Donnerstag, 26. April 2012

Neue Medien - Neue Wege...

... oder:
    Warum denken viele kirchliche Entscheidungsträger beim Stichwort "Internet" immer noch nur an Öffentlichkeitsarbeit und nicht an Seelsorge?
Dr. Norbert Kebekus, Leiter der Internetseelsorge der Erzdiözese Freiburg, spricht im explizit.net-Interview über Internetseelsorge, Social Media und die "Blogoezese"

In bestimmten Zusammenhängen wird mir zwar immer die Milch sauer, wenn ich den Spruch "Die Kirche muß die Menschen da abholen, wo sie sind" höre. Aber es gibt auch Bereiche, wo dieses Vorhaben sinnvoll erscheint. Bei soviel Getwitter und Gefacebooke und Geblogge halte ich es für eine gute Sache, wenn Katholiken im Internet eine starke, glaubwürdige und aussagekräftige Präsenz haben (und darin von den "kirchlichen Entscheidungsträgern" auch bestätigt werden).

Auch hier greift meiner Meinung nach wieder das gute, alte, katholische "Sowohl... als auch...", denn die Internetpräsenz der Katholiken ("offiziell" oder "underground") kann neben der Öffentlichkeitsarbeit durchaus auch ein erster Schritt zur Seelsorge sein.

Bevor Menschen auf ein Angebot reagieren können, müssen sie über dieses Angebot informiert werden. Ich weiß mittlerweile aus eigener Erfahrung, daß wir das Einführen in den Glauben und die Weitergabe von Glaubensinhalten in der Familie und auch in den Schulen einfach nicht mehr als Selbstverständlichkeit ansehen dürfen. Es ist daher eine gute Sache, wenn der Katholische Glauben und die Katholische Kirche im Internet präsent sind, da dies einer der Orte ist, an dem sich in der heutigen Zeit viele Jungedliche ihre Informationen holen. Wenn sie dort auf ein interessantes, halbwegs glaubwürdiges und irgendwie spannend klingedes Angebot treffen, dann kann damit der erste Schritt zur Seelsorge getan sein, sofern sich das Interesse über die nächsten Minuten retten läßt und auf irgendeine Art in den Alltag hineinwirkt. Dies wiederum setzt voraus, daß wir uns eben nicht nur im Netz, sondern auch auf der Straße, am Arbeitsplatz, in den Schulen und - klar - auch in der Kirche als glaubwürdige Katholiken zeigen, damit die Jugendlichen, die auch im Alltag ihre Fühler nach unserem Glauben und unserer Kirche ausstrecken, sich nicht sofort wieder verschreckt zurückziehen.

[HT: Josef Bordat]

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