Samstag, 14. April 2012

"Bitte bringt keine Kinder mehr zur Welt,..."

"... damit es den Kindern, die künftig geboren werden, gut geht!"

Das ungefähr bleibt - ein wenig überspitzt ausgedrückt - übrig, wenn man Elizabeth Kolbert's Artikel "The Case Against Kids" endlich überstanden hat und tatsächlich davon überzeugt sein sollte, daß das Kinderkriegen keine persönliche Entscheidung mehr ist, sondern eine ethische.

Am Anfang steht die Geburtsstunde der "Choice", als Charles Knowlton in seinem 1832 erschienenen Buch "Fruits of Philosophy: The Private Companion of Young Married People, by a Physician" schreibt:
    Heaven has not only given us the capacity of greater enjoyment, but the talent of devising means to prevent the evils that are liable to arise therefrom; and it becomes us, ‘with thanksgiving, to make the most of them."

    [Der Himmel hat uns nicht nur die Fähigkeit zu größerem Genuß gegeben, sondern auch das Talent, Mittel zu entwickeln, um die Übel, die gewöhnlich daraus entstehen, zu verhindern, und es steht uns gut zu Gesicht, mit Dankbarkeit das meiste aus ihnen zu machen]
Kinder als Übel oder Strafe... Keine ganz so neue Idee, wie es scheint...

Es folgt eine Philosophie-Dozentin, die den Unterschied zwischen natürlich und normal nicht zu kennen scheint:
    In “Why Have Children?: The Ethical Debate” (M.I.T. Press), Christine Overall tries to subject that decision to morally rigorous analysis. Overall, who teaches philosophy at Queen’s University, in Ontario, dismisses the notion that childbearing is “natural” and therefore needs no justification.

    [In "Why Have Children?: The Ethical Debate" (M.I.T. Press), versucht Christine Overall, die Entscheidung einer rigorosen moralischen Analyse zu unterwerfen. Overall, die an der Queen's University Philosophie lehrt, lehnt die Vorstellung ab, daß Schwangerschaft "natürlich" sei und daher keiner Rechtfertigung bedarf]
Eine Schwangerschaft mag in unserer Zeit der Selbstverwirklicher, Verantwortungsflüchtlinge, Konsequenzenscheuer und Vergnügungs-Bots nicht mehr normal sein. Sie bleibt aber dennoch eine der natürlichsten Sachen überhaupt.

David Benatar, ein Professor an der University of Cape Town, redet gar nicht erst um den heißen Brei herum. Sein Buch heißt "Better Never to Have Been: The Harm of Coming Into Existence" und seine ideale Weltbevölkerungs-Zahl ist überraschenderweise die Null, weil - na klar - der Mensch der Welt so viel Böses antut.

Bryan Caplan spricht sich in "Selfish Reasons to Have More Kids: Why Being a Great Parent Is Less Work and More Fun Than You Think" erfrischenderweise für mindestens drei Kinder pro Paar aus, allerdings aus rein wirtschaftlichen und - wie der Titel schon sagt - egoistischen Gründen:
    Kids are a pain in the ass when they’re small. They require lots of care just at the time their parents tend to be busiest establishing themselves in their careers. As a result, most people stop producing children before they’ve reached the number that would, over the long haul, maximize their self-interest.

    [Kinder nerven ohne Ende, wenn sie klein sind. Sie brauchen viel Pflege genau zu der Zeit, in der die Eltern dazu tendieren, mit dem Aufbau ihrer Karrieren am beschäftigsten zu sein. Daher hören die meisten Leute damit auf, Kinder zu produzieren, bevor sie die Zahl erreicht haben, die auf lange Sicht ihr Eigeninteresse maximieren würde]
Kolber beendet ihren Artikel mit diesem Statement:
    When we set the size of our families, we are, each in our own small way, determining how the world of the future will look. And we’re doing this not just for ourselves and our own children; we’re doing it for everyone else’s children, too.

    [Wenn wir die Größe unserer Familien festlegen, dann bestimmen wir damit, jeder auf seine eigene, kleine Art, ebenfalls, wie die Welt der Zukunft aussehen wird. Und wird tun das nicht nur für uns selbst und unsere Kinder, sondern auch für die Kinder aller anderen Leute]
Fragt sich nur, von welchen Kindern hier genau die Rede ist, wenn man sie entweder gar nicht oder nur aus Eigeninteresse bekommen soll. Die Leute, die den ersten Aufruf befolgen, werden - naja... - einfach keine Kinder bekommen. Die Leute, an deren Eigeninteresse appelliert wird, werden sich mit dem für ihr eigenes Interesse viel wichtigeren "Genuß" (Knowlton) des Moments begnügen und keine riskanten Zukunftsprojekte starten, von denen gar nicht sicher ist, ob sich da etwas "auszahlt".

[HT: CMA]

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wer so schreibt, hat entweder selber keine Kinder, ist zur Empathie komplett unfähig oder hat einfach persönlich einen an der Waffel. Nicht zu fassen!

Meine 3 Kids nerven auch zeitweise, klar, aber ich würde um nichts in der Welt eines davon hergeben ...

Curioustraveller

Phil hat gesagt…

Sie hat ja an sich recht. Nur wie so oft richtet sie sich an den falschen Adressaten; sie sollte das mal den Leuten, die keine Kinder haben, erzählen. Die schmieden nämlich auch eifrig an ihrer Zukunft. Sie könnte sich an die Leute richten, die heute dafür sind, daß man kaltblütig sich für den Tod eines Kindes entscheiden kann, weil man halt keinen Bock hat/ein Tochter wollte/die Political Correctness nicht ausreicht, um ein behindertes Kind großzuziehen; ja, auch diese gestalten die Zukunft aller mit. Und wenn man sich ansieht, was am anderen Ende des Lebens so beschlossen wird, kann einem nur Angst und Bange werden, was diese "pro choice" Gesellschaft für unsere Zukunft bringt.

Aber auf sowas weist man lieber nicht hin, ich weiß... .Polemik aside, ich denke, daß wir Lebensschützer diese Punkte genauer artikulieren müssen, denn vllt erreichen wir dann damit Leute, die in anderen Bereichen sehr wohl wahrnehmen, daß die Gesellschafti immer herzloser und profitorientierter wird.

Cassandra hat gesagt…

3 als wirtschaftlich effiziente Zahl?

Also:
bei Kind 3 sind die Hosen endgültig kaputt, unsere Nr 3 geniesst den Luxus, nicht die Hosen seiner Brüder auftragen zu müssen, bekommt also neue und die halten (so sagt die Erfahrung aus Nr 2 und 3) noch ein Kind aus.

Kinderbett hält auch noch eins durch- nach Nr 2 brach es zusammen (was aber eher am Rumgehüpfe lag als an mangelhafter Qualität).

Ich denke nicht, dass bei Nr 4 noch viel an Spielausstattung fehlt. Sparen wir also auch wieder Geld.

Ich komme eher auf 4 als wirtschaftlich sinnvolle Zahl.


Moment, Denkfehler: wir haben ja nur Jungssachen. Also müssen wir uns drauf verlassen, dass Nr 4 ein Junge wird. Und wenn es ein Mädchen wird? Dann brauchen wir noch einen Jungen (wegen der wirtschaftlichen Effizienz) und ein weiteres Mächen, die rosa Rüschendinger müssen ja aufgetragen werden.

Ich sag Bescheid wenn ich mit der Überprüfung dieser These fertig bin :-)

kopfschüttel...

wie kommt man auf so was?

Raphaela hat gesagt…

"Sein Buch heißt "Better Never to Have Been: The Harm of Coming Into Existence" und seine ideale Weltbevölkerungs-Zahl ist überraschenderweise die Null, [...]"

Ähnlich wie seine Glaubwürdigkeit. Denn wenn sich der Gute wirklich für so schädlich für den Planeten hielte, wie er behauptet, dann hätte er sich konsequenterweise selbst möglichst ressourcensparend aus der Welt schaffen müssen, anstatt erstens noch länger mit jedem Atemzug CO2 in die Atmosphäre zu schleudern und zweitens für das Drucken seiner abstrusen Gedanken auch noch einen Haufen unschuldiger Bäume hinmorden zu lassen.

Wasser predigen und Wein triken, das hat man ja gern...

Anonym hat gesagt…

Können wir uns erst mal darauf einigen, dass wir nicht Leute ohne Kinder als "Verantwortungsflüchtlinge", "Vergnügungs-bots" usw. usw. diffamieren müssen. Genauso wie man als Christ nicht diffamiert werde möchte, möchte man das wohl als Kinderlose/r auch nicht.

Dann: Schwangerschaft ist natürlich ein "natürlicher" Zustand, aber nachdem man ihn bewußt herbeiführen kann oder auch nicht, ist das Nachdenken darüber, ob man SOLLTE, durchaus legitim.
Die Leute haben übrigens aus den abenteuerlichsten Gründen, nicht alle davon der hehre Wunsch, ein Gottesgeschenk anzunehmen. Da kann man schon mal nachfragen.
Der Ansatz ist sowieso blauäugig - Leute kriegen heute dann Kinder, wenn es ihnen individuell sinnvoll und wünschenswert erscheint (oder wenn die Pille etc. doch nicht so präzise funktionieren wie gewünscht) und nicht aus irgendwelchen nebulösen gesamtgesellschaftlichen Gründen.
Leute, die Kinder wollen, lesen doch nicht nach und verzichten dann aufgrund der hohen CO2-Belastung, die das Kind verursacht! *facepalm.

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Wir können uns darauf einigen, wenn Sie mir in meinem Text die Stelle zeigen, an der es heißt "Leute ohne Kinder sind Verantwortungsflüchtlinge, Vergnügungs-Bots etc". Nicht wer keine Kinder hat flüchtet die Verantwortung, sondern wer die Verantwortung flüchtet, neigt eher dazu, keine Kinder zu haben (zu wollen). Muß ich denn wirklich mit jedem Text eine Gebrauchsanweisung mitliefern?

Ich denke, daß so gut wie jedes Paar, daß heute über ein Kind nachdenkt, auch irgendwann einen Moment erreicht, wo es ernsthaft über das SOLLEN nachdenkt. Aber da gibt es nun mal verschiedene Kriterien, die dieses SOLLEN beeinflussen können und solche Texte wie der von Kolbert enthalten da wenig legitime Überlegungen.

Natürlich sagen sich Leute, die Kinder wollen, nach diesem Text nicht "Och nö dann lasser wir das mal", aber der Text trägt zu einem Klima bei, welches insgesamt weniger kinder- und mutterfreundlich ist. So wurde ja grade in dieser Woche die Frau von Mitt Romney beschimpft, sie hätte noch nie in ihrem Leben einen Tag gearbeitet - als Mutter von 5 Kindern... ** mega-facepalm **

Anonym hat gesagt…

@ Alipius:

Ich kann ohne Gebrauchsanweisung lesen, besten Dank, habe aber in meiner Familie ein junges Paar, die sich seit Jahren sowas von verantwortungsfreudig gerne mehren würden - völlig d'accord mit den Konsequenzen - und die einfach nicht schwanger werden können, aus medizinischen Gründen. Für diese Leute ist es nicht "normal", schwanger zu werden - sie können nicht, und es ist für sie extrem schmerzhaft und belastend. Die haben etwas Besseres verdient, als sich pauschal Verantwortungsflüchtlingsmentalität und what not vorwerfen lassen zu müssen.
Gerade Christen, die so empfindlich auf jede Diffamierung reagieren, sollten ein bisschen auf eine respektvolle Wortwahl achten. Auch wenn's dann vielleicht nicht so crunchy-anti-mainstreammäßig-rebellenhaft klingt!

Cassandra hat gesagt…

"So wurde ja grade in dieser Woche die Frau von Mitt Romney beschimpft, sie hätte noch nie in ihrem Leben einen Tag gearbeitet - als Mutter von 5 Kindern..."

Wenn ich für jedes Mal gefragt werden, wann ich wieder arbeiten gehen wolle, einen Euro bekäme müsste ich nie wieder arbeiten :-)

Bisher antworte ich meist, dass ich das tun werde sobald ich etwas Zeit über habe, im Moment wäre ich zu beschäftigt.

Familienarbeit wird nicht als Arbeit akzeptiert. Es herrscht ein ungeheurer Druck, dass Mütter spätestens wieder arbeiten wenn das Kind in den Kindergarten geht. Und sehr viel Unverständnis, wenn man nicht dem Ringkampf um einen Ganztagsplatz mitmacht.

Wenn man Komunalpolitiker (an andere kommt man nicht dran) fragt, was sie für Familien tun, kommt immer dieselbe Antwort: "Ich habe mich für Krippe XY eingesetzt damit die jungen Frauen wieder arbeiten können" Familienpolitik muss aber mehr als Kinderbetreuung sein.

Es gibt ungewollt kinderlose Christen, manche von denen sind sogar katholisch. Schön, wenn sie nicht allzu sehr drunter leiden, manchmal klappt das mit dem Kinderkriegen einfach nicht.

Die andere Seite ist der absolute Kult, der um die Planung&Planbarkeit gemacht wird und das Dramatisiseren von Schwangerschaft. Unsere erste war auch eine ziemliche Überraschung- aber wir haben es locker genommen, wird schon klappen. Hat auch geklappt- trotz gefühlt tausend besorgter Familienangehöriger, die fragten, ob das denn zu diesem Zeitpunkt so klug war. Einigen Anverwandten schien das so was wie ein Todesurteil zu sein.

Vielleicht täte uns als Gesellschaft etwas mehr weniger Lebensvorplanung gut.

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Nochmals: Nicht wer keine Kinder hat flüchtet die Verantwortung, sondern wer die Verantwortung flüchtet, neigt eher dazu, keine Kinder zu haben (zu wollen).

Erklärung: Ein junges Paar, das "sich seit Jahren sowas von verantwortungsfreudig gerne mehren würden - völlig d'accord mit den Konsequenzen - und die einfach nicht schwanger werden können, aus medizinischen Gründen" ist SELBSTVERSTÄNDLICH nicht verantwortungslos. Daß wir uns darüber überhaupt unterhalten müssen bzw. daß Sie ernsthaft annehmen, ich könnte so etwas gemeint haben, finde ich schon ziemlich finster, bei aller "respektlosen" Wortwahl meinerseits.

Ester hat gesagt…

@ Cassandra
Vor Jahren ging der Bundestagsabgeordnete der SPD hier in der Siedlung von Tür zu Tür, verteilte rote Nelken und bat doch bitte, bitte wählen zu gehen....
Es klingelt bei mir und hinter mir 4 kleine Kinder.
Er sagt: "Oh ich sehe sie haben Kinder. Wissen Sie, dass gerade die SPD sich sehr einsetzt für die Ganztagsbetreuung auch von ganz kleinen Kindern?"
Sag ich "Was ich noch nie begriffen habe, ist warum ausgerechnet die Sozialdemokraten sich dafür einsetzen, dass die Mütter ihre Arbeitskraft an den nächstbesten hergelaufenen Kapitalisten verkaufen können!"
Ich frage mich das immer noch und muss sagen ich kapiere das nicht, Kinder sind bisweilen (und das wird wenn sie älter werden nicht besser, zwar anders, aber eigentlich eher schlimmer) sowas von dermaßen anstrengend, das einem so ein Tag im Büro, vorkommt wie Erholung!
Aber wenn man dann nach Hause kommt, dann sind die lieben Kleinen ja immer noch da uns fordern einem.

Davon mal ganz abgesehen, seit den 20ern wird die Panik vor der Überbevölkerung geschürt (Aldous Huxley's "brave new world" ist von 1930 undungrad und dieser Maltus (der die Idee von der drohenden Überbevölkerung erfunden hat) auf den er sich beruft lebte 1766 bis 1834!.
Irgendwie werden wegen der Ideologie der drohenden Überbevölkerung Millionen Abtreibungen vorgenommen, andererseits wächst die Menschheit.
Erinnert an Wein, je stärker der geschnitten wird, desdo besser treibt er aus....

Anonym hat gesagt…

Ohne jetzt jemanden in die Todsünde treiben zu wollen, aber einmal nur mit kalter Konsequenz betrachtet: Wer ernsthaft meint, es wäre für einen Menschen besser, nie geboren worden zu sein, sollte der nicht doch eher bei sich den Anfang machen und sich, seiner eigenen Logik folgend, umgehend aus diesem irdischen Jammertal entfernen wollen?

Wenn dieser Schluss nicht gezogen wird, sondern stattdessen Bücher und Aufsätze veröffentlicht werden, dann sagt mir das vor allem eins: Man sollte weder die betr. Personen noch deren Bücher (zu) ernst nehmen.

Pompous Ass

Cassandra hat gesagt…

"das einem so ein Tag im Büro, vorkommt wie Erholung!"

Letztens sagte ich zu meinem mann am Ende eines "dieser Tage" (Bürgerkrieg im Kinderzimmer, Postbote hatte 5 Pakete für die lieben Nachbarn hier abgeladen und war dabei so betulich, dass mir das Essen anbrannte, irgendein Autofahrer hatte meinen frischausgesäten Rasen als Wendeplatz benutzt undsoweiter), dass ich GANZ DRINGEND einen Job brauche. Irgendwas wo ich die Bürotür hinter mir zu machen kann.

Wieso grade PDS, SPD und Grüne besnders dahinterher sind, dass möglichst alle Mütter kapitalistisch verwertet werden...
ich habe das mal eine lokale Grüne gefragt. Dadraufhimn hat mich tatsächlich eine andere angeschrieben. Sie sei Mutter von 7 Kindern und findet es ganz wichtug, dass sie arbeitet, die wirtschaftliche Abhängigkeit ohne ein eigenes Einkommen sei für sie unvorstellbar.
Und (ganz wichtiges Argument wie es scheint), dass der eigene Beruf ja auch ein Stück Identität sei, dass Arbeit doch Freude mache und Arbeit Teilhabe am gesellschaftlcihen Leben sei.
Das war mir alles zu sehr protestantische Ethik und Geist des Kapitalismus :-)

Und ausserdem möge ich bitte an die vielen Frauen denken, die sich das nicht leisten können weil ihre Männer nicht genug verdienen. Klar, tue ich. Deswegen fordere ich ja schon seit längerem, dass wir Lohnstrukturen brauchen, in denen ein Verdienst wieder ausreicht statt die Doppelverdienerehe als Standardmodell zu akzeptieren.

Dieser Mist beschränkt sich allerdings nicht mehr auf SPD, PDS und Grüne. Die Unterschiede zu den Postionen von FDP und CDU/CSU sind da bis auf ein wohltuende Unterschiede nur noch homöopathisch.

Ester hat gesagt…

Cassandra ich denke wir sind uns da einig.
Ich sag ja immer für normale Menschen ist Beruf Maloche und Arbeit nur für Mütter ist es Identitätsfindung pur.
Nur bei Tarifverhandlungen, wenn der nette Kapitalist den netten berufstätigen Müttern eine Stunde mehr Identitätstiftung bei gleichem Lohn zukommen lassen will, dann ist es auch für Mütter Maloche.
Es ist erstaunlich wie aus dem Widerspruch von Lohnarbeit und Kapital die Vergötterung der Lohnarbeit geworden ist.
Wenn ich Politikerinnen und ihre Ideengeberinnen sehe, denke ich an meinen alten Großvater (Arbeiter, Spätheimkehrer, einfacher Mensch, der zu mir immer gesagt hat "was willst du denn uff dere Schul (damit meinte er die Universität). Schaff doch erstamol was, bevor de midschwätze (mitreden) dust.
Ich hoffe er wäre jetzt zufriedener mit mir!