Sonntag, 15. April 2012

Kommunions-Empfang als Freestyle

Nachdem ich ja nun mittlerweile während nicht weniger Messen den Leib Christi an die Gläubigen ausgeteilt habe, hier mal in loser Reihenfolge meine 5 TOP-Kandidaten für die Kommunionsempfangs-Gruselliste:
  • Die Improvisierer: Auf "Der Leib Christi" folgt hier nicht das "Amen" sondern "Danke" oder "Vergelt's Gott" oder auch mal "Okay" oder einfach Schweigen

  • Die Abtaucher: Während ich die Hostie auf die mir hingehaltenen Hände legen möchte, machen diese Leute plötzlich eine Art kleiner Verbeugung, was dazu führt, daß die Ablagefläche der Hände vor meinen Augen plötzlich tiefer und tiefer sinkt, unsere Köpfe sich dafür näher und näher kommen

  • Die Unterbecher: Sagen/rufen ihr "Amen" (oder ähnliches, siehe "Die Improvisierer"), mitten in mein "Der Leib Christi" hinein (manchmal auch schon vorher)

  • Die Body-Snatcher: Während ich die Hostie emporhalte und "Der Leib Christi" sage, fährt plötzlich eine Hand empor und nimmt mir den Leib des Herrn aus der Hand

  • Die "Ich hätte das gerne zum Mitnehmen"-Truppe: Umschließt den Leib Christi nach Empfang fest mit der Hand, dreht sich um und marschiert davon. Circa 95% der "To go"-Meute kommunizieren nach einer variierenden Zahl zurückgelegter Meter. Ich muß aber leider auch immer wieder mal hinterherspurten (ich laß die natürlich nicht aus den Augen, bis ich nicht sicher sein kann, daß sie kommuniziert haben), mir die geöffnete Hand zeigen lassen und im Ernstfall "Kommunizieren! Jetzt!" knurren, ein Befehl, dem dann glücklicherweise ohne Widerrede und mit leicht geweiteten Augen und zitternder Hand nachgekommen wird
Fazit: Mundkommunion = Der Priester hat 3 Probleme weniger!

Kommentare:

Cassandra hat gesagt…

"Mundkommunion = Der Priester hat 3 Probleme weniger!"

Jederzeitige Zustimmung mit kleinem Aber:
Die Priester bekommen das in der Regel auch hin, aber sobald man den Kommunionshelfer erwischt, beginnt für den Kommunikanten der Eiertanz.

Wenn ich zB mit Baby auf dem Arm "Amen" sage und den Mund öffne... was will ich dann wohl? Kurze Denkpause, erleichterter Blick, man sieht förmlich die Glühbirne aufleuchten, und dann wird mir die Hostie zwischen Hand und Windelpopo gedrückt.
Problem gelöst, weitermachen!

Hilfloser Blick angesichts der Situation, dann wird "der Leib des Herrn" ein bisschen lauter widerholt.
Ich widerstehe der Versuchung, das auszunuken bis einer von uns heiser ist und nehme dann die Handkommunion.

Meine Anregung wäre (wenn mich denn jemand fragen würde), Kommunionshelfer aus diese Situation vorzubereiten.

Ich könnte natürlich immer zur "Priesterschlange" gehen, aber um des geordneten Ablaufs willen finde ich das weniger gut.

Besonders gerne habe ich "Leib des Herrn im StuKa-Flug":
die Schale wird tief gehalten, die Hostie nur minimal hochgehoben um dann, noch während "der Leib des Herrn" sich im Tiefflug auf meine Hand zuzubewegen. Denn nimmt man die Handkommunion weil man ja nicht will, dass der Herr die Bruchlandung erleidet.


Mundkommunion finde ich deswegen auch vorzuziehen.

Ester hat gesagt…

Im Petersdom steht immer ein Guard neben dem Kommunionausteilenden Priester und läuft denen hinterher, die mit dem Herrn in der Hand weglaufen.
Im übrigen gibt es auch sehr kreative Kommunioanauteiler "Liebe Christi" "Leben Jesu" sagen manchen und gerade heute haben viele Kinder gesegnetes oder heiliges Brot erhalten.
Langer Rede kurzer Sinn, die vor und hinter dem, nicht mehr vorhandenen, Speisegitter, wissen oft nicht mehr was sie tun.

Anonym hat gesagt…

Wenn man sich zur mundkommunion hinkniet, treffen die meisten auf die richtige höhe :P

Anonym hat gesagt…

...mit etwas Kreativität schaffen die "Abtaucher" das auch bei der Mundkommunion....
Also vielleicht nur 2,5 Probleme weniger.
-chiqitac-

Phil hat gesagt…

Ich zähl grad nur zwei!

Abtaucher jedenfalls kann auch ein übertrieben verehrender Mundkommunikant sein.

Jedoch halte ich Body Snatcher und "einmal Zum mitnehmen" (noch schrecklicher btw "Mit Sauce zum Mitnehmen", wenn unter beiderlei Gestalt falsch gespendet wird) wirklich die essentiellen Argumente gegen die Handkommunion.

Alipius hat gesagt…

@ chiqitac und Phil: Wenn es Mundkommunion ist, fällt bei den Abtauchern der Zielabwurf aber leichter, weil man sich selbst nicht mitbücken muß.

Cicero hat gesagt…

Bei den Mundkommunikanten klassifizierte ein Priester mal in

- Schlecker
- Schnapper
- Beißer
und ganz übel
- denMundnichtrichtigaufkrieger

Anonym hat gesagt…

Ich oute mich jetzt einfach einmal als Kommunionausteilerin. Ich kann nur zustimmen - da erlebt man so einiges. Am spannendsten ist für mich immer jener Moment, win dem ich den Menschen zusagen darf (!): "Der Leib Christi". Mir ist dann immer wichtig die Hostie soweit für den Einzelnen zu heben, dass er/sie - herausgeholt/fordert aus dem "Anstehen" (simpelbös formuliert) - innehalten kann oder zumindest irritiert ist - d.h. zum Nachdenken/Innehalten angehalten ist. (Oft bin ich dadurch beim "Austeilen" zwar die langsamste, aber ersthaft: ist es das/DER nicht wert?)
Den Menschen bei dieer Zusage in die Augen zu schauen, ihre Reaktionen zu verfolgen und darauf mit einem Blick/Mimik/Gestik (wenn nötig) zu antworten, empfinde ich als Bereicherung, Auftrag und Geschenk.
Ich danke Gott, dass ich diesen Dienst tun darf!