Mittwoch, 29. August 2012

Witzig...

Ein Leser schickte mir einen Link zu diesem Bild, welches offenbar irgendwo auf SpOn veröffentlicht wurde:


Meinen einzige Reaktion war eine sich vor meinem inneren Auge abspielende Szene: Irgendein kleiner, unbedeutender Pfarrer fragt Peter Wensierski, ob er denn in den vergangenen Monaten schon irgendetwas für arme Kinder getan habe. Darauf kommt die Antwort: "Ja! Natürlich! Ich schreibe ständig an den Haaren herbeigezogene, rufschädigende Artikel über die Kirche! Davon werden die Kinderbäuche in Afrika voll und die Kinderrücken in China und Indien wieder grade!"

Kommentare:

Cinderella01 hat gesagt…

Vor allem sollte der Spiegel doch mal hier nachfragen:
www.spiegel.de/wirtschaft/reichen-ranking-die-meisten-super-milliardaere-kommen-aus-indien-a-539784.html

Nur da trauen sie sich nicht. Da wir alle wissen, dass in Deutschland ein Bischof nicht sagen darf, dass sein Hauptanliegen Ehe und Familie sind, und dass er dafür betet, ist er für den Spiegel offensichtlich vogelfrei.
Die Szene glaubt halt, nachdem das mit dem "Absägen" bei Bischof Mixa geklappt hat, könnten sie sich jeden vorknöpfen, der nicht nach ihrer Pfeife tanzt. Das haben die Bischöfe jetzt davon, dass sie nicht hinter Bischof Mixa gestanden sind. Sie wissen jetzt, es kann jeden treffen.
Beten wir für Bischof Tebartz-van Elst, dass er standhaft bleibt.

Juergen hat gesagt…

Die Sache mit dem Artikelschreiben für gerade Kinderrücken ist in etwa das Gleich wie das Wassersparen in Deutschland. Wenn das macht, fängt es nämlich in der Sahelzone an zu regnen.
JAWOLL!

chiqitac hat gesagt…

Kommt bei SpOn unter "Spam"
http://www.spiegel.de/spam/

Da sind viele seeeeehr "witzige" Dinge...

MC hat gesagt…

Wenigstens bringt er den Kindern ein bisschen was mit. Wobei er ja vllt. den Kaviar verkauft und dann dafür was anderes gekauft hat.
Aber es stimmt schon. Die wahren Wohltäter sind eben doch die Leute, die darüber schreiben, andere sollen gut sein.

Chrysostomos hat gesagt…

Sorry, dass ich andrer Meinung bin. Der Limburger Bischof mag ja seine Qualitäten haben. Aber ich war neulich eben dort auf dem Domberg. Diese riesige Kapelle provoziert und die Reaktionen sind verständlich. Wozu braucht er die? Zum Meditieren genügt ein kleiner Raum. Und Privatmessen? Die Messen des Bischofs haben öffentlich zu sein. Wenn die Bischofskirche das Herz der Diözese ist, dann hat der Bischof dort möglichst oft zu erscheinen und (mit seinen Kanonikern) die Gottesdienste öffentlich zu halten. Der Dom ist direkt neben dem Bischofshaus. Da kann er in Hausschuhen rüber. Was spräche denn dagegen, wenn des Bischofs Gebetsleben häufiger öffentlich wahrgenommen würde? Seiner Glaubwürdigkeit würde es gerade in unserer Zeit sehr helfen.

Alipius hat gesagt…

"... haben ... zu sein..."? "... hat ... zu erscheinen"?

Ey, bei dem Tonfall kann sich ja der Schüller noch ne Scheibe abschneiden. Da wirkt das anfängliche "Sorry" - ehrlich gesagt - ein wenig matt.

Und eigentlich ist das ja auch keine andere Meinung, sondern ein anderes Thema. Man mag über den Domberg streiten können und wollen, aber ich denke, wir beide sind uns einig, daß der SPIEGEL - bei aller Kritik, die es grade noch unter den "Berechtigt"-Rettungsschirm schafft - hier mal wieder zur Treibjagd blasen will und daß sich so etwas einfach nicht gehört.

MC hat gesagt…

@Chrysostomos:

Ich denke man kann sich durchaus darüber streiten, ob die Lösung mit der Kapelle besonders glücklich ist. Das wäre vllt. auch anders möglich gewesen. Aber das zu beurteilen fehlen mir sowohl die Informationen als auch die Kompetenzen.

Hingegen muss man über das Dom-Argument sagen, dass man sich das nicht so einfach vorstellen darf. Immerhin reden wir hier nicht über eine kleine Kirche, sondern über eine Kathedrale mit auch historischem Wert. Ein solcher Ort muss verschiedenen Aufgaben entsprechen. So ist der Dom ja nicht nur ein Ort des Gebetes, sondern auch ein Touristenmagnet etc. Das heisst, man kann da nicht jederzeit alles nach Lust und Laune machen, sondern die verschiedenen Bereiche müssen aufeinander abgestimmt sein. Dazu kommen Punkte wie Alarmanlage, Heizug etc., die bei einem öffentlichen Gebäude erfüllt sein müssen. Kurz gesagt: Der Dom ist keine Privatkapelle, die einem Bischof, den Mitgliedern seines Haushalts und seinen Gästen nach Bedarf zur Verfügung steht.
Das aber braucht ein Bischof und das hat er auch selbst im Priesterseminar in Limburg.

Zudem muss man sagen, dass das vorgetragene Bischofsbild eher zu einem italienischen Provinzbischof aus dem 19. Jh. passt und nicht zum Hirten eines Flächenbistums aus dem 21. Jh.

Chrysostomos hat gesagt…

@alipius
klar bläst der Spiegel zur Jagd. Das wird er immer machen. Die Frage ist: Muß man ihm die Steilvorlage geben?
Ich gehe mit Schüller keineswegs konform. Aber ich erlaube mir, auch an Bischöfe Forderungen zu stellen, wie zb eben diese, möglichst oft beim öffentlichen Gebeht der Kirche anwesend zu sein. Bischöfe nur an Hochfesten im Dom pontifizieren zu sehen, ist schön, aber zu wenig. Man sollte den Bischof vor allem als Priester und weniger als Filialleiter im Konferenzbunker wahrnehmen.
Und damit bin ich schon bei meiner Antwort
@ MC
Ja, stimmt. Unsere Diözesen sind viel zu groß. Da ist ein echter Kontakt der Diözesanen zum Bischof gar nicht möglich.