämlich an den Hut (bzw. Turban) stecken ...

Das können die im islamischen System verstrickten kaum selbst tun (Glücksfälle wie die abendländische Aufklärung, die als "Selbstgänger" passierte, sind weltwelt ziemlich einzigartig, zumindest wüsste ich von keinem anderen Beispiel) — also müssen wir ihnen helfen.

Ich würde vielmehr Moslems hassen, wenn ich ihnen wünschte, noch weitere Jahrhunderte von den Idiotien einer Scharia und einer Literalinterpretation des Koran gequält zu werden!

Habe ich jetzt meinen Standpunkt hinreichend klar gemacht?

Alipius hat gesagt…

@ Gerd: Aufrufe zu mehr Haß kann ich in Moment auch eher nur auf der Seite der Islamisten sehen. Streng genommen müßte ein Lächerlich-Machen der stets auf den nächten Anlaß zur Gewaltanwendung wartenden Terroristen auch weniger gefährlich sein, als ein Lächerlichmachen ihres Propheten oder ihres Gottes. Insofern bin ich eigentlich ganz auf der Seite von Friedrich Kuhlau. Ich befürchte nur, daß Leute, die im 21. Jahrhundert noch für ihren Gott zur Waffe greifen und dann auch noch Menschen töten, die nicht als Auslöser ihrer Rage angesehen werden können (nicht, daß ich es gutheiße, wenn sie die Auslöser töten, aber erratisches Botschaften-Stürmen und Amerikaner-Töten ist für mich nochmals ein ganz anderes Level der hirnlosen Gewaltbereitschaft, als eine Fatwa gegen eine Person) auch gegenüber ihrer eigenen Lächerlichkeit blind und daher nur schwer davon zu überzeugen sind.

Sie dürfen auch weiterhin gerne mitschreiben. Sie müssen Sich nur daran gewöhnen, daß dies mein Blog ist auf dem meine Regeln herrschen.

Gerd hat gesagt…

@ Alipius
>>Aufrufe zu mehr Haß kann ich in Moment auch eher nur auf der Seite der Islamisten sehen.<<

Das ist zutreffend. Allerdings hilft es da nicht weiter, diesen Haß im Internet lächerlich zu machen und dies auch noch zu fordern. Das erzeugt, wir wissen es: Noch mehr Hass. Der Satz: Stell dir vor es gibt Dschihad und keiner geht hin, ist genauso wirkungslos wie das Original. Kriege wurden dadurch nicht verhindert und werden es auch nicht.

>>Streng genommen müßte ein Lächerlich-Machen der stets auf den nächten Anlaß zur Gewaltanwendung wartenden Terroristen auch weniger gefährlich sein, als ein Lächerlichmachen ihres Propheten oder ihres Gottes.<<

Ich glaube weder an den Propheten noch an seinen Gott. Trotzdem werde ich mich hüten, diesen Glauben, lächerlich zu machen oder den Hass dem dieser Glaube folgt. Was wäre damit gewonnen?

>>Ich befürchte nur, daß Leute, die im 21. Jahrhundert noch für ihren Gott zur Waffe greifen.....auch gegenüber ihrer eigenen Lächerlichkeit blind und daher nur schwer davon zu überzeugen sind.<<

Mein Reden, von Aufrufen im Internet die ihre Taten lächerlich machen, ganz sicher nicht. Im übrigen gehen den Christen so langsam die Argumente aus. Wenn mir ein Muslim vorhält, dass unter einer christlich/liberalen Regierung massenhaft ungeborenes Leben getötet wird und dieses Verbrechen in seiner Heimat verboten ist, dann kann ich erstmal nur...sagen wir mal, beschämend schweigen. Streng genommen haben wir nix in der Hand, was wir am Islam lächerlich machen könnten. Wie lange müssen die Bombenleger noch wüten, um nur annähernd zahlenmäßig an die Getöteten im Mutterleib aufzuschliessen? Allein in Deutschland (christlich, aufgeklärtes Abendland) 10 Millionen seid Einführung der Fristenlösung?

>>Sie müssen Sich nur daran gewöhnen, daß dies mein Blog ist auf dem meine Regeln herrschen.<<

Ihnen steht es frei einen Blog zu führen, mir steht es frei hier zu schreiben. Dass sie die Regeln festlegen war mir bekannt. :-)

Cassandra hat gesagt…

Ich muss Gerd an dieser Stelle zustimmen.

Erstens sagt uns Christuis ziemlich genau, was wir mit unseren Feinden tun sollen und "lächerlich machen" kommt da nicht vor. Wenn sie sich selbst lächerlich machen tun sie es, aber sie absichtlich herabsetzen, und genau das ist lächerlich machen, ist keine christliche Reaktion.

Das Lächerlichmachen von Religion ganz allgemein kann man einer bestimmten Sorte Atheist überlassen und auf eine Stufe mit solchen Leuten stellen will ich mich auch nicht.

Uns erscheinen einige Aspekte des Islam unglaubwürdig. Diese Einschätzung dürfte geteilt werden wenn Moslems das Christentum beurteilen. Würde ein "lasst uns diesen Irrglauben mal so richtig lächerlich machen" mit daraus resultierenden Taten irgendeinen Christen dazu einladen, über Sinn und Unsinn zu reflektieren und vielleicht zum Schluss zu kommen "Muhammed hatte einfach nur recht"?
Eine Voraussetzung für Dialog ist die Bereitschaft, den anderen ernst zu nehmen. Diese Bereitschaft muss erst einmal ich mitbringen; über das, was der andere tut, denkt oder macht habe ich nur begrenzt Kontrolle.
"Aber der Islam ist doch nicht dialogbereit!". Das stimmt, zumindest für Leute, die akut mit Botschaftstürmen beschäftigt sind. Denen muss man klarmachen, das Botschaftstürmen nicht drin ist. Notfalls indem man das US Marine Corps verlegt (was ja auch passiert) oder die Botschaft dichtmacht.
Was bleibt, ist die eigene Dialogbereitschaft immer wieder klarzumachen. Vielleicht zu versuchen, im anderen den Menschen und nicht nur den "anderen" zu sehen. Vielleicht statt endlos Unterschiede zu zementieren irgendwas Gemeinsames zu suchen.

Wer seine moralischen Grundsätze aufgibt, hat bereits verloren ohne dass der "andere" auch nur gehustet hat.
Das heisst nicht, dass man sich alles gefalle lassen muss oder soll. Aber es heisst, das man dem anderen nicht mit dem Vorsatz, ihn herabzusetzen entgegentritt.

Alipius hat gesagt…

@ Gerd: Mit Lächerlichkeit ließe sich - glaube ich - schon etwas machen. Es gibt doch angesichts der Gewalt, die auf das... ich will mal sagen... "intensive Ausleben" einiger Glaubenssatz-Interpretationen in einer bestimmten Religion folgt, nur vier Möglichkeiten:

1.) Man antwortet mit Gewalt: Dumm, weil es so zu einer Eskalation kommt.

2.) Man tut so, als sei nichts: Blöd, weil dies zu mehr Gewalt ermutigt.

3.) Man versucht, sich mit Worten der Vernunft an die Gewalttäter zu wenden: Fruchtlos, weil ich nicht sehe, wie Leute, die in Tomaten eine Botschaft sehen oder wegen einiger Meter Zelluloid Gebäude stürmen und Menschen töten, für die Vernunft zugänglich sein sollen.

4.) Man demonstiert mit mehr oder weniger subtilen Nadelstichen in gezeichneter oder geschriebener Form immer und immer wieder, daß diejenigen, die ihre Religion als Vorwand für Gewaltexzesse heranziehen, hirnlosen Slapstick bieten (weswegen die ganze vernunftbegabte Welt über sie lacht) und sich dabei auch noch mit unermeßlicher Schuld beladen (weswegen die ganze zivilisierte Welt sie verabscheut).

Daß die zivilisierte Welt sich auch nicht mit Ruhm bekleidet angesichts des Abtreibungs-Bodycounts kann zumindest für mich kein Argument sein, weil ich mich gegen die Abtreibung ebenso ausspreche, wie gegen das Wüten der Extremisten. Zumal ich ja auch nicht DEN ISLAM lächerlich machen will, sondern nur jene, die im Namen des Islam Terror verbreiten.

gerd hat gesagt…

Es gibt vielleicht noch einen 5. Punkt auf den Jesus in seinen Reden aufmerksam macht, wenn er sagt, dass es Situationen gibt, in denen Worte nix bringen, sondern nur Gebet und Opfer. Ich nehme zur Kenntnis, dass mit Worten (auch mit Worten der Lächerlichkeit) in der aufgeheizten Atmosphäre gar nichts gewonnen, sondern nur alles verloren geht. Und ja, ich bin gegen Abtreibung und extremistischer Gewalt und ja, beides ist durchaus miteinander zu vergleichen, wobei die Abtreibung eine subtilere Art des Mordens ist, die dem Terroristen in nichts nachsteht. Solange ich ein Mitglied dieser "zivilisierten" Welt bin, werde ich mich hüten, andere Welten lächerlich zu machen.

Alipius hat gesagt…

@ Cassandra: Nochmals deutlicher: Mir geht es NICHT um Religion im allgemeinen. Mir geht es nicht einmal um eine einzelne Religion. Sondern mir geht es um gewaltbereite und Gewalt-ausübende Extremisten, die im Namen einer Religion agieren. Diesen Unterschied bitte ich zu beachten und Ernst zu nehmen.

Es geht ebenfalls nicht daurm, diese Leute der Lächerlichkeit preiszugeben oder sie lächerlich zu machen, sondern sie und die Welt immer wieder daran zu erinnern, daß sie lächerlich SIND (Jesus selbst hat übrigens auch auf die Lächerlichkeit von Menschen hingewiesen, z.B. auf die der Pharisäer (Mt 23,2-7)). Und bei jedem im Namen der Religion verübten terroristischen Anschlag versiegt bei mir jene wohlmeinende und üblicherweise mindestens moderat sprudelnde Quelle, aus der mein Wille, den Anderen ernst zu nehmen, strömt.

Was dann auch bedeutet, daß ich dem Anderen nicht mit dem Vorsatz entgegentrete, ihn herabzusetzen, sondern mit dem Vorsatz, ihn darauf hinzuweisen (wenn auch in satirischer Form), daß er sich selbst herabsetzt (und seine Religion und seinen Gott und das, was man im allgemeinen als Bild des Menschen zu vermitteln versucht). Wenn mein Gott nur so stark ist, wie meine Waffen, wenn meine Religion nur so groß wie das Gebiet, in dem es keine Andersgläubigen mehr gibt und wenn der Mensch nur so lange seine Würde besitzt, wie er dem Diktat meiner engen Weltsicht folgt, dann darf ich als religiöser Extremist mich durchaus ernst nehmen. Vom Rest der Welt darf ich das allerdings nicht verlangen.

Alipius hat gesagt…

@ Cassandra und Gerd: Daß ich darüberhinaus immer bereit bin, für diese Menschen zu beten, versteht sich von selbst.

gerd hat gesagt…

>>Nochmals deutlicher: Mir geht es NICHT um Religion im allgemeinen. Mir geht es nicht einmal um eine einzelne Religion. Sondern mir geht es um gewaltbereite und Gewalt-ausübende Extremisten, die im Namen einer Religion agieren. Diesen Unterschied bitte ich zu beachten und Ernst zu nehmen.<<

Ich nehme das ernst, mit dem Hinweis, dass ich selber in weiten Kreisen der katholischen Religion, als Extremist gelte, weil ich Abtreibungen als Verbrechen verurteile. Das hat man mir schon mal als "verbale Gewalt" gegen Frauen ausgelegt. Das ist allerdings lächerlich.

Friedrich Kuhlau hat gesagt…

@Gerd:

Stell dir vor es gibt Dschihad und keiner geht hin, ist genauso wirkungslos wie das Original. Kriege wurden dadurch nicht verhindert und werden es auch nicht.

Stimmt nicht. Leider oder Gott sei Dank, je nachdem, auf welcher Seite man steht.

Versuchen Sie doch mal, heute im Westen einen Krieg à la 2. Weltkrieg zu führen. Selbst bei einem "Kriegerl" wie dem Irak-Krieg hat sich doch die Bush-Administration bis obhin angesch***en, als die ersten paar toten Soldaten heimgeflogen wurden, weil die Stimmung in Mdeien und Bevölkerung recht schnell zu kippen drohte. Deshalb auch die oberpeinliche Aktion "Action complished" von Georgieboy auf diesem Flugzeugträger ...

Warum ist das so? Weil im Westen die Leute nicht mehr mit Hurra-Patriotismus für irgendwas sterben wollen, sondern lächlend fragen: "Bin ich denn deppert, dass ich da mitmache?"

In nichtdemokratischen Gesellschaften (und dazu gehören letztlich alle islamisch geprägten!) ist es natürlich durch den ins Hirn implantierten Terror (der geschickt mit dem Zuckerbrot "Aber dafür seid ihr die Größten, die anderen sind bloß Christenhunde und Judenschweine bzw. gehören als Götzendiener sowieso massakriert" garniert wird) nicht so einfach.

Hier müssen mentale Schranken überwunden werden. Wer sich vor seinem Mullah in die Hosen machen muss, weil er weiß, dass der jederzeit ein paar Grenzdebile dazu bringen kann, einen zu steinigen, der muss erst seine Angst verlernen: und das geht am Besten durch Lächerlichkeit. Warum wohl fürchten alle Diktaturen nichts so sehr wie gelungene (!) Karikaturen und Witze? Weil sie dadurch ohne Kleider dastehen!

Das alles ist Ihnen, liebe Cassandra, nicht "christlich" genug? Nun, ich bin sicherlich deutlich weniger "christlich" orientiert als Sie, doch ich finde es wiederum auch nicht christlich-nächstenliebend, eine Riesengruppe von Menschen (ca. 1,3 Mrd.!) in den Klauen eines rigiden, gemieingefährlichen Psychoterrors zu belassen, wenn man ihnen auch helfen könnte, sich daraus zu befreien!

Wenn Ihnen dazu bessere und humanere Methoden einfallen, als Lächerlichmachung ihrer Bonzen und Potentaten, dann lassen Sie's mich wissen. Ich wäre für jeden Hinweis dankbar — denn mein Interesse, unter dem Damoklesschwert von Islamisierung und Bombenanschlägen zu leben, hält sich sehr in Grenzen.

Ich fürchte nur, "Dialogbereitschaft zeigen" wird dazu nicht ganz reichen ...

Alipius hat gesagt…

@ Gerd: Stimmt! Das ist lächerlich. Vor allem, wenn der Vorwurf der "verbalen Gewalt" tatsächlich von einem anderen Katholiken gekommen ist.

gerd hat gesagt…

@ F. Kuhlau
>>Warum ist das so? Weil im Westen die Leute nicht mehr mit Hurra-Patriotismus für irgendwas sterben wollen, sondern lächlend fragen: "Bin ich denn deppert, dass ich da mitmache?"<<

Aber nur so lange, bis der Mob, den man vorher im Internet lächerlich gemacht hat, lächelnd den Balkon ihres Eigenheimes, mitsamt der halben Familie und sich selbst in die Luft sprengt.
Und ja, spätestens dann werden sich die vorher lächelnden aufgeklärten Zeitgenossen vor Angst in die Hose machen und/oder nach Vergeltung rufen.

1. Wir befinden uns bereits im Krieg und das ist erst der Anfang.

2. Dieser Krieg wird nicht durch Witze und Karikaturen gewonnen oder verloren, sondern, wenn überhaupt (siehe Punkt 3) durch die Bestrafung der Täter, soweit man einen Selbstmordattentäter noch belangen kann. Strafverfolgung ist mühsam und langwierig. Das ist ein zusätzliches Problem aber nicht aus der Welt zu schaffen.

3. Die westliche Zivilisation wird nur überleben, wenn sie denn endlich zivilisiert auftritt. Da sehe ich erhebliche Defizite, (Abtreibung, Euthanasie, Selektion von behindertem Leben, Zerstörung der Familien, ect. Allein eine moralisch intakte Gesellschaft kann dem Terror die Stirn bieten. Also erst den Balken aus dem eigenen Auge ziehen und dann den Versuch starten, den Splitter beim Nachbarn zu entfernen.

Friedrich Kuhlau hat gesagt…

@gerd:

Sorry, Ihre Antwort ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar.

1. befinden wir uns nicht in einem "Krieg", sondern in propagandistisch hochgepushten Medienmeldungen über hirnlose Fanatiker, die (wenn man die Luft rausläßt) eigentlich ziemlich mickrig rüberkommen.

Irgendwie erinnert mich das ganze an den Medienhype über die "Massendemonstrationen am Tahrir-Platz" letztes Jahr, wo lt. medialer Lügenpropaganda "hunderttausende Menschen" zu Demonstrationen versammelt waren. Ach, nichts als Bullshit! Ein einfacher Blick in "google earth" (+ Kenntnis der Grundrechnungsarten) hätte nachgewiesen, dass sich das von den Quadratmetern garnicht ausgeht. Das lässt nur zwei Schlüsse zu:
- entweder sind die Redaktionen zu deppert zum Recherchieren, oder
- es passte in ihre Agenda, diese Übertreibung möglichst groß hinauszuposaunen.
Beides erfüllt mich nicht mit Freude.

Ja, es gibt "Aufruhr" im Sudan. So what?! Der Aufruhr würde blitzartig vorbei sein, wenn man dem dortigen Regime nachdrücklich klarmacht, dass es sich jede finanzielle und humanitäre Unterstützung und jeden Technologietransferstecken kann, wohin es immer will, wenn die Randale nicht beendet wird. Eine Stunde später ist die Lage friedlich, wetten wir?

Oder: dass wir uns von irgendwelchen Verrückten, die glauben, Flugzeuge zu sprengen ist cool, in einen Eincheck-Terror mit Ganzkörper-Scannern etc. treiben lassen, wo nette alte Damen erkennbar europäischer Abstammung gescannt werden, ob sie nicht ihren Urlaubsflieger in die Luft jagen wollen, statt gezielt jeden irgendwie südländisch aussehenden PAssagier wirklich nach Bomben zu filzen ...

O Gottchen! Wie könnte man doch bloß, das ist doch Diskriminierung! Nochmals: Bullshit! Ich gebe bei einem freilaufenden Pitbull-Terrier auch mehr Obacht als bei einem Chihuahua. Und jeder — außer er ist ein patentierter Gutmensch — wird dasselbe bei Menschen tun.

Sicher bleibt ein Restrisiko, aber das wird von den Medien und von den Regierungen mit großem Eigeninterresse maßlos übertrieben. Bei den ersteren, weil sie sonst keine Schlagzeilen hätten, bei den zweiteren, weil sie miese Ratten sind und die Verunsicherung der Bevölkerung perfekt in ihr Interesse an immer lückenloserer Kontrolle derselben passt. Denn wen man kontrolliert, der kann einen nicht absetzen — wie praktisch!

2. Der Medienhype (und ohne diesen Medienhype gäbe es 99% dieser Randalen nicht!) wird sehr wohl durch Lächerlichmachung entzaubert. Und damit uninteressant. D.h. es gibt in Zukunft weniger Hype und damit weniger Randale. Und zwar exponentiell nach unten.

3. "Abtreibung, Euthanasie, Selektion von behindertem Leben, Zerstörung der Familien" - ja, das sind alles brennende Probleme, da bin ich durchaus bei Ihnen! Aber ... dass eine Abtreibung ein Balken im Auge wäre, die Ermordung ausländeischer Diplomaten hingegen bloß ein Splitter, kann ich nicht so sehen, sorry.
(Forts.)

Friedrich Kuhlau hat gesagt…

@gerd: (Forts.)

Und was das Überleben betrifft: das wird die westliche Gesellschaft nur, wenn sie nicht so masochistisch in Devotionsbücke geht, sobald irgendein Turbanträger Allah/ den Propheten/ den Islam/ die Familienehre/ wasauchimmer (zutreffendes bitte ankreuzen) "beleidigt" vermeint, sondern mit gebotenem Nachdruck sagt: "Dass du dich deswegen beleidigt fühlst ist dein Problem, nicht unseres".

Ich käme nicht auf die Idee, in eine Moschee mit Schuhen hineinzugehen, da ich weiß, dass die das nicht wollen, und in der Moschee sind sie die Hausherren, und ich der Gast. Wenn in Wiener Kindergärten aber Weihnachtsfeiern verboten werden, weil das irgendwelche Moslems "verletzen" könnte, oder Schulessen in Wien ohne Schweinefleisch angeboten wird (Grund wie oben), dann kriege ich den dicken Hals!

Da reicht es einfach, Grenzen zu setzen und zu sagen: "ihr macht die Spielregeln in eurer Moschee, wir machen sie in unserer Schule. Wem es nicht passt, der kann gehen. Tschüss!"

Sie werden es nicht glauben, wie geschwind die Leutchen so eine Sprache verstehen! Nichts anderes sind sie nämlich von zuhause gewohnt, d.h.: nichts anderes, wenn sie Glück hatten! Wenn sie Pech hatten, war die Auspeitschungs- bzw. teinigungsbrigade am Ausrücken (ich kenne selbst einen Türken aus Anatolien, der vor der Ermordungs-Fatwah seines Dorf-Imams flüchten musste, und das war vor vielleicht 20-25 Jahren, nicht im "tiefsten Mittelalter!)

Sie wünschen sich in einem anderen Kommentar mehr Märtyrergesinnung unter uns Christen. Nun, es bleibe Ihnen unbenommen. Für meinen Teil achte ich Märtyrer zwar, gedenke selbst aber keiner zu werden. Und hätte die frühe Kirche bloß aus Märtyrern bestanden, gäbe es sie längst nicht mehr.

Passives Hinnehmen von Aggression und Beten allein wird jedenfalls unser Problem nicht lösen. Man muss ja auch nicht gleich einen 3. Weltkrieg entfesseln (obwohl das einigen leider in den Kram passen würde). Für gewöhnlich reicht nachdrckliches Auftreten und geschicktes Ausnützen der gegnerischen Schwächen völlig aus. Und derer gibt es im Islam mehr als genug. Man muss sich nur trauen, sie anzusprechen und den Gutmenschen, die das sofort als "Islamophobie" taxieren, den Mittelfinger zeigen.

Ach Gott, das ist doch alles soooo unchristlich, ich weiß!

Sorry, I couldn't care less ..

gerd hat gesagt…

>>1. befinden wir uns nicht in einem "Krieg", sondern in propagandistisch hochgepushten Medienmeldungen über hirnlose Fanatiker, die (wenn man die Luft rausläßt) eigentlich ziemlich mickrig rüberkommen.<<

Ein deutscher Diktator ist mit genau denselben Mitteln vor nicht ganz 80 Jahren an die Macht gekommen. Propaganda, Medien und hirnlose Fanatiker, brachten es fertig, im übrigen auch dadurch, dass sie eine Religionsgruppe lächelich machten, ein Volk in den Abgrund zu stürzen. Und ja, als die Luft raus war, stellte sich heraus, dass das alles ziemlich mickrig aber effektiv gewesen ist.

Ansonsten versteh ich ihren Ärger über die Folgen des radikalen und sicher hirnlosen Terrors. Allerdings wähle ich andere Mittel. Das können wir ja so stehen lassen.

Anonym hat gesagt…

Ohne mich jetzt genau auf die einzelnen Diskussionsbeiträge einzulassen: Wenn vorgeschlagen wird, Gewalttäter lächerlich zu machen - da bin ich sofort dafür, vor allem, wenn es im Sinne von Karl Kraus geschieht: "Die grellsten Erfindungen sind nur Zitate", hat er zu seinen "Letzten Tagen der Menschheit" geschrieben. Nun, wir leben im Zeitalter der Kommunikation, an Zitaten sollte es daher nicht mangeln, auch / erst recht nicht an potentiell oder tatsächlich lächerlichen Zitaten - die Geräte, über die wir kommunizieren, sind ja oft um Hausecken intelligenter als der Schrott, den wir uns mitzuteilen haben. Also fangen wir an, durchgeknallte Meldungen, wie etwa vor einigen Wochen "Paradeiser sind unislamisch!", so lange zu übertreiben, bis das Ergebnis so verrückt ist wie die Logik hinter einem gewalttätigen Mob (gleich welcher Couleur) - ich warte nur darauf, daß ein Karl Kraus unserer Tage ersteht und mit ihm ein neues Stück für "ein Marstheater".

Zwetschgenkrampus

Friedrich Kuhlau hat gesagt…

@gerd:

Aha, wenn alles nicht mehr hilft, dann wird die Nazi-Keule ausgepackt. Sorry, damit machen aber jetzt Sie sich ein bisserl lächerlich. Denn was immer man den Nazis nachsagen kann — dass ihre Intention gewesen wäre, die Juden und ihre Religion lächerlich zu machen, wohl kaum! Sie hassten, sie dämonisierten, die entmenschlichten — aber "lächerlich machen" ...?

Außerdem: wenn Sie die jetzige Mediensituation in Deutschland mit der Propaganda Goebbels vergleichen ("Ein deutscher Diktator ist mit genau denselben Mitteln vor nicht ganz 80 Jahren an die Macht gekommen"), so sollten Sie aufpassen, dass Sie nicht wegen Verharmlosung des NS-Regimes vor Gericht landen (wenn ich mich auch nicht bemüßigt fühle, Ihnen vehement zu widersprechen). Aber keine Angst, ich zeige Sie nicht an ... ;-)

Nochmals: ich kann nichts Schlimmes darin erblicken, wenn man Selbstmordattentäter z.B. durch so köstliche Karikaturen veräppelt. Und ich halte das auch für eine effektive Methode, einen Angreifer zu demotivieren. Den, nochmals (und hier kann ich "Zwetschgenkrampus" nur beipflichten!): "... fangen wir an, durchgeknallte Meldungen, wie etwa vor einigen Wochen "Paradeiser sind unislamisch!", so lange zu übertreiben, bis das Ergebnis so verrückt ist wie die Logik hinter einem gewalttätigen Mob".

"If you can't beat them, join them", sagt man in Amerika. Nun, dazu habe ich wenig Lust. Ich mag meine Vorhaut, und mein Bedarf, mich mit schwarzgekleideten Zelten zu umgeben, ist auch endenwollend. Also wähle ich lieber die Variante: "Mock them. Ridicule them!"

Das wird mir zwar ein Stirnrunzeln seitens des Moderators eintragen (schließlich mag er den Prof. D., der diesen Satz äußerte, nun wirklich nicht, was ich durchaus verstehen kann...) — doch was soll's: Sätze haben unabhängig vom Aussprechenden ein Eigenleben.

Anonym hat gesagt…

Politplatschquatsch: Verbot der Woche

Genial!