Freitag, 31. August 2012

Wer braucht schon gesunden Menschenverstand,...

... wenn es doch die Möglichkeit gibt, vor Gericht zu ziehen?

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Ich hab schon auf diese Klage gewartet. Hat irgendwie viel länger gedauert aks ich dachte.

Aber warum wird nicht in Köln verhandelt? Da sind doch die Erfolgchancen viel höher.

Cassandra hat gesagt…

Seit dieser Beschneidungsdebatte hab ich mit so was gerechnet. Ist nur konsequent.

Ab 14 soll man selbst über Ohrlöcher entscheiden? Wieso? Volljährig wird man mit 18.

Raphaela hat gesagt…

Daß die Eltern auf Schmerzensgeld klagen, weil das Ohrlochstechen wehgetan hat, ist tatsächlich ziemlich abstrus. Aber daß grundsätzlich wenigstens in Frage gestellt wird, ob es OK ist, einem Kleinkind Löcher in die Ohren zu stechen, dem kann ich doch etwas abgewinnen. Es geht ja hier um einen rein kosmetischen Eingriff ohne jede religiöse Bedeutung. Und auch wenn nichts passiert (etwa Abfaulen der Ohrläppchen, wie im Artikel angesprochen), die Löcher sind fürs Leben, und kein Elternteil kann wissen, ob sie ihrem erwachsen gewordenen Kind dann nicht vielleicht zuwider sind.

Ich jedenfalls bin dankbar, daß meine Mutter das bei mir nicht hat machen lassen. Und ich hatte sie mir als Kind auch "so sehr gewünscht", später aber erkannt, daß ich mir eigentlich aus Ohrringen rein gar nichts mache und daher froh bin, daß ich eben keine häßlichen Löcher in den Ohren habe.

Alipius hat gesagt…

@ Raphaela: Sehe ich genauso. Ich erblicke den Wahnsinn auch weniger bei den Gerichten, die sich nun praktisch gezwungen sehen, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob man 3-Jährigen Ohrlöcher stechen darf, als bei den Eltern, die es nicht schaffen, diese Frage selbst entweder mit "Nein" zu beantworten oder zu den Konsequenzen zu stehen, wenn sie sie mit "Ja" beantworten.

Anonym hat gesagt…

Ich finde es sehr bedenklich, dass hieraus eine Frage nach Körperverletzung gemacht wird. Was dürfen Eltern zukünftig für ihre Kinder denn noch entscheiden? Wird es irgendwann auch problematisch werden, wenn Eltern eine Entscheidung für operative Eingriffe etc für ihr Kind treffen müssen? Die ja immer auch Risiken bergen. Sind die als Körperverletzung dann auch nicht mehr zulässig, sondern nur noch eine Explantation? Damit das Kind der Gesellschaft noch was nützt...? Lieber tot, aber dafür körperlich unversehrt... Äh...

Sind Ohrlöcher in sich schlecht? Nein, also sollten die Eltern das entscheiden können.

Wenn ich die Entscheidung für Ohrlöcher nicht den Eltern des Kindes überlassen kann, dann auch nicht die Entscheidung über Operationen. Und wenn das eine in Abrede gestellt wird als Entscheidungsbefugnis, wie lange dauert es noch, bis das andere folgt?