Donnerstag, 23. August 2012

Mehr Moscheen? Mehr Christus!

Für ein wenig Aufregung hat dieser Tage eine Umfrage unter türkischen Migranten gesorgt.

Die ergab nämlich, daß die Zahl derjenigen Migranten, die auf die Aussagen
  • "Der Islam ist die einzig wahre Religion"
  • "In Deutschland müssen noch mehr Moscheen gebaut werden"
  • "Ich wünsche mir, daß in Deutschland irgendwann mehr Muslime als Christen wohnen werden"
mit "Ich stimme zu" antworteten, seit 2010 gestiegen ist.

Hier die entsprechende Grafik:


Die Aufregung versteht ich nun nicht so ganz. Sollte nicht jeder normale Gläubige der Meinung sein, daß seine Religion die wahre ist? Sollte nicht jeder normale Gläubige sich wünschen, daß mehr Häuser gebaut werden, in denen sein Gott verherrlicht wird? Sollte nicht jeder normale Gläubige wünschen, daß seine Religion eines Tages nicht nur in einem bestimmten Land sondern auf der ganzen Welt die verbreitetste ist?

Wichtig ist doch nur, was man tut, um diese Wünsche Realität werden zu lassen. Jagt man Anhänger anderer Religionen mit Drohungen und Gewalt aus dem Land? Verunmöglicht man ihren Gottesdienst durch Abbrennen ihrer heiligen Stätten? Erschwert man ihnen das Praktizieren ihres Glaubens durch Gesetze? Wenn ja, dann sollte man sich fragen, was für eine hohe Meinung man eigentlich vom eigenen Gott hat, wenn man dessen Offenbarung und Lehre nicht genug Vertrauen schenkt, sondern meint, alles selbst in die Hand nehmen zu müssen.

Die Offenbarung und die Lehre Jesu Christi jedenfalls motivieren mich nun nicht grade dazu, all jene, die nicht an Christus glauben, zum Teufel zu wünschen (oder gar zu schicken). Im Gegenteil: Ich sähe sie alle viel lieber im Himmel. Daher gehe ich auch jeden Morgen mit einem guten Gefühl und einem Lächeln aus dem Haus, weil ich weiß, daß Christus es seit 2000 Jahren fertigbringt, die Menschen an sich zu ziehen. Da schafft's auch ein kleiner Wiener Innenstadt-Kaplan wie ich, sich nicht zu sehr verwirren zu lassen.

Wir Christen haben jedenfalls keinen Grund, uns vor mehr Moscheen und mehr Muslimen zu fürchten. Fürchten müssen wir taufscheinkatholische Christusferne, die dazu führt, daß die Menschen nicht im Alltag frisch, fromm, fröhlich und frei ihren Glauben leben, sondern daß sie es bedenklich finden, wenn Angehörige einer Weltreligion sich wünschen, daß ihre Religion überall wächst und gedeiht. Haben wir uns wirklich schon so sehr daran gewöhnt, uns für unser Dasein als Katholiken bzw Christen schämen zu müssen, daß wir es nicht mehr verstehen, wenn andere sich ihrer Religion nicht schämen?

Klar und offen und ehrlich: Mir persönlich ist jede Moschee, die in Deutschland oder Österreich gebaut wird, eine Moschee zuviel. Aber nicht, weil ich etwas dagegen habe, wenn Angehörigen anderer Religionen die Möglichkeit gegeben wird, ihren Glauben auszuüben. Sondern weil dies für mich bedeutet, daß dort, wo diese Moschee gebaut wird, ein ganzer Haufen von Menschen noch nicht erfolgreich mit der Wahrheit bekannt gemacht wurde, die Jesus Christus ist.

Daß diese Menschen mit dieser Wahrheit nicht erfolgreich bekannt gemacht wurden, wundert mich andererseits überhaupt nicht, wenn ich mir das deutsche oder österreichische Kuschel- und Baukasten-Christentum angucke, welches den Leuten häufig keine ehrlichen Antworten auf brennende Fragen bietet, sondern nur Bestätigungen ihrer momentanen Empfindsamkeiten und Lebenssituationen.

Kommentare:

U.P. hat gesagt…

Punktlandung, vielen Dank!

Frater sejunctus hat gesagt…

dito!

;-)

Cinderella01 hat gesagt…

In München funktioniert das genau so, seit 1683!

http://beiboot-petri.blogspot.de/2012/08/maria-ramersdorf-zweimal-taglich.html

Morgenländer hat gesagt…

Gut gedacht, gut gesagt, danke!

Lisje Türelüre aus der Klappergasse hat gesagt…

"Wir Christen haben jedenfalls keinen Grund uns vor mehr Moscheen und Muslimen zu fürchten."
Hallo? Ich fürchte mich vor Moscheen, weil dort - wie in Bonn, während des NRW-Landtagswahlkampfes geschehen- die "Gläubigen" über die Anatomie des Menschen und die Schutzkleidung eines Polizisten aufgeklärt werden. Später hatte der Polizist Glück und das Messer des "Gläubigen" verfehlte die Hauptschlagader seines Beines nur um Millimeter. In Solingen sammelte man in der Moschee über Tage hinweg Steine, mit denen die Polizei beworfen wurde, da an Ort und Stelle keine Steine vorhanden waren. Zu schlechter Letzt bleibt festzuhalten, daß der Grund, auf dem eine Moschee steht, endgültig zur Umma gehört (also z.B. aus Deutschland ausgegliedert ist) und notfalls mit Waffengewalt verteidigt werden muß. Ganz zu schweigen, von den Belästigungen, die eine Moschee für die deutschen Nachbarn mit sich bringt.
Lieber Herr Alipius: ich gönne Ihnen das Leben in einem schönen Kloster mit angeschlossenem Paralleluniversum. Aber ein wenig Mitgefühl und Solidarität wäre nicht schlecht.

Alipius hat gesagt…

@ Lisje: Stimmt... Hat man, wie in Bonn und Solingen, von zwei Moscheen gehört, weiß man gleich, wie es in allen zugeht. Soll ich jetzt ganz doll viel Mitgefühl und Solidarität beweisen und zur Abschaffung aller Moscheen aufrufen statt zur Neuevengalisierung? So beweise ich doch nur, daß ich meinem Gott und unseren Gebeten ebensowenig traue, wie gewaltbereite Muslime dem ihren.

Cassandra hat gesagt…

Straftaten begehen nicht nur Moslems. Vor einer Moschee an sich muss man sich nicht fürchten- vor einigen der Besucher schon.
Ich habe jahrelang in einer Strasse mit einer Moschee gewohnt, in der Nachbarstrasse war noch eine und bin weder mit Steinen beworfen worden noch mit Messern attackiert.
Da sollte man differenzieren.

Unser Gemüseladen wurde von einem der Moscheevereinmitglieder betrieben und weder Gurken noch Tomaten waren vergiftet.

Die Inhaberin hatte ein halbes Leben in Deutschland gelebt, sprach Deutsch auf gehobebem Niveau (mit Akzent, aber was soll`s?), war an ihren Mitmenschen durchaus interessiert, ihre Tochter besuchte den evangelischen Kindergarten etwas weiter runter die Strasse und sie hatte noch nie gehört, dass Christen eine Fastenzeit kennen. Das es so was gibt hat sie völlig überrascht. Sie stellte eine Menge Fragen dazu. Eine war, warum das im Kindergarten denn nie thematisiert wird. Ich habe die Pastorin gefragt (man kannte sich halt im Viertel) und sie sagte, dass man das aus Rücksicht auf die islamischen Kinder nicht ansprechen würde.
Das ist falsch verstandene Rücksicht. Aber an wem liegt das? Ich kann wohl kaum die Moschee dafür verantwortlich machen, oder?

"Zu schlechter Letzt bleibt festzuhalten, daß der Grund, auf dem eine Moschee steht, endgültig zur Umma gehört (also z.B. aus Deutschland ausgegliedert ist) und notfalls mit Waffengewalt verteidigt werden muß."
Sieht das die Bundesrepublik genauso? Nicht jedes Wunschdenken ist Realität. Und auch gebäude, in denen Moscheen sind, werden gelegentlich abgerissen. Die allermeisten Moslems kommen meinem Eindruck nach damit auch recht gut klar wenn ein Mietvertrag ausläuft.

"Ganz zu schweigen, von den Belästigungen, die eine Moschee für die deutschen Nachbarn mit sich bringt."

Die beiden Moscheen waren recht friedliche Nachbarn. Im Gegensatz zu einigen der lieben Nachbarn waren die zumindest nicht besoffen.
Fast alles mit Publikumsverkehr (egal ob Jugendzentrum, Kindergarten, Kirche oder Moschee) brigt ein gewisses Mass an Störungen mit sich. Das liegt dadran, dass da Menschen rumlaufen.

Helene hat gesagt…

Vor vielen Jahren lernte ich ein
russisches (halbwegs deutschsprechendes) Ehepaar aus
Moskau kennen, beide Naturwisssen-
schaftler, in hohen Uni-Positionen, humanistisch hochge-
bildet, von großer menschlicher Herzensgüte.
Gleichzeitig jedoch eingetragene
Mitglieder der Kommunistischen Partei der UdSSR, u.zw. aus Über-
zeugung!
Soll ich nun schlußfolgern, daß der Kommunismus eine "harmlose" Ideologie ist, weil diese beiden
Personen so großartige Menschen
sind bzw. waren?(Der Zusammenbruch
hat ihr schlußendlich buchstäblich
das Herz gebrochen, als der große
Lebensirrtum offenbar wurde.)

Cassandra hat gesagt…

Vielleicht sollten Sie schlussfolgern, dass nicht jeder Kommunist sofort jeden Nichtkommunisten an die Wand stellen und standrechtlich erschiessen möchte.
Man kann eine solche Begegnung nutzen, vielleicht auch mal den Kapitalismus in Frage zu stellen (die katholische Soziallehre bietet da durchaus Anknüpfungspunkte) und zu fragen, wie viele Tote er eigentlich verursacht.

Lisje Türelüre aus der Klappergasse hat gesagt…

@ Helene
Sie haben völlig recht !!
Es gibt Menschen, die wollen es nicht verstehen !