Samstag, 23. Juni 2012

Seelenfrieden...

In der SZ vom Freitag, den 22. Juni gibt es einen Bericht über die letzte Welle antichristlicher Gewalt in Nigeria, welche dieses Mal von den Christen nicht widerstandslos hingenommen wurde.

Christliche Jugendliche werden mit den Worten zitiert:
    Genug ist genug! Wir sind an die Wand gedrängt worden und wir haben keine andere Wahl, als unseren Glauben und uns selbst zu verteidigen.“
Eine Wahl haben sie natürlich schon. „Verteidigen“ dürfen sie sich und ihren Glauben selbstverständlich. Die Frage ist allerdings, ob hier tatsächlich Selbstverteidigung vorliegt, oder ob es sich um Vergeltung handelt. Selbstverteidigung ist gemäß der katholischen Morallehre gestattet. Die Intention muß dabei aber tatsächlich immer die Verteidigung der eigenen Gesundheit/des eigenen Lebens sein und nicht das Verletzen oder gar Töten des Angreifers. Wenn als Folge eines nur auf die Erhaltung der eigenen Gesundheit ausgerichteten Aktes der Selbstverteidigung der Angreifer einen körperlichen Schaden erleiden oder gar sterben sollte, dann ist dies zwar nicht erfreulich, aber unter den gegebenen Umständen auch kein Verbrechen, da zu keinem Moment beabsichtigt. Ein gewisses „In Kauf Nehmen“ ist schon irgendwie dabei, da Selbstverteidigung im Ernstfall nicht körperlos abläuft. Aber wenn dem Aggressor etwas zustößt, dann gehört das meiner Meinung nach zu dem von ihm zu verantwortenden Risiko, dem man sich als Aggressor eben aussetzt.

Wenn nun junge Christen in Nigeria auf die Pirsch gehen und sich an Muslimen vergreifen, dann ist das nicht wirklich Selbstverteidigung, es sei denn, es gibt eine Art präventiver Selbstverteidigung, bei der man so richtig die Sau rauslassen darf. Davon habe ich aber noch nichts gehört. Die Aktionen der Christen in Nigeria sehen für mich ganz klar nach Vergeltung aus. Logo: Man kann jetzt hier in Deutschland, wo die Salafisten noch in der Planungs-Phase sind, über ihre Vorzeige-Komödianten perspektivlose Jungspunde mit Identitäts-Defizit und Auftrags-Bedürfnis als Konvertiten einheimsen und erst einmal nur kleine Terrorismus-Versuchsballons gegen die Polizei loslassen, locker über die Situation in Nigeria urteilen bzw Gewaltlosigkeit predigen und fordern. Aber ich denke, wir handeln nicht falsch, wenn wir dies tun, auch wenn wir nicht in der Haut gewaltsam verfolgter Christen stecken. Denn die Friedfertigkeit und die Feindesliebe sind nun mal der Weg unseres Herrn, und sie sind, wie ich schon mal irgendwo an anderer Stelle sagte, auf lange Sicht viel attraktiver als das hohle „Wir kriegen Euch alle“-Im-Dunklen-Gepfeiffe verunsicherter Bübchen, die als Antwort auf ihre eigenen Probleme nicht die Cojones geraderücken und eine Initiative ergreifen, die ihnen und der Allgemeinheit nutzt, sondern nur die Gewalt gegen vermeintlich Schuldige und tatsächlich Andersglaubende kennen.

Satans Fingerpuppe Abubakar Shekau von Boko Haram hat laut dem SZ-Bericht in einer Video-Botschaft gesagt:
    “Ich finde Vergnügen daran, jeden zu töten, den Gott mir zu töten befiehlt – so, wie ich Vergnügen daran finde, Hühner und Schafböcke zu töten.“
Er verlangt, daß die Christen des Landes zum Islam übertreten sollen, anderenfalls werden sie “nie wieder Seelenfrieden finden“.

Und hier kapiert nun wirklich jeder, wo genau der Seelenfrieden nicht existiert: Nämlich bei den islamistischen Bekloppten, die nachts kein Auge zukriegen, weil irgendwo ein paar Kilometer weiter noch Leute existieren, die sich nicht zum islamischen Glauben bekennen und dennoch ihren Kopf auf den eigenen Schultern herumtragen. Was soll das denn bitteschön für eine Welt sein, in der es nur noch Muslime gibt, von denen aber ein Großteil sich nicht für diesen Glauben entschieden hat, sondern zu diesem Glauben gezwungen wurde und seine Regeln auch nur einhält, weil sonst machetenschwingende Bananenbieger antanzen und ein Blutbad anrichten? Kann man sich selbst kleiner machen und kann man zu seinem Gott weniger Vertrauen haben? „Allah ist so groß, wie unsere Waffen ihn machen!“ Diese armen, bemitleidenswerten Seelen...

Dann doch lieber das christliche Wangen-Spielchen. Denn dieses zeigt, daß es in der Tat einen Seelenfrieden gibt. Dieser entsteht dort, wo der Mensch eine persönliche Beziehung zum wahren Gott Jesus Christus pflegt. Diese Beziehung gibt Glaube, Hoffnung und Liebe und darüber hinaus auch die Kraft, blindem Haß mit etwas Höherem, mit etwas Gültigerem, mit etwas Strahlenderem zu begegnen als mit dem alten „Wie Du mir, so ich Dir“.

Kommentare:

damasus hat gesagt…

Aber das ist ja nicht die Sorge der SZ. Für deren Redakteure ist nur ein toter Christ ein guter Christ und Moslems haben jedes Recht, kopfabschlagend um sich zu hauen- das ist eben ihre Kultur ( und die gehört nach deren Dafürhalten auch zu Deutschland. Niemand versteht das besser als Chefredakteur Heribert P. und die von ihm abhängigen Lohnschreiber.

L. A. hat gesagt…

Volle Zustimmung!

Notwehr ist selbstverständlich legitim, Vergeltung nicht.

Mir ist auch bewußt, daß sich das hier ungleich leichter vertreten läßt als in Nigeria. Aber ich muß an eine Soiree mit dem koptischen Bischof Anba Damian denken, was mir jetzt noch Gänsehaut bereitet.
Mit welcher Glaubenskraft die koptischen Christen diese andauernde Brutalität islamistischer Hohlköpfe ertragen, war mehr als beeindruckend. Natürlich gibt es Zorn und Trauer, aber man läßt sich nicht zum Haß hinreißen, man wirft nicht mal verbal alle Moslems in einen Topf, obwohl die Übergriffe wirklich erschütternd sind. Ich bin immer noch sehr dankbar für diesen Abend, das war ein großer Ansporn.

Cassandra hat gesagt…

"Wenn nun junge Christen in Nigeria auf die Pirsch gehen und sich an Muslimen vergreifen, dann ist das nicht wirklich Selbstverteidigung, es sei denn, es gibt eine Art präventiver Selbstverteidigung, bei der man so richtig die Sau rauslassen darf."

Ich kenne den Artikel nicht und weiss daher nicht, wie weit Borstenviecher erst rausgelassen und dann durch's Dorf getrieben werden.

Ich sehe schon einen gewissen Spielraum, was die Notwehr angeht. Wenn die Erfahrung gezeigt hat, dass zwischen dem sprichwörtlichen usammenrotten des Mobs und den ersten Toten/Verletzten/abgebrannten Häusern ein Zusammenhang besteht, dann kann es uU gerechtfertigt sein, bereits das Zusammenrotten zu stören. Das heisst nicht, dass man bombenwerfenderweise loszieht, aber ein deutliches Signal "das werden wir nicht zulassen" kann in so einer Situation schlimmeres verhindern.

Was aber nicht rechtfertigt wenn man abwechselnd überfällt und "du hast aber angefangen!" zubrüllt.

Aber hier aus dem sicheren Europa lässt sich leicht bei einer Tasse Tee drüber reden, was man tun sollte.