Dienstag, 29. Mai 2012

Nanu?

Michael Schmidt-Salomon machte während der Tagung "Die atheistische Perspektive: national, regional, global" in Köln laut kath.net dieses Statement:
    Der Atheismus an sich habe keine Perspektive, da er nur unhaltbare religiöse Annahmen verneine, aber selbst keine Orientierung biete. Zudem sei der Atheismus auch nicht notwendig human – die Geschichte habe gezeigt, dass er barbarisch sein könne.
Interessant.

Von Schmidt-Salomon stammen - ebenfalls lauf kath.net - auch folgende Aussagen:
    Christen wirft er „idiotische Verseuchung“, „religiotische Hirnwürmer“ und „rituellen Kannibalismus“ vor. Papst Benedikt XVI. attestiert er eine „schwerwiegende Form von Wahnsinn“.
Okay, man darf also davon ausgehen, daß Schmidt-Salomon der Meinung ist, daß auch Religion barbarisch sein kann, so wie gläubige Menschen wissen, daß sowohl Atheismus als auch Religion barbarisch sein können.

Erkennen wir einen Unterschied?

Irgendjemand?

Die Klasse?

Bueller?

Richtig: Der an einer "schwerwiegenden Form von Wahnsinn" leidende Papst der Katholiken ermuntert nicht nur seine Schäfchen sondern alle Menschen pausenlos, ein anständiges, an Glauben und Vernunft orientiertes Leben zu führen.

Der Papst der deutschen Atheisten fällt in der Regel durch Polemik gegen Glaubende, durch Beschimpfungen und durch alberne Kinderbücher auf und dadurch, daß er ausgerechnet die glaubenden Menschen von ihrem Glauben abbringen will.

Die Logik hier scheint folgendermaßen zu funktionieren: Es sind vielleicht (oder sogar mit ziemlicher Sicherheit) nicht alle glaubenden Menschen gefährlich, aber um sicher zu gehen, daß die religiöse Barbarei nicht wieder ihr häßliches Haupt erhebt, wäre es besesr, wenn so wenige Menschen wie möglich überhaupt noch an irgendeinen Gott glauben. Das macht die Welt dann barbarei-freier und somit besser.

Warum er nicht - so wie der Papst - auf seinem Feld spielt und versucht, die von ihm immerhin erkannte und eingestandene Barbarei auf der Atheisten-Seite mit der gleichen Logik abzubauen, indem er Atheisten von ihrem Atheismus abbringt, das leuchtet nicht so recht ein.

Scherz!

Leuchtet natürlich total ein, denn wo keine Atheisten, da kein Schmidt-Salomon Star-Status.

Kommentare:

Frischer Wind hat gesagt…

Messerscharf kombiniert! Respekt! :-)

Oremus hat gesagt…

Hallo Alipius,
eine kleine Anmerkung zu "nanu" und "interessant" ;-)

Ein Schlüsselwort darf bei Kommentaren zu Schmidt-Salomon nicht fehlen: (evolutionärer) Humanismus.

Die Schmidt-Salomon-Conclusio, dass sowohl Atheismus als auch Religion in Abgründe führen können, ist ja nicht unintelligent.

Schlimm bis peinlich wird's erst bei den Begründungen, warum Humanismus plus Naturalismus der einzige und unumgängliche Ausweg aus dem Dilemma sind.

Auf die Zuschreibung des Wahnsinns an unseren Papst will ich erst gar nicht eingehen :-(

Unterm Strich bleibt, dass Atheismus wirklich eine arm-selige Weltanschauung bedeutet. Die viel spannendere Auseinandersetzung heisst christliche vs. humanistische Weltsicht bzw. Moral.

Sobald die Diskussion auf dieser Ebene läuft, haben wir als Christen ein vis-a-vis, das sich viel spannender hinterfragen lässt, mit Atheisten gibt's genau genommen nur einseitige Diskussionen.

Oder wie siehst Du das?

Alipius hat gesagt…

@ Oremus: Ja, klingt plausibel.

Josef Bordat hat gesagt…

Von Gottes Liebe verseucht. - Es gibt Schlimmeres.

JoBo