Sonntag, 25. März 2012

Von der Seele schreiben...

Erstens: Zum besseren Verständnis dieses Postings erst einmal eine kleine Linkrutsche. Josef Bordat hat sich in den letzten Tage mit einem ärgerlichen, alten und dennoch immer wieder aktuellen Thema auseinandergesetzt, nämlich mit den Debatten-Unebenheiten, welche auf die Tatsache folgen, daß - wenn alles gesagt und getan ist - der Anti-Katholizismus immer noch das letzte akzeptable Vorurteil ist: Einmal, zweimal, dreimal.

Zweitens: Auf facebook wurde neulich gefragt (weiß nicht mehr, wo und von wem), ob man nicht eine Online-Taskforce gründen sollte, die mit all diesen uninformiert ins Netz posaunten Vorurteilen, Voreingenommenheiten, Halbwahrheiten und Lügen über die katholische Kirche aufräumt.

Drittens: Im Internet treffe ich auf nicht dezidiert kirchlichen/kirchenfreundlichen Seiten überwiegend Menschen, bei denen - wenn es um die Katholische Kirche geht - die Weite des Horizonts exakt übereinstimmt mit der Diagonale ihres Bildschirms.


Insgesamt stellt sich die Situation - wie auch Josef Bordat erkennt und erklärt - so dar, daß wenn im Netz irgendwo irgendwer "Kirche!" ruft, 3.7 Sekunden später der erste Kommentar erscheint, in welchem von "Kreuzzügen", "Inquisition", "Pädophilie", "Kondomen", "Frauenverachtung" oder "Prada-Schuhen" die Rede ist. Behandelt der Beitrag selbst schon einen der eben aufgeführten Begriffe, dann wird kommentarmäßig mit Begriffen und Ideen wie "Kirchliche Schweine", "Kranke Katholiken", "Gehirngewaschene Sektenmitglieder", "Zu verbietende Religionen", "Zu kastrierende Priester" etc am Boden des Fasses gekratzt, dies überwiegend unter Zustimmung und höhnischem virtuellem Beifall der Co-Aufgeklärten.

Die Frage, die sich mir daher stellt, lautet: Ist es wirklich sinnvoll, das Internet zu beackern und sich die mühsame Aufgabe aufzulegen, dort gegen den Anti-Katholizismus anzugehen?

Klar, wir stellen da mittlerweile ein gewises Kontingent, das z.B. den Weltbild-Verlag mal dazu bringen kann, Ostern nicht als "Das Fest um den neckischen Hasen" zu bezeichnen.

Aber das ist doch irgendwie eine andere Geschichte, als der allgemein grassierende, internetgesellschaftsfähige Anti-Katholizismus, der selbst bei Akademikern durchbricht (vorausgesetzt, ihre Höhle ist mit Internetanschluß ausgestattet).

Warum aber reagieren die Leute heutzutage oft überhaupt so gereizt auf alles, was mit der katholischen Kirche zu tun hat?

Sicher, da ist Übertreibung im Spiel, ein mittlerweile jahrhundertealter Trend, die Kirche nicht nur für alle vergangenen sondern auch für alle gegenwärtigen Probleme verantwortlich zu machen. Hinzu kommt ein einigermaßen radikales "Anders"-Sein der Katholiken, die ihren Glauben leben und ernst nehmen. Das spielt in einer Gesellschaft wie der unseren einfach nicht so geölt, wenn da jemand sonntags in die Messe geht, regelmäßig beichtet, die kirchliche Sexualmoral beachtet und sich ganz allgemein bezüglich diverser gesellschaftlicher Phänomene die Freiheit herausnimmt, seinen eigenen Kopf zu haben und zu behalten. Hinzu kommen Dinge, die sich für den handelsüblichen "aufgeklärten" und/oder "toleranten" Menschen des 21. Jahrhunderts einfach nicht einordnen lassen: Wieso darf der Papst so eine große Nummer sein? Wieso dürfen Bischöfe und Kardinäle so komische Kleider tragen? Wieso hat der Priester keinen Sex? Wieso ist die Frau nicht Priester?

Aber all dies kann über eine Tatsache nicht hinwegtäuschen: Vertreter, Mitarbeiter und Mitglieder der Katholischen Kirche haben nun einmal in der Geschichte Fehler gemacht und Dinge getan, die aus heutiger Sicht einfach nicht gehen. Klar entpuppen sich viele dieser Fehler und Dinge, wenn man sie in ihre Zeit eingebettet betrachtet, nicht als kirchliches Problem, sondern als Phänomene einer Zeit, in der die Gesellschaft insgesamt einfach anders tickte.

[Mir fällt eben die "Holländische Kirche kastriert Jungen, um sie von Homosexualität zu heilen"-Story ein, die in der vergangenen Woche in den internationalen Medien fett gepusht wurde (Hier ein interessanter Artikel auf Get Religion, der einige Fragen zum Thema aufwirft). Da ist jetzt also im wahrsten Sinne Holland in Not, weil "Die Kirche" angeblich auf die Idee kam, bis zu 10 Buben zu kastrieren und sich dann gleich auch mal die Gewalt zusprach, dies zu tun. Eine auch bei Get Religion verlinkte Studie zeigt, daß zwischen 1938 und 1968 in den Niederlanden 400 Männer kastriert wurden (Und dies nicht aufgrund kirchlicher Bitten... Nur, falls jemand auf die Idee kommt...), weil sie als Sexualverbrecher verurteilt worden waren. In die Zeit zwischen 1938 und 1968 fallen übrigens auch solche (nicht-kirchlichen) Gedanken- und Taten-Spielchen wie "Kann man Doofheit nicht verhindern, indem man Deppen verbietet, sich fortzupflanzen?" oder "Wie wirkt radioaktive Strahlung eigentlich auf Menschen...? Hey! Da stehen ein paar unserer Soldaten in der Wüste rum und ich hab' hier 'ne Bombe...!" oder eben auch "Sollte man nicht grundsätzlich einem Menschen das Körperteil abhacken, welches ihm Kummer bereitet?"]

Zurück zum Thema: Jedesmal, wenn ich von einer Missetat erfahre, die ein Priester oder ein Mönch oder eine Nonne begangen hat, dann dreht sich mir der Magen um. "Missetat" muß jetzt nicht akribisch genau definiert werden. Sagen wir mal, daß eine Ohrfeige in einer Erziehungsanstalt bis zum Jahr 1980 lächerlich ist (Ich wurde selbst einmal von einem Kaplan aus der Bank gewatscht, daß ich noch zwei Stunden später eine rote Wange hatte. So what? Nase hochziehn, Schritt graderücken, weitermachen). Aber Kindesmißbrauch, egal ob sexuell oder durch Prügel, geht und ging zumindest bei mir gar nicht, egal wie "die Zeiten nun mal waren". Ich litt und leide immer und immer wieder mit, wenn ich irgendwelche Geschichten dieser Art lese oder höre.

Und dann sitze ich also da und gräme mich in mich hinein, und dann kommen irgendwelche Internet-Fritten daher und meinen, jetzt auch noch echt aufgeklärt, akkurat und üüüüüüberhaupt nicht voreingenommen irgendwelchen verallgemeinendern, boshaften, lächerlichen Müll über "DIE" Kirche, "DIE" Katholiken und "DIE" Religionen absondern zu müssen. Ja, toll, danke! Sehr hilfreich! Da haben die Opfer echt viel von. Das wird den Tätern massiv zu denken geben. Das macht denen, die nicht direkt beteiligt sind, aber trotzdem massiv darunter leiden, richtig Mut. Super-Verständnis von Mitmenschlichkeit...

Nicht, daß es nicht legitim ist, seinen Ärger zu äußern. Aber wer mir in einer Zeit, in der jedes auch nur ansatzweise sich als heikel präsentierende Thema mit drei übereinandergezogenen Paar Samthandschühchen angepackt wird, weismachen will, er sei jetzt grade leider nicht so in der Lage, die Grenze zwischen kundgegebenem Ärger über eine gewisse Anzahl konkreter Fälle und verallgemeinernd hingerotzten Beschimpfungen, Verächtlichmachungen, Verhöhnungen und Anstachelungen zu erkennen, der ist entweder so blöd, daß er sich künftig besser jeglichen (Vor-)Urteiles enthalten sollte oder so boshaft, daß er vielleicht das Kehren vor der eigenen Türe auch mal auf die Prioritätenliste setzen sollte.

Ich besitze gewissermaßen die Pflicht, mich über bestimmte Dinge zu ärgern. Auch und vor allem über bestimmte Dinge, die in der Kirche passieren. Aber ich besitze auch das Recht, Fragen zu stellen und auf Ungereimtheiten hinzuweisen. Ich habe nie gesagt und werde nie sagen, daß Priester und Ordensleute niemals Schuld auf sich geladen haben. Aber ich werde immer schauen, wie groß diese Schuld tatsächlich ist und wie sie sich erklärt. Um nur ein Beisiel zu nennen: US-Bischöfe, die sexuell auffällig gewordene Priester in andere Gemeinden versetzten, taten dies bis in die 80er-Jahre hinein aufgrund von psychologischen Gutachten, weil sich damals noch nicht umfassend herumgesprochen hatte, daß Pädophilie nicht heilbar ist.

Unterm Strich bleibt: Menschen, die im Dienst der Kirche standen, haben in der Vergangenheit Mist gebaut.

Dieser Mist ist selbstverständlich ein Grund, sich zu ärgern, ein gewisses Mißtrauen gegenüber der Kirche zu hegen und dies auch kundzugeben. Welche Form der Einzelne nun wählt, wenn er seinem Ärger und seinem Mißtrauen Ausdruck verleiht, das hängt natürlich vom individuellen Charakter inkl Herzensbildung und sozialer Kompetenz ab. Im Internet scheinen sich da - wohl auch aufgrund der bequemen Anonymität und der Tatsache, daß man niemandem ins Gesicht schauen muß - eben auf bestimmten Seiten hauptsächlich Trolle einzufinden, deren Motivation für den Kirchenhaß sicherlich eine andere ist als eine umfangreiche Aufgeklärtheit über die Natur und die Geschichte der Kirche.

Dies mag auch daran liegen, daß der eben angesprochene Mist nicht nur ein Grund zum Ärger ist, sondern auch ausgesprochen nützlich, denn er erlaubt es (Niederlande), einen Sündenbock für alles Mögliche aus dem Hut zu zaubern: "Was? Wir haben einen Pott, in dem sich 400 Männer befinden, die mit staatlichem Okay kastriert wurden? Scheiße! Das kann übel auf die Politik zurückfallen! Wurden denn wenigstens welche in kirchlichen Einrichtungen kastriert? Bis zu 10? Naja... Besser als nix. Her damit!"

Und wenn schon die großen Medien eher oft als nie zu verzerrenden Tricks greifen, dann kann man nicht erwarten, daß Leute, die sich in der Anonymität des Internets herumtummeln, die gelernt haben, daß das Schulterklopfen auch in einer virtuellen Community ein Gefühl des Dazugehörens vermittelt, die spüren, daß das Hinweisen auf die Fehler anderer einen selbst entlastet und die oft nicht so wahnsinnig gebildet sind (man schaue sich Stil, Rechtschreibung und Zeichensetzung in den Kommentarbereichen der einschlägigen Online-Medien an) jetzt plötzlich ihren eigenen Kopf haben, Fragen stellen, nachforschen und sich die Mühe machen, hinter bestimmte Rauchwände zu schauen.

Ich verspüre daher auch nie die Lust, mich in irgendwelche langen Debatten mit irgendwelchen Knallköppen zu stürzen, weil da einfach nichts passieren wird.

Diese Debatten laufen doch alle nach dem gleichen Schema ab: Vorwurf - Entkräftung - neuer Vorwurf, der mit dem ersten nicht mehr viel zu tun hat - erneute Entkräftung - dritter Vorwurf aus einer ganz neuen Ecke - dritte Entkräftung - "Kreuzzüge! Hexenverbrennungen! Homophobie! Freuenunterdrückung! Kondome!..."

Ich denke, daß ich weniger Leute erreichen werde aber nachhaltigere Arbeit leisten kann, wenn ich in meinem Kiez gegen den Anti-Katholizismus und die Vorurteile angehe. Man kommt mit den Leuten schneller ins Gespräch, als man denkt und wenn man ihnen gegenübersteht und locker und freundlich aber bestimmt bleibt, dann hat man eine viel größere Chance, etwas zu bewegen.

Das heißt jetzt nicht, daß ich nicht auch in Zukunft hier auf dem Blog gegen die Ignoranz anschreiben werde, aber so richtig große Lust auf weiterführende Internet-Arbeit habe ich eigentlich nicht.

Hmm... jetzt habe ich irgendwie so alles und nichts geschrieben. Ich hoffe, es ist nicht zu wirr. Aber ich mußte mir mal ein paar Sachen von der Seele schreiben.

Kommentare:

Herminator hat gesagt…

Johannes 15: 18 Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.
19 Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.
20 Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.
21 Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.


Ich meine, jetzt mal ehrlich, was erwarten wir denn? Wir Evangelikalen sind ein wesentlich kleinerer HAufen und geben nicht so ein gutes Ziel ab wie die RKK, aber wenn von uns berichtet wird geht es letztlich nicht viel anders zu. Die Welt kann klare Ansagen nicht ertragen. Und da bietet das Fehlverhalten von uns Christen in Gegenwart und Geschichte eine hervorragende Möglichkeit sich Gott vom Leibe zu halten. Es wäre natürlich schön, wenn wir weniger Angriffsfläche böten, dann sähe man klarer, daß es darum geht Jesus abzulehnen. Aber leider wird sich das nicht vermeiden lassen, wir sind keine "fertigen Heiligen".

Hier im Netz ist es allerdings oft wie gegen Windmühlen zu kämpfen, gegen die Hydra. Viel einsatz gegen Desinformation und Hass und oft wenig sichbaren Erfolg - da gege ich dir recht. Viel mehr bringt es im unmittelbaren Umkreis. Aber vielleicht bringt es ja doch den einen(die eine zum Nachdenken, wäre es das nicht wert?

Schalom
Hermann

Heike hat gesagt…

Es ist nicht nur nicht wirr, sondern mir exakt aus der Seele gesprochen - nur in treffenderen Worten als ich es könnte.

Le Penseur hat gesagt…

Reverende Domne,

Wie Sie wissen bin ich ja in einer Reihe von Fragen nicht ganz Ihrer Ansicht (könnte man irgendwie doch sagen, net wahr?), aber was diesen Artikel betrifft: ich kann Sie beruhigen — er ist keineswegs »wirr« oder gar »alles-und-nichts-sagend«!

Inhaltlich habe ich nur zwei Anmerkungen:

1.) Bei allen »Betroffenen«*) — »ich selber exkludier' mich nicht« ;-) — gibt es eine Tendenz zur Übertreibung, dazu, die Dinge zu dramatisch zu nehmen. Blicken Sie doch einmal ins Internet: was da »nanosekündlich« an groben Holzhämmern ausgeteilt wird — nochmals: »ich selber exkludier' mich nicht« — geht auf keine Kuhhaut! Nur — wenn's wen trifft, dem man's »vergönnt«, hat man für einen deftigen Satz gleich viel mehr Verständnis. Ist halt so. Jetzt kann man natürlich vor der eigenen Türe kehren, seinen Mund reinhalten wie eine Konversation im Mädchenpensionat (wenigstens in der Theorie), aber noch entscheidender: man kann sich klarmachen (bzw. klarzumachen versuchen), daß auch die Untergriffe der anderen zwar deren beschränkten Horizont bezeugen, deshalb aber nicht für jeden Dritten unsere Integrität untergraben. Auch für die Kirchengegner gilt: sie »überzeugen die bereits Überzeugten«. Ich erinnere mich in dem Zusammenhang einen Artikel gelesen zu haben, daß in dem Herbst, der auf die massivsten Kinderschänder-Vorwürfe folgte, die katholischen Privatschulen ausgebucht waren wie nie. Also: keep cool and relax ...

2.) Im Internet ist es wie in der Politik: es geht ums langweilige Bohren dicker Bretter. Und v.a., daß man nicht vorzeitig aufgibt. Und letztlich, daß man nie aufgibt. Ich brauche Sie wohl nicht an die theologischen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu erinnern. Glauben tun Sie doch bestimmt — also warum nicht auch hoffen? Das Lieben irgendwelcher Flachköpfe können Sie sich für eine höhere Reifestufe aufheben — mit der nötigen Altersmilde wird's schon hinhauen.

Aber jetzt: dranbleiben und hoffen!

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*) und damit meine ich nicht, daß die selbst was »ausgefressen« haben müßten, sondern daß sie von unschönen Fakten durch deren gedankenlose Zuschreibung, durch Anlaß zu »Fremdschämen«, oder was auch immer in ihrer Lebensfreude beeinträchtigt werden

Cassandra hat gesagt…

Ich erkläre seit meinem ersten Studiensemester bei jeder sich bietenden gelegenheit das gleiche:
hexen wurden nicht im Mittelater, sondern in der Frühen Neuzeit verbrannt. Und zwar auf Betreiben der weltlichen Autoritäten nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Der war nämlich, dass es Hexen gäbe und wie man sie erkenne.

Es ist aussichtslos. Dagegen, was doch jeder weiss, kommt man nicht an.

Claudia hat gesagt…

Wenn ich in meinem Blog einen Artikel über ein bis heute populäres Nazilied schreibe, dann werde ich in Kommentaren belehrt, daß ein 1939 im Liederbuch der HJ erstveröffentlichtes Lied ganz bestimmt niemals nicht irgendwas mit Nazis zu tun hat.
Wenn ich öffentlich aus den Visionen und Gedichten der Hildegard von Bingen lese, kommt das Gespräch in der Pause auf Heilkräuter und Körnerkissen.
Wenn ich jahrelang immer wieder über Bildung, Religion und Toleranz schreibe, gibt es davon nicht einen Menschen, der durch mich von einem intoleranten ungebildeten Atheisten zu einem weltoffenen gebildeten Christen wird (was ich allerdings auch nie erwartet habe). Wenn ich aber einmal in sehr harter Form schreibe, daß ich Leute, die kleine Kinder erschießen, gar nicht mag - dann werde ich sofort öffentlich als Heuchlerin gebrandmarkt.

So isses halt - gegen dumpfe Kampfatheisten und andere Ewigrechthaber kommt man halt nicht an. Bis zur Wiederkunft des Messias nicht.

Morgenländer hat gesagt…

"Wie jene Insekten, die man auf keine Weise aus ihren Löchern ausräuchern kann, lässt sich der Dumme nicht aus seiner Dummheit werfen; unmöglich, ihn ein Weilchen ohne Scheuklappen umherzuführen. Dummheit ist lebenslänglich und hoffnungslos." (Ortega y Gasset, La rebelión de las masas, 1929)

Nicht sehr optimistisch, der spanische Philosoph. Aber er hat wohl leider recht.

Severus hat gesagt…

Volle Zustimmung für Le Penseur's (1) Analyse und (2) Absage an die Resignation. Superbe!
(Der Wiener Charme sowieso!:-)

UralteSage hat gesagt…

Wer ist Wiener? Ich mag ihn.

Das Internet möchte ich am liebsten auch nur noch verlassen. Leider fehlte mir bisher die Kraft dazu. Die Kirche verkündet ja eigentlich eine Präsenz, Gemeinschaft und Ewigkeit, die ganz am andern Ende zu finden ist – des "Virtuellen."

Einer dieser Giftspucker, Hutchens, Hutchins, der als Feind der Kirche in diesem Block Auftritte hatte, ist neulich verstorben. Ihm kann ich im Diesseits des Internets nicht mehr begegnen, während die Online-Community noch wenigstens ein paar Jahre seine Nachrichten sendet.

Gäbe es ein katholisches Internetforum, das funktionsfähig und interessant wäre, würde ich's mir noch mal überlegen.

Aber so fahre ich dann lieber mal nach Österreich und lasse mich von Alipius persönlich segnen.