Sonntag, 11. März 2012

Atheismus-FAIL leviathanischen Ausmaßes

Zwei US-amerikanische Atheisten-Gruppen haben ein Plakat finanziert, auf welchem man die Abbildung eines Schwarzen mit eiserner Halsfessel sieht und dazu den Spruch: "Slaves, obey your masters" - Colossians 3,22


Das Kleingedruckte lautet "This lesson in Bronze Age ethics brought to you by THE YEAR OF THE BIBLE and the House of Representatives". Aber dieses Kleingedruckte ist nach Genuß der Überschrift und des Bildes nicht mehr wirklich interessant: So wurde dann das Plakat auch Opfer eines Anschlages, da einige Leute es als rassisisch empfanden.

Die Geschichte ist zweifach tragisch: Erstens beweist sie nicht zum ersten Mal, daß sich unter den neuen militanten Atheisten eine nicht geringe Anzahl sozial unkompatibler Höhlenbewohner zu befinden scheint, die entweder gar nicht dazu in der Lage sind, aus eigener Kraft einen ihrer Lieblingssprüche ("Man kann auch ohne Religion ein guter Mensch sein") in ihrem täglichen Geschäft in die Tat umzusetzen oder einfach noch keine griffige Definition von "guter Mensch" ausgearbeitet haben.

Zweitens sollten die supercleveren Atheisten sich vielleicht mal darüber informieren, was z.B. die katholische Kirche von Sklavenhaltung hält...

KKK 2414:
    "Das siebte Gebot verbietet Handlungen oder Unternehmungen, die aus irgendeinem Grund – aus Egoismus, wegen einer Ideologie, aus Profitsucht oder in totalitärer Gesinnung – dazu führen, dass Menschen geknechtet, ihrer persönlichen Würde beraubt oder wie Waren gekauft, verkauft oder ausgetauscht werden. Es ist eine Sünde gegen ihre Menschenwürde und ihre Grundrechte, sie gewaltsam zur bloßen Gebrauchsware oder zur Quelle des Profits zu machen. Der heilige Paulus befahl einem christlichen Herrn, seinen christlichen Sklaven „nicht mehr als Sklaven, sondern als weit mehr: als geliebten Bruder“ zu behandeln (Phlm 16).
Dann fänden sie ziemlich schnell heraus, daß die Kirche den Menschen bedeutend mehr Freiheit zuspricht, als die Atheisten ihren eigenen Gedanken.

Kommentare:

Konstantin hat gesagt…

Die Enzyklika, in der Papst Gregor XVI die Sklaverei streng verurteilt:

http://katholische-missionen.blogspot.com/2012/03/in-supremo-apostolatus-fastigio-papst.html

Phil hat gesagt…

Schon sehr klug, daß Kolosser zitiert wird.

Im Epheser-Brief könnte man nämlich einfach weiter lesen:

"5 Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern und mit aufrichtigem Herzen, als wäre es Christus. 6 Arbeitet nicht nur, um euch bei den Menschen einzuschmeicheln und ihnen zu gefallen, sondern erfüllt als Sklaven Christi von Herzen den Willen Gottes! 7 Dient freudig, als dientet ihr dem Herrn und nicht den Menschen. 8 Denn ihr wisst, dass jeder, der etwas Gutes tut, es vom Herrn zurückerhalten wird, ob er ein Sklave ist oder ein freier Mann. 9 Ihr Herren, handelt in gleicher Weise gegen eure Sklaven! Droht ihnen nicht! Denn ihr wisst, dass ihr im Himmel einen gemeinsamen Herrn habt. Bei ihm gibt es kein Ansehen der Person."

Generell sind die Angaben Pauli sehr interessant, wird doch generell gegenseitiger Respekt gefordert. So hat die Frau ihrem Mann zu gehorchen wie die Kirche Christus gehorcht und der Mann die Frau zu lieben, wie Christus die Kirche liebt (als Ehemann in spe stelle ich da voll Grausen fest, was das in letzter Konsequenz heißen kann). Die Kinder haben auf ihre Eltern zu hören, jedoch sollen die Eltern die Kinder weder einschüchtern noch erzürnen... Es sind alles Ausführungen und konkrete Anwendungen eines "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" oder des etwas profaneren "eine Hand wäscht die Andere".

Aber das ist heute schwer zu verstehen. Man erinnert sich - sicherlich durch eine zT passierte frühere recht einseitige Auslegung - nur noch daran, daß Sklaven frei, Frauen emanzipiert und Kinder autonom sein sollen. Das ist richtig, aber auch Herren, Männer und Eltern sollen frei, emanzipiert und autonom sein. Wenn man das vergisst, wird aus der groß proklamierten Freiheit zu schnell Egoismus, etwas, was wir heutzutage zu oft sehen.

Zum Thema "Man braucht keinen Gott, um gut zu sein" - well... es sind jetzt Atheisten, und leider nicht einige, die das "gut" neu definieren wollen, stichwort Abtreibung, Euthanasie, aber auch Promiskuität, Verantwortungslosigkeit und Egoismus als Form persönlicher Entfaltung. Das ist eine generelle Geisteshaltung, wir reden nicht von Nischenerscheinungen.

Claudia hat gesagt…

Übrigens waren die aktiven Vorkämpfer gegen die Sklaverei in Amerika Christen. Die Abolitionisten handelten explizit aus christlicher Überzeugung.

Cassandra hat gesagt…

"This lesson in Bronze Age ethics"


Kompleter History Fail.

Der Brief an die Kolosser wurde nicht in der Bronze-Zeit geschrieben.

Anonym hat gesagt…

Ich bin nicht überrascht.

Fakten, die Vorurteile stören oder gar beseitigen könnten, werden erfahrungsgemäß nicht oder nur äußerst widerwillig zur Kenntnis genommen.

Pompous Ass

Anonym hat gesagt…

Bliebe noch so am Rande anzumerken, dass diejenigen, die in England entscheidend zum Ende der Sklaverei beigetragen haben - William Wilberforce und John Newton (der Autor von "Amazing Grace") überzeugte Christen waren und entsprechend ihrer vom Glauben geprägten Überzeugungen handelten.

Liebe Atheisten: Hingehen, üben, noch mal versuchen ...

Curioustraveller

Anonym hat gesagt…

Also diesen Satz finde ich ganz grossartig:

Dann fänden sie ziemlich schnell heraus, daß die Kirche den Menschen bedeutend mehr Freiheit zuspricht, als die Atheisten ihren eigenen Gedanken.

Die katholische Definition von Freiheit:
Die römisch katholische Kirche entscheidet WEN ich lieben darf: auschliesslich eine römisch-katholische Person (ja, für Mischehen muss man immer noch zum Bittsteller um Dispens werden) des jeweils anderen Geschlechts.

Die römisch-katholische Kirche entscheidet WANN ich lieben darf: frühestens nach der Erlaubnis eines römisch-katholischen Priesters in der Brautmesse.

Und zu schlechter Letzt will die römisch-katholische Kirche noch bis in die aller intimsten Details der Liebe hinein entscheiden WIE ich lieben darf: ausschliesslich zielgerichtet auf die Zeugung von katholischer Nachkommenschaft hin.

Würde man der römisch-katholischen Kirche solche "Freiheiten" angedeihen lassen, wäre das hysterische Geplärre von Christenverfolgung bis zum Mond zu hören.

PS: auch glaube ich mich dunkel erinnern zu können, dass die römisch-katholische Hierarchie mit dem von Ihnen zitierten Pauluswort nach dem Motto verfuhr: Papier ist geduldig und mit der Leibeingenschaft nicht allzu viele Probleme hatte; mit dem der die Leibeigenschaft dann endgültig beendete dagegen schon.

Alipius hat gesagt…

@ anonymous (11. März 2012 23:53): Wollen Sie in Zukunft nicht lieber dort herumtrollen, wo man solchem Blödsinn Applaus zollt? Hier sorgt das eher für Fremdscham und Gekichere.

Anonym hat gesagt…

Hier sorgt das eher für Fremdscham und Gekichere

Habe nichts anderes erhoffen können. Immerhin hat Paulus ja was gegen die Sklaverei gehabt, das ist doch schon was. Leider haben sich seine Nachfolger dann herzlich wenig um seine Empfehlung zur Skalverei gekümmert bis dann endlich jemand die Leibeigenschaft aufgehoben hat. Aber das wollen Sie ja alles gar nicht hören dieses Getrolle. Adieu.

Pfarre Neukirchen hat gesagt…

Am Sonntag muss das fasten gebrochen werden- das freut die ganze Blogozese wenn es um Alipius's Fastenpause geht! alles gute noch beim erneuern durch fasten und gebet! ><>

Pfarre Neukirchen hat gesagt…

Am Sonntag muss das fasten gebrochen werden- das freut die ganze Blogozese wenn es um Alipius's Fastenpause geht! alles gute noch beim erneuern durch fasten und gebet! ><>