Dienstag, 24. Juli 2012

Schaf nur, wenn es mir paßt!

    Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Die "Besorgten Christen Ruhstorf" (siehe hier) wollen mir noch nicht so ganz aus dem Kopf.

Erkläre einigen katholischen Laien, was die Schaf/Hirte-Beziehung im Kontext unseres Glaubens zu bedeuten hat, und die Mehrheit von ihnen wird trotzdem maulen: "Wir sind aber keine Schafe!"

Gib katholischen Laien die Gelegenheit, sich mediengerecht zu echauffieren, Opfer zu spielen und eigene Wünsche und Vorzüge gegen die Einheit in der Kirche auszuspielen, und sie werden sich mit Freuden wie Schafe benehmen.

Viele Stimmen im Internet sagen, die Art und Weise, wie die Ruhstorfer nun über ihren Pfarrer Andreas sprechen, rufe ungute Assoziationen zu einer Sekte wach. Das war auch der Eindruck, der sich mir zuerst aufdrängte.

Zum Sektenwesen (wenn wir mal bei diesem Bild bleiben wollen) gehören aber natürlich ebenfalls "Hirten" und "Schafe".

Dieser ganze "Wir sind Kirche und wir sind intelligent und wir sagen dem Bischof jetzt mal, wie er seinen Laden bitteschön zu führen hat"-Aufruhr hat meiner Meinung nach daher auch weniger damit zu tun, daß die Leute keinen Hirten haben möchten, sondern daß sie sich ihren Hirten entweder selber backen möchten oder - wenn er ihnen gestellt wird - ihn wenigstens so zurechtschrauben wollen, daß er IHNEN immer gibt, was SIE wollen.

Wenn dann ein Weinstock/Reben-Abhängigkeitsverhältnis zustandekommt, dann liegt das (auch bzw vor allem) daran, daß der Pfarrer einfach nicht rechtzeitig die Bremse getreten und den Leuten ein paar Dinge erklärt hat.

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