Sonntag, 18. März 2012

PGRs in allen Ehren, aber...

Josef Bruckmoser schrieb gestern in der Printausgabe der Salzburger Nachrichten:
    Kirche als Do-it-yourself-Projekt, gemeinschaftlich statt obrigkeitlich. Eine solche Kirche ist es wert, zur Pfarrgemeinderatswahl hinzugehen und den Kandidatinnen und Kandidaten den Rücken zu stärken.
"Kirche als Do-it-yourself-Projekt...": Das ist so wunderbar ehrlich und so grandios auf den Punkt formuliert, daß man sich in Zukunft nie wieder fragen muß, was in der Kirche im deutschsprachigen Raum eigentlich nicht stimmt.

"Kirche als Do-it-yourself-Projekt...": Das ist die Ernte, die wir nun einfahren, nachdem den Leuten die "tätige Teilnahme" von interessierter Seite jahrzehntelang mit Macht in den falschen Hals gepfropft wurde.

"Kirche als Do-it-yourself-Projekt...": Das bedeutet decodiert leider wieder einmal nichts weiter als: "Sorgt nur ja nicht für Berufungen und betet bloß nicht für Priesternachwuchs, sonst sind unsere fetten Jahre als Batiktücher schwingende, Bongos verdreschende, Privatoffenbarungen verkündende und priesterlose 'Messen' feiernde WisiKi-Schocktruppen bald vorbei!"

"Kirche als Do-it-yourself-Projekt...": Das ist natürlich einhundertprozentig im Sinne unseres HErrn, der ja bekanntermaßen sein Leben lang nichts anderes tat, als dem Vater zuzurufen "Vater, nicht, wie du willst, sondern wie ich will!"

"Kirche als Do-it-yourself-Projekt...": Da diese Aussage aus einer Richtung kommt, aus der auch immer gerne Sätze erschallen, die mit "Wenn Christus heute in den Vatikan käme..." oder "Christus hätte gesagt, daß..." oder "Christus hätte XYZ getan" beginnen, will ich diese Idee mal ganz zwanglos und gut verständlich ebenso kommentieren: Ich kann Christus förmlich bis hierhin facepalmen hören.

[HT: bellfrell]

Kommentare:

gerd hat gesagt…

>>"Sorgt nur ja nicht für Berufungen und betet bloß nicht für Priesternachwuchs"<<

In unserem Bistum werden momentan die Strukturreformen voran getrieben. Will heißen Fusionsmarathon. Begründung: Priestermangel! Heute sind wir als Gemeinde einem neuen pastoralen Raum zugewiesen worden. Eine der ersten Maßnahmen des pastoralen Teams war, die hl. Stunde am ersten Donnerstag für Priesterberufungen auf eine halbe Stunde zu reduzieren. Also nochmal zum mitschreiben: Wir haben keine Priester mehr, deswegen verkürzen wir das Beten um Priesterberufungen um die Hälfte. Schönen Gruß aus Schildbürgen!

Anonym hat gesagt…

Hochwürden, man könnte meinen, wenn die Dinge eine Woche lang so in Ihnen gären, dann sind die Blogeinträge noch etwas schwungvoller als sonst.

Nur weiter so! ;-)