Sonntag, 12. Februar 2012

Whitney Houston...

Es gibt eine Frage, die mit dem Pop- und Rock-Musik-Business so eng einhergeht, wie die Fremdscham mit Richterin Barbara Salesch-Sendungen: Warum liest man immer und immer wieder von Drogenmißbrauch und Drogenproblemen, wenn es um verstorbene Musiker geht?

Stehen sie - bei durchschnittlichem Drogengebrauch - einfach ungeschützter im Rampenlicht, so daß jede private Zuckung unmittelbar nach Auftreten einer Millionenöffentlichkeit preisgegeben wird?

Oder wird in dieser Szene tatsächlich mehr gekifft und gekokst und geschossen und geworfen und geschnüffelt als in anderen Bereichen?

Wenn ja: Warum? Setzt der Erfolg viele Leute sofort dermaßen unter Druck, daß sie es ohne "Hilfsmittelchen" einfach nicht mehr schaffen? Sollte dies der Fall sein, drängt sich sofort die nächste Frage auf: Ist noch niemandem aufgefallen, daß der Erfolg in der Regel erst dann abnimmt oder ausbleibt, wenn besagte "Hilfsmittelchen" ins Spiel kommen?

Oder ist das Musikbusiness mittlerweile vielleicht auch schon ein wenig sein eigenes Klischee geworden? Oder - Skynet läßt grüßen - ein sadistischer Moloch mit Selbsterkenntnis, der zur eigenen Unterhaltung und Erhaltung auf unerklärbare Art viele seiner ihn fütternden Sklaven in einer Routine des Aufstiegs mit anschließender Selbstzerstörung gefangen hält?

Wie auch immer die Antwort auf diese Fragen lauten mag: Es ist schade, daß eine so schöne Frau mit einer so tollen Stimme schon so früh gestorben ist.

Kommentare:

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Lieber Alipius, ich habe versucht eine kleine Antwort in meinem Blog auf Deine Frage zu finden.

Erinnerung und Gedenken

Claudia hat gesagt…

Es ist nicht weniger schade um häßliche und unmusikalische Leute.
Ich glaube nicht, daß in der Musikbranche viel mehr Drogenmißbrauch getrieben wird als anderswo - es wird nur mehr bemerkt. Denn von den 1237 Drogentoten in Deutschland 2010 waren die meisten keine berühmten Musiker und tauchen deshalb namentlich nicht auf. Ich vermute nicht, daß es in Österreich wesentlich anders aussieht.

Alipius hat gesagt…

Klar gehört die Mehrheit aller Drogentoten nicht zu den berühmten Musikern. Mich würde interessieren, ob der Berufszweig "berühmter Musiker" einen auffallend hohen Anteil gegenüber anderen Berufsgruppen hat.

Catocon hat gesagt…

"Oder ein sadistischer Moloch mit Selbsterkenntnis, der zur eigenen Unterhaltung und Erhaltung auf unerklärbare Art viele seiner ihn fütternden Sklaven in einer Routine des Aufstiegs mit anschließender Selbstzerstörung gefangen hält?"

So ist es. Auch ein weiterer Drogentod ist wieder nur eine Gelegenheit für "Infotainment". Der Teufelskreis füttert sich selbst.

Hape Etzold hat gesagt…

Die Medien und ihre Konsumenten stürzen sich auf das, was sie selbst umtreibt: Wahrscheinlich gibt es Tausende cleane Promi-Musiker. Doch das gibt nichts her. Wer berichtet schon, dass Houston bei ihrem letzten öffentlichen Auftritt "Jesus loves me" sang [url]http://bei-gott-ist-alles-moeglich.de/[/url]