Dienstag, 24. April 2012

Neues vom BDKJ Freiburg

Das Projekt Samuel - wovon träumst Du? stellt sich so vor:
    Auf den folgenden Seiten stellen wir dir das „Projekt Samuel – wovon träumst du?“ vor und möchten dir mit unserer Methodensammlung Lust machen, deine Wünsche für die Zukunft der Kirche einzubringen. Auf Grundlage dieser Überzeugung ist das „Projekt Samuel“ entstanden. Wir möchten die Menschen in den Jugendverbänden zum Träumen motivieren. Wie der Prophet Samuel sollen auch sie eine Vision haben. Eine Vision davon, wie Kirche gestaltet sein kann, damit sie sich in ihr zu Hause fühlen.
Das Positionspapier des Projektes kann man hier als pdf runterladen. Darin heißt es:
    Für Kinder und Jugendliche ist es unverständlich, warum Gleichberechtigung und Demokratie so wenig Platz in der Kirche haben. Verweise auf die Tradition, mit denen Frauen und Laien allgemein von Leitungsverantwortung ausgeschlossen werden, überzeugen sie nicht. Darüber hinaus verstehen sie nicht, warum der Zölibat zwingende Voraussetzung für das Priesteramt ist. Viele Menschen schätzen den Papst als Oberhaupt und Vorbild. Die, die dabei waren, denken gerne an die Vigil mit dem Papst in Freiburg zurück und haben daraus Impulse für ihren Glauben ziehen können. Sie hinterfragen aber auch Strukturen und Macht, sie fordern Veränderungen und Mitbestimmung.
Jetzt sei mir schon die Frage gestattet, ob die Kinder und die Jugendlichen wirlich ihren "Träumen/Visionen" freien Lauf lassen sollen, oder ob durch das Positionspapier erst einmal die "Träume/Visionen" einer bestimmten innerkirchlichen Gruppe in die Köpfe der Kleinen gesetzt werden sollen.

Im "Methodenheft", welches man hier als pdf findet, gibt es Vorschläge zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. So dürfen die Kinder z.B. überlegen, was sie täten, wenn sie Papst wären:


Und - hey! - die Jugendlichen dürfen es auch:


Im Methodenheft gibt's dann auch noch 'was zum Schmunzeln:


Das hat mich dann doch ein wenig erschüttert. Also, jetzt weniger die 106 Lebensjahre des Hl Pius X, sondern eher die Aufgabenfelder eines Priesters. Man wird heutzutage auch einfach nicht mehr korrekt unterrichtet. Da sagt man mir, daß ich als Priester die Messe zelebrieren soll, Beichte hören soll, Begräbnisse halten soll, Taufen spenden soll, Wohnungen segnen soll, den Kranken die Kommunion bringen soll, Erstkommunionkinder über die Natur der Eucharistie unterrichten soll, predigen soll und all so'n Kram mehr. Und in Wirklichkeit geht's da um 'was ganz anderes.

Tsk!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Den Vergleich mit Samuel finde ich ebenfalls voll daneben: Denn der hat empfangen, was Gott ihm sagen wollte und nicht seine eigen Ideen aufgezogen ...

curioustraveller

ed hat gesagt…

*facepalm*

Anonym hat gesagt…

Wohnungen segnen? Steht das im offiziellen "Aufgabenblatt"...

Beim Lesen habe ich mir amüsiert vorgestellt, wie ich morgen hier zum Ortspfarrer gehe, ihm meine Ratschläge unterbreite, ihn bitte, mir Aufgaben in der Kirche zu übertragen (welche Aufgaben er mir dann wohl übertragen wird? ... bestimmt nur Dinge, die ICH auch tun WILL... aufregend! --> Vielleicht springt ja etwas "Spannendes" dabei heraus ;-) ) UND mein Engagement dann noch zu unterstützen.
Noch viel schöner würde das, wenn wir das morgen einfach alle gleichzeitig machen würden...

;-) Tja, lieber Alipius (und liebe "sonstige" Hochwürdige Herren), dann mal: viel Spaß mit den ganzen engagierten Laien.

chiqitac

Florian Kirchmair hat gesagt…

Ein merkwürdiges Verständnis des Petrus-Amtes, das den Kindern und Jugendlichen da vermittelt wird: der Papst hat die Macht, alles anzuordnen, wozu er grad Lust hat (überspitzt formuliert, aber das ist das was hängenbleibt). Keine Rede von Glaube, kirchlicher Tradition, Bischofskollegium und den anderen Größen in die das Petrusamt eingebettet ist (wobei, vielleicht steht das ja auf einer der hier nicht gezeigten Seiten).

Und die Größenordnung ist ebenso merkwürdig. Statt der natürlichen und konkreten Frage "Was hätte ich gerne in meiner Pfarre?" sollen die Kinder/Jugendlichen in ihrer Fantasie gleich die die Weltkirche mit 1,2 Mrd. Mitgliedern und 2000 Jahren Geschichte umbauen (statt einmal hinzuhören, ob man von der Erfahrung der Kirche nicht auch mal was Neues lernen kann).

Die beschriebenen (und unterstrichenen) Aufgaben der Priester sind aus Lumen Gentium übernommen (aus Kap. 37 wo es um die Rechte und Pflichten der Laien in der Kirche geht) sind aber natürlich keine vollständige Aufzählung. Da fehlt z.B. die Heranbildung und Leitung des priesterlichen Volkes (LG 10) oder die Prüfung der Dienstleistungen und Charismen (LG 30).