Sonntag, 5. August 2012

Wir und Die

Schaut zuerst einmal bei Claudia vorbei und guckt Euch das Video an, in dem Atheisten/Religionslose erklären, warum sie gegen Abtreibung sind.

Claudias Reaktion: "Ich bin wahrlich in vielem anderer Meinung als Christopher Hitchens, Nat Hentoff, Ashley Sullivan, Robert M. Price, Don Marquis, Ahmed Arif und Kelsey Hazzard. Aber hier bin ich weitgehend einig mit ihnen."

Erstens. Und zweitens: Es gibt doch sicherlich noch weitere Bereiche, in denen zwischen Atheisten und Christen mehr Nähe herrscht, als man annehmen sollte. Wenn man mal die nicht ganz so gewagte These aufstellt, daß die Trennlinie EIGENTLICH nicht zwischen Atheisten und Chrsiten besteht, sondern zwischen okayen Menschen und @$$#ø£€$, dann ist auf dieser Welt sehr viel möglich.

Vorausgesetzt, man lernt Respekt und lehnt den Anderen als Menschen nicht alleine schon deswegen ab, weil er Christ oder Atheist ist. Genau das tun die nicht-okayen Menschen nämlich, die Fanatiker, die Größenwahnsinnigen, die Bösen. Und es sind in der Regel auch diese, die immer viel zum Sprechdurchfall in Foren und Kommentarbereichen beitragen, aber wenig zu einer Welt, in der - oh Wunder! - Atheisten und Gläubige sich gemeinsam arrangieren und engagieren können.

Alles, was beide Seiten lernen müssen ist, daß es niemals das Paradies auf Erden geben kann, daß Beleidigt-Sein keine Auszeichnung ist, daß man mit Aggressivität Unsicherheit ausstrahlt und daß man seine Sicht der Dinge denjenigen, die diese Sicht nicht teilen, nicht mit Gesetzen ins Herz legen kann sondern nur durch glaubwürdiges Zeugnis.

Kommentare:

Herminator hat gesagt…

Ich gebe dir Andreas Müller:
http://www.terryrotter.de/feuerbringer/

Hardcore-Atheist, aber ich stimme ihm in vielem Anderen doch zu!

Schalom
HErmann

U.P. hat gesagt…

Das wundert mich gar nicht, nicht nur wegen persönlicher Erfahrung, sondern auch deswegen nicht, weil Atheisten ja keine "kanonisierte" Gemeinschaft sind, die Glaubensbekämpfung als Sektencredo pflegt wie die Zeugen S.-Salomons o.ä.)
Pragmatische Bündnisse bei politischen und anschaulichen Einzelfragen würde ich auch begrüßen, zum Beispiel eben in bezug auf Abtreibung, Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit u.s.w.
Gerade beim Lebensschutz dachte ich das wieder, als ich Videos von italienischen Lebensschützern dieses Jahr sah;das war eine recht gemischte Ansammlung, in dem sich Christen zwar z. T. kenntlich machten, aber eben ohne diese (auch mir mitunter) allzu überfrachtet und spezielle Form der "tausend Kreuze".
Das ist jetzt keine Kritik, aber für ein breiteres, vielschichtigeres Bündnis für ein durchaus nicht nur explizit christliches Anliegen, könnte man schon die Schwelle etwas etwas tiefer legen, indem man die Form nicht so (über-)symbolisiert.

Imrahil hat gesagt…

Ob man eine Trennlinie zwischen Atheisten und Christen oder zwischen Katholiken und Nichtkatholiken etc. pp. aufstellen darf, sei mal dahingestellt.

Eine Trennlinie zwischen okayen und nicht-okayen Menschen, muß aber notwendig in folgende Richtungen ablaufen:
1. Wir sind alle Sünder.
2. Wir sind alle okay, zumindest jeder einzelne.

(Nr. 2 ist übrigens auch richtig.)

Nach menschlichem Ermessen kann es in gewissem Sinne Ausnahmen von Nr. 2 geben, vor allem in dem Aspekt der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung (das sind dann einige Schwerstverbrecher), die aber nie soweit kommen, daß sie wirklich eine bekämpfbare Partei bilden.

Und insofern: Wenn es schon Parteiungen geben muß (was man sicherlich teilweise, aber nicht ganz verhindern wird können), diese Art von Parteiung wird nicht funktionieren.

Also muß man doch wieder andere Kriterien hernehmen.

Daß in diesen Parteiungen der Gegner dann anständig zu behandeln ist, versteht sich von selbst.