Samstag, 2. Juni 2012

Mehr Pfingsten, weniger Gremien...

Weihbischof Athanasius Schneider (Astana/Kasachstan) redete in Maria Vesperbild Tacheles:
    "Je mehr Gremien, je mehr Sitzungen, je mehr Furcht und Minderwertigkeitskomplexe vor der öffentlichten Meinung, vor dem politisch Korrekten, desto weniger echte Reform der Kirche, desto weiter ist man vom wahren Pfingsten entfernt."

    ...

    Eine große Wunde stelle für Schneider die weitverbreite Art des Kommunionsempfangs dar, wo der "anbetungswürdige Leib Christi, in dem die ganze Majestät der Gottheit in der so kleinen und zarten Hostie gegenwärtig ist, ohne erkennbar sakralen Anbetungsgesten empfangen wird." Dies hinterlasse den Eindruck, als ob hier eine gewöhnliche Speise behandle. "Wie gross ist der Kontrast zwischen der heute weitverbreiteten Form der Handkommunion mit ihren minimalsten Zeichen der Anbetung auf der einen Seite ,und den herrlichen Beispielen aus der Heiligen Schrift und den Beispiel der Katholiken aus den vergangenen zweitausend Jahren, und auch den Beispielen unserer eigenen Vorfahren, Eltern, Grosseltern auf der anderen Seite!"
Da rennt der gute Weihbischof bei mir insofern offene Türen ein, als daß ich selbst ohne den Vergleich mit dem Kommunionsempfang aus 2000 Jahren heute nicht selten das Gefühl habe, daß der Empfang der Hostie so eine Art "Abhol-Aktion" ist, an welcher man als Gläubiger entweder teilnimmt, weil's die Anderen eben auch machen oder weil man schließlich ein "Recht" darauf hat.

Ich will jetzt nicht kategorisch die Möglichkeit ausschließen, daß auch Gläubige, die die Heilige Kommunion im Knieen auf die Zunge empfangen, so emfinden, erkenne aber ganz klar in den persönlichen Gesprächen, die ich immer wieder führen kann, daß diese Möglichkeit verschwindend gering ist.

Es ist zumindest von den Gemeindemitgliedern, die die Mundkommunion praktizieren, noch nie eines auf mich zugekommen, um irgendwelche Forderungen bzgl des Kelches oder der Selbstintinktion zu stellen oder darauf hinzuweisen, daß sein Befindlichkeits-o-Meter irgendwo zwischen "gedemütigt" und "geschändet" pendelt, weil der Papst in seinen Liturgien die Mundkommunion vorzieht oder Kardinal Ranjith sich gegen die Praxis der Handkommunion in seiner Diözese ausspricht.

Kommentare:

gerd hat gesagt…

Natürlich ist es dem Satan ein Anliegen, den Leib des Herrn als gewöhnliche Speise durchzuwinken. Er hasst es, wenn sich die Menschen klein machen, so wie er es hasst, dass Gott sich klein gemacht hat. Mit der Einführung der Handkommunion hat er einen Fuss in die Tür der Kirche gestellt, den er nicht freiwillig wieder heraus nehmen wird. Durch dies entstandene Öffnung kommen all die bösen Folgen der Handkommunion. Ehrfurchtslosigkeit und die Unwissenheit der Gläubigen sprechen eine beredte Sprache. Den Leib des Herrn zu Schleuderpreisen verschachern: Wehe wenn ich auf das Ende sehe!

L. A. hat gesagt…

Ich würde dafür plädieren, die kieende MK samt Patene und vollständigen Kreuzsegen statt dem lakonischen "der Leib Christi" ab der Erstkommunion wieder zum allgemein verbindlichen Empfang einzuführen und die Kinder dann nur noch so praktizieren.
Mit einem zeitlich begrenzten Indult für die, die sich wegen der langen Gewohnheit nicht von der HK trennen mögen, könnte ich in bezug auf die FO leben, so daß diese katechetisch zur MK hingeführt werden könnten.
Schön wäre auch, wenn es bei den Papstmessen generell für alle nur noch MK gäbe, jetzt entsteht leicht der Eindruck, man knie explizit wegen dem Hl.Vater nieder.

Vincentius Lerinensis hat gesagt…

Würde mich auch sehr wundern, wenn Mundkommunikanten sich darüber beschweren würden, daß es beim Papst nur Mundkommunion gibt :-)