Sonntag, 5. Februar 2012

"Suchet, und ihr werdet finden!"

Warum antwortet Jesus im heutigen Evangelium (Markus 1,29-39) auf die Bemerkung "Alle suchen dich" mit "Dann laßt uns anderswo hingehen" und nicht mit "Gut, dann gehen wir zurück in die Stadt"?

Weil er - mein bescheidener Erklärungsversuch - erkennt, daß seine Arbeit in der Stadt getan ist. Denn - so wissen wir aus Mt 7,7 und Lk 11,9 - dort, wo gesucht wird, dort wird man finden. Und nicht nur das: Dort, wo Menschen mit gutem Gewissen, reinem Herzen und etwas Verstand nach der Wahrheit, dem Heil und dem Licht suchen, dort werden sie früher oder später unausweichlich auf Christus treffen und somit das Gesuchte finden.

1 Kommentar:

Konstantin hat gesagt…

Aus welcher Bibelübersetzung ist das? In der Vulgata steht es etwas anders:
Und da sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich!
Er aber sprach zu ihnen: Lasset uns in die nächstgelegenen Flecken und Städte gehen, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.
Und er predigte in ihren Synagogen, und in ganz Galiläa, und trieb die bösen Geister aus.

Als Erklärung, warum er vorher alleine weggegangen war, steht in der Vulgata (sehr ähnlich dem "bescheidenen Erklärungsversuch"):

„Die Einwohner waren durch Christi Predigt und Wunder genügend auf das Reich Gottes vorbereitet, in das einzutreten sie jetzt aufgefordert wurden und das ihnen nach der Himmelfahrt Christi durch die Apostel verkündet ward. – Die Zeit, die der Heiland zum Fortgehen wählte (die frühe Morgendämmerung), entzog ihn allem Lobe (Theoph. Euth.) und verhinderte zu bemerken, wohin er sich begab.“