Dienstag, 3. Juli 2012

Beschnitten...

In seinem neuesten Artikel zum Thema Beschneidungsurteil zitiert Joseph Bordat Hans Michael Heinig, der im Verfassungsblog fragt:
    Welches Signal geht weltweit davon aus, dass ausgerechnet in Deutschland nun ein strafrechtliches Beschneidungsverbot bestehen soll? Dass Juden für die Beschneidung Deutschland verlassen müssen, um ihre Religion entsprechend den eigenen Lehren leben zu können?
Bordat empfiehlt:
    Zweimal täglich eine Minute drüber nachdenken. Dann lässt der Jubel über das Urteil nach.
Kommt drauf an, was man sich von dem Urteil erhofft. Wenn ich mir diverse Kommentare zum Urteil anschaue, dann befürchte ich, daß viele Leute auf den richtigen Jubel erst noch warten, nämlich auf den, der auf weitere Beschneidungen [** ho-ho-ho **] der Religionsfreiheit folgt.

Ein Freund aus den USA fragte mich, nachdem er von dem Urteil gehört hatte, ob es nicht seltsam sei, daß ausgerechnet in Deutschland ein Urteil gefällt wurde, welches für die Juden so unvorteilhaft ist. Ich antwortete, daß da mittlerweile eine Verschiebung der Prioritäten stattgefunden hat: Nachteile für Juden sind okay, so lange sie auf ein Urteil folgen, welches man als ein Urteil gegen die Religion (also das Mittelalter) oder gegen die Religionsfreiheit (also das Öffentlich-Sein einer eigentlich streng privaten Sache) bejubeln kann.

Wer's gerne deftiger (aber dafür aus der Sicht eines Juristen) mag, der kann sich diesen Artikel zum Thema bei Johannes reinziehen.

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