Donnerstag, 12. April 2012

Geschmacklos!

Ich habe ja schon einige Abscheulichkeiten gesehen, aber das schlägt dem Faß den Boden aus:


Wie können die Leute überhaupt nur auf diese Idee kommen (geschweige denn, diese Idee dann auch noch umsetzen)?

Da gehen die doch tatsächlich hin und vernichten die dieses nüchtern-ausdrucksstarke Ensemble überdimensionaler, leuchtend-roter LEGO-Steine, indem sie friemeliges Barock-Zuckerwerk drumherumstreuen.

Skandal!

Ich kann hier nur warnend anmerken:


NOBODY expects the Spanish Inquisition!!!

[Quelle des Altarbildes]

Kommentare:

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Ham die das Ding aus der Kinderabteilung einer McDonalds-Filliale geklaut?

*würg*

Phil hat gesagt…

Die jüngeren Minis sehen auch recht entsetzt aus.

Raphaela hat gesagt…

Oh Mann, das Rot kommt wohl davon, daß einem beim bloßen Anblick die Augen bluten!

Der Predigtgärtner hat gesagt…

Klar, dass ich kurz vor dem Schreikrampf noch schnell darauf verlinkt habe. Bin nur mal gespannt, ob LEGO wegen Verletzung der Patentrechte dagegen klagt...

ioannes fauces hat gesagt…

Ja Alipius, du hast Recht! *Augenkrebserregend* Aber zu meiner Scham muss ich feststellen, dass da hinten sich auch noch Grabesritter befinden!

Johannes hat gesagt…

Das ist eindeutig das entkernte Kommandopult der Feuerleitstelle eines klingonischen Bird-of-Prey-Raumschiffes der Vor´cha-Klasse und kein Altar. Und die komischen Stifte, die da auf der Platte schmurgeln sehen mir ganz nach gefriergetrocknetem Ga´ch aus. Quapla´!

Catocon hat gesagt…

Also, ich kann daran jetzt wirklich nichts finden.
Ist der Altar nicht eine wunderbare moderne Interpretation des katholischen Glaubens?

Die rote Farbe - eine symbolkräftige Darstellung des blutigen Opfertodes unseres Herrn, der ja auf dem Altar real präsent ist, wie wir als Katholiken wissen.
Der eine dicke rote Stamm symbolisiert natürlich die unerschütterliche Treue zu dem einen Herrn und der einen wahren Kirche, unsere tiefe Überzeugung von dem einen Glauben, und natürlich das EINE Sühneopfer, das da auf diesem hochheiligen Altar stattfindet. Zudem die feste Verwurzelung des Stamms im heiligen Boden der kirchlichen Tradition.

Dass der Altar dem LEGO-Prinzip nachempfunden ist, offenbart jedoch die besonders tiefe Einsicht der Schöpfer dieses Kunstwerks. Denn im Griechischen, der Sprache des Kyrie, steht λέγω für "ich spreche" und ist eng verwandt mit dem göttlichen λόγος. Und im Lateinischen, der Sprache unserer römischen Kirche, und der traditionellen "tridentinischen" Liturgie, die wir alle als lebendigen Teil unseres Erbes sehr schätzen, bedeutet es "ich lese", was den unauflöslichen Zusammenhang zwischen dem Lesen des Wortes Gottes und dem Opfer des Wortes Gottes auf dem Altar in geradezu mystagogischer Weise zum Ausdruck bringt.

Dass der Altar nahezu hufeisenförmig ist, zeigt uns in beeindruckender Weise auf, dass unser Glaube auch einige Pferdefüße hat, aber im Wesentlichen doch eine runde Sache ist. Eine gewisse Ähnlichkeit zu einem griechischen Omega ist ebenfalls nicht zu verneinen, wodurch die tiefe Wahrheit Ausdruck findet, dass dieser Altar wirklich "das Letzte" ist.

Die Unebenheiten auf dem Altar sind dazu gedacht, den linguistischen Eindruck der Verbindung von lesen und sprechen in dem Wort LEGO auch visuelle Präsenz am Altar einzuräumen.

Ein Meisterwerk moderner sakraler Kunst. Ich kann die Kritik von euch hinterwäldlerischen Dunkel- und Dünkelkatholiken wirklich nicht verstehen...;)

Anonym hat gesagt…

Diese Geschmacksverirrten kommen sich ach wie toll vor. Dabei erreichen sie mit ihrer pseudomodernen Anbiederung nur eines: Sie vergraulen die Kundschaft. Ich habe es inzwischen aufgegeben, eine Messe zu besuchen: Entweder man muß solche Hässlichkeiten ertragen oder bescheuerte selbstgebastelte Hochgebete hören oder es tanzt einem der katholische Frauenbund mit bedeutungsschwerer Miene eine Banalität liturgisch vor.

Ester hat gesagt…

Ich bin ja auch einiges gewöhnt!
Aber der absolute Oberhammer ist, das dieser Altar in einer wundervollen Kirche aufgestellt wurde.
Das passt ja absolut nicht.
Da wäre ein ausrangierter Küchentisch vom Sperrmüll passender gewesen.
ist das vielleicht die Kirche vom Blindenheim?

Claudia hat gesagt…

Catocon, das ist eine wundervolle Kunstinterpretation.
Schade, daß mein Vater nicht mehr lebt. Er war Kunsthistoriker und pflegte zu sagen, die nachkonziliaren Altäre sehen alle so aus, als würden auf ihnen Jungfrauen geopfert. Dieser hier ist eher für Kinderopfer geeignet...

Catocon hat gesagt…

@Anonym, 12.4.2012 21:12
Kann ich durchaus verstehen, wenn man deswegen frustriert ist. Geht mir ähnlich.

Aber lassen Sie's sich ganz unmodern und traditionell gesagt sein: Der Besuch der sonntäglichen Messe ist Katholikenpflicht. Suchen Sie sich eine Gemeinde, in der so ein Unfug nicht stattfindet (es gibt sie), oder schauen Sie mal, ob es in Ihrer Nähe eine traditionelle lateinische Messe gibt (Standortkarte auf Pro Missa Tridentina bietet sich an).

Lassen Sie sich nicht durch diese pseudoliturgischen Kunststückchen abschrecken - gehen Sie, im wahrsten Sinn des Wortes, "um Himmels Willen" in eine anständige Messe!