Mittwoch, 11. April 2012

"Organisierte Religion"

Ein aktueller Lieblingssatz, der von säkularer oder humanistischer oder atheistischer Seite immer wieder in diversen Debatten ins Spiel geschickt wird ist:
    Ich habe nichts gegen gläubige Menschen und auch nichts gegen Jesus und seine irgendwie echt coole Message, aber ich habe etwas gegen organisierte Religion!
Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob es mittlerweile überhaupt eine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffes Religion gibt. Was es aber gibt, sind die dazugehörenden Phänomene. Und die zeigen, daß Religion erst Religion wird (werden kann) wenn sie sich organisiert.

Erst einmal klingen Jesu Worte nicht unbedingt so, als habe er seine Leute nicht organisieren wollen. Zu Petrus sagt er "Du bist der Fels,..." und fährt dann nicht fort "... den ich in die Mitte der Wüste werfe, damit er dort alleine rumliegt und an mich glaubt" sondern "... und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen". Ebenfalls zu Petrus sagt er "Weide meine Lämmer" und nicht "Schau meinen Lämmern für ein paar Minuten interessiert zu und zieh dann deines Weges".

Zu den Jüngern sagt Jesus: "Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe".

Unorganisiert? Eher nicht.

Wir haben doch überhaupt nur Informationen über eine Religion, weil sie sich organisiert hat, mal mehr, mal weniger. Die Säkularisten, Humanisten und Atheisten wissen doch nur von Jesus und seiner echt coolen Mesage, weil das Christentum sich organisiert hat.

"Organisierte Religion" ist also nichts weiter als "Kantenlose Kugel" oder "Quadrat mit vier rechten Winkeln"

Was also wollen die Säkularisten, die Humanisten, die Atheisten wirklich sagen, wenn sie ihre Sätze von der "organisierten Religion" sprechen?

Nun, wenn man eine Kugel so zurechtfräst, daß sie Kanten hat, dann ist sie keine Kugel mehr. Wenn man ein Quadrat so verbiegt, daß es keine vier rechten Winkel mehr hat, dann ist es kein Quadrat mehr. Wenn man einer Religion das Organisiertsein nimmt, dann ist es keine Religion mehr.

Sprich: Sie wollen uns an alles glauben lassen (sogar an das fliegende Spaghettimonster), so lange wir es alleine innerhalb der eigenen vier Wände tun. Denn wo zwei oder drei in SEinem Namen versammelt sind, da könnten allzu paranoide Zeitgenossen bereits "Organisation" wittern.

"Ich habe nichts gegen gläubige Menschen, ich möchte lediglich ihr Leben so gestaltet wissen, daß sie von ihrem Glauben nichts mehr haben!"

Ja, schönen Dank!

1 Kommentar:

Kilian Martin hat gesagt…

Hochwürdiger Herr Alipius!

Seit einiger Zeit lese ich sehr begeistert ihre Beiträge hier. Schön, dass es doch eine Hand voll redlicher Katholiken gibt, die im Internet eine klare Linie vertreten.

Wenn Sie mögen, schauen Sie doch gerne mal auf meinem Blog vorbei. Es ist kein rein kirchlich-religiöser Blog, aber naturgemäß schreiben ich recht regelmäßig zu diesen Themen.

http://testphase.posterous.com/eine-grossartige-gemeinschaft

Und grüßen Sie doch bitte meinen lieben Freund Frater Tassilo von mir!
Wenn Sie von meinem Bundesbruder Dom Benedict etwas hören, mögen Sie ihn bitte ebenfalls grüßen.

Pax vobiscum!
Kilian Martin