Freitag, 13. April 2012

Jesus-Freak-FAIL!

Vincentius Lerinensis hat auf Commonitoria gestern ein Video gepostet, welches extremste Schmerzen verursacht. Ein Moslem ruft bei einer Jesus-Hotline an, deren Host sich als absolute Fritte entpuppt, von Gott so viel Ahnung hat wie ein Gummibärchen vom Zubeißen und sich nach Strich und Faden hinter's Licht führen läßt. Ich habe es knappe 2 Minuten ausgehalten (bei einer Gesamtlänge von 14 Minuten).

Vincentius versucht daraufhin, einige unserer Glaubensinhalte knapp darzustellen, sozusagen, um sich selbst reinzuspülen von dem Video-Attentat und auch, um einfach mal ein paar Antworten hinzustellen. Finde ich gut.

Mir fiel beim Betrachten des Videos ein, daß ich vor nicht allzu langer Zeit auf Youtube ein ähnliches, aber zum Glück kürzeres (2:30) Video gesehen hatte, in welchem der deutsche Salafit Pierre Vogel einen jungen Christen zerlegt (hier ist der Link). Kurzfassung der Vogel-Message: Wenn "nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater jenen Tag und jene Stunde kennt" (Mk 13:32), dann gibt es etwas, was Jesus nicht weiß. Also ist er nicht allwissend. Also ist er nicht Gott.

Dieser vom Poster gefeierte Islam-WIN ist allerdings nicht nur unüberzeugend, sondern sollte eigentlich Pflichtprogramm sein für alle, die mal in ähnliche Situationen geraten können. Denn hier wird eines deutlich: Zumindest diese Variante des Islam und des Anhänger-Sammelns für den Islam ist nichts weiter als ein Haufen von Taschenspielertricks und schablonenartigem Q/A für Leute, die die ganz einfachen Antworten lieben, sich aber über die ganze Wahrheit und die ganze Natur der Dinge nicht so wirklich den Kopf zerbrechen.

Ich meine, Häschen aus dem Zylinder ziehen kann jede Zirkus-Hilfskraft, Stand-up-Comedy kann jeder Kistenstapler aus Köln-Kalk. Aber zu einer richtigen Auseinandersetzung mit der Person und den Naturen und dem Wissen Jesu Christi oder dem Wesen und den Personen der Heiligen Dreifaltigkeit braucht es dann eben doch etwas mehr.

Das Christentum drängt sich gegenüber dieser Vogel-Show schon als die Religion des glaubenden und denkenden Mannes auf, wenn auch zu beklagen ist, daß Schattenparker wie Richard Burnish leider mit sehr spärlich ausgerüstetem Werkzeugkasten unterwegs sind.

Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Katechese tut not.

Akatair hat gesagt…

Ich habe bei dem Video nach 1 min aufgegeben, denn was dieser vorgebliche Christ "Richard" lieferte, war derart erbärmlich und peinlich, dass es nicht mehr auszuhalten war. Leider gelang es mir auf Commonitoria nicht in die Kommentarfunktion zu gelangen. - Wer stellt nur so jemanden in eine Hotline?

Frater Seiunctur hat gesagt…

Ich habe in meiner Gruppe einen Konfirmanden (!), der von den Salafisten agitiert worden war und mit dem ich so manche Auseinandersetzung habe, weil er nicht auf den Kopf gefallen ist, mit dem ich aber eigentlich immer noch freundlich verbunden bin und und der auf mein Wort noch etwas gibt. Neulich kam er vor allen anderen nun genau so mit der Stelle Mk 13,32 (und er kannte wohl dieses wie andere Vogel-Videos). Mir war völlig klar: Jetzt muss etwas kommen, etwas Konkretes und Glaubwürdiges. Denn es geht jetzt um die Frage: Was hat es mit diesem Jesus auf sich? (Das war auch der Kontext seiner Frage).

Ich habe ihm daher sinngemäß zu antworten versucht: "Jesus hat auch Durst und Angst gehabt, er hat gegessen und geschlafen - das hätte er als Gott alles nicht müssen. Es ist das Tolle und zeigt Gottes Liebe, dass in Jesus Gott so wird wie wir auch mit unseren Grenzen, dass er nicht dauernd eine Art Superman ist, der alles weiß, alles kann und nichts braucht. Wie es sein kann, dass Jesus wirklich Gott und wirklich Mensch gleichzeitig ist, das ist ein Geheimnis, das unsere Möglichkeit zu verstehen übersteigt".

Ich weiß, das war nicht das Optimum, aber ich bilde mir ein, den Jungen zumindest ein wenig zum Nachdenken gebracht zu haben.

Und das nun schon einige Zeit andauernde Ringen um und mit dem Jungen zeigt mir: Wir sind darauf wie mir scheint viel zu wenig vorbereitet, in einfachen und klaren Worten und durchaus manchmal auch in Diskussion und Streit unseren Glauben zu bezeugen - nicht zuletzt auch gegenüber Moslems. Es war bei mir nicht das erste Mal, dass ich so oder ähnlich reden musste (vielleicht weil bei uns um die Ecke lange eine Salafistenmoschee war).

Schablonenartiges Q/A ist in den Auseinandersetzungen, die uns demnächst vielleicht noch bevorstehen, nicht das Schlechteste - funktionieren so nicht konfessionsübergreifend die großen Katechismen, indem sie sich die einfachen Fragen vornehmen und fassbare Antworten zu formulieren suchen?

Ansonsten: Betet für den Jungen, dass er nicht völlig abdriftet. Und für mich auch, dass ich die richtigen Worte finde und das Band des Vertrauens nicht reißt - auch wenn wir beide "nur" evangelisch sind.

Mike hat gesagt…

Ja ja - die Vogel´sche Freak-Show kommt bei den etwas einfacheren Gemütern am Anfang manchmal gut an!
Etwas zeitversetzt merken aber auch diese verlaufenen Schäflein bald, welchem Seelenverkäufer sie da aufgesessen sind!

Anonym hat gesagt…

@Frater Seiunctur
Kann man nicht so sagen: Jesus war erst nach seiner Auferstehung vollkommen allwissend, als er sich „zur Rechten des Vaters“ setzte? Die Aussage „…nur der Vater weiß die Stunde usw.“ machte er ja noch auf Erden, also vor der Auferstehung.
(Jedenfalls würde ich gegenüber Moslems so argumentieren.)