Sonntag, 5. Februar 2012

Auch in Europa...

... nimmt bei den Säkularisten die Paranoia und die damit einhergehende Bereitschaft zur Aggression zu.

Der Bischof von Raphoe, Philip Boyce, wurde von einem Humanisten angeklagt, in einer Predigt zur Gewalt angestachelt zu haben. Hier die beiden Passagen, um die es geht:

    One of the passages referred to the Catholic Church in Ireland being "attacked from outside by the arrows of a secular and godless culture".

    A second passage, which was included in the complaint, stated: "For the distinguishing mark of Christian believers is the fact they have a future; it is not that they know all the details that await them, but they know in general terms that their life will not end in emptiness."

    [Eine der Passagen bezog sich darauf, daß die katholische Kirche in Irland "von außen durch die Pfeile einer gottlosen und säkularen Kultur angegriffen wird".

    Eine zweite Passage, die in der Beschwerde enthalten war, stellte fest: "Das charakteristische Merkmal gläubiger Christen ist die Tatsache, daß sie eine Zukunft haben; es ist nicht so, daß sie alle Details kennen, die auf sie warten, aber sie wissen ganz allgemein, daß ihr Leben nicht in der Leere enden wird"]
Yup...

Ganz genau. Für diese beiden Passagen wird der Bischof nun vom Director of Public Prosecutions unter die Lupe genommen.

Einer der Gründe, warum ich mich in einer säkular-humanistischen Welt nicht wohlfühlte, ist die Tatsache, daß ich dann Tag und Nacht das Gejammer irgendwelcher Beipackzettelleser anhören müßte, die sich wegen jedem Dreck unter jedem Fingernagel beleidigt, marginalisiert und verfolgt fühlen.

Kommentare:

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

"nimmt dei ben Säkularisten"

Da steckt der Fehler-Dei-bel mal wieder im Detail ;-)

Michel hat gesagt…

Das sind sie, die heroischen Streiter für Vernunft und Aufklärung! Die mit dem Flammenschwert des Verstandes den Unsinn der Religionen hinwegfegen!

Machen wir uns nichts vor: Trottel gibt's überall. Leider wollen das Atheisten, tschuldigung, evolutionäre Humanisten oft nicht wahrhaben.

damasus hat gesagt…

Und wie ein roter Faden durch die Verlaubarungen unserer selbsterleuchteten "Humanisten" und Atheisten zieht sich die abstoßende Kombination von Larmoyanz, wenn es auch nur einen Hauch von Gegenwind gibt und maximaler Aggressitivität gepaart mit Geschichtsdemenz, wenn es gegen Christen und Christentum geht.

Anonym hat gesagt…

Bischof Philip Boyce wendet sich in der Homilie an Christen. Wieso fühlt sich ein Nichtchrist da überhaupt angesprochen? Und wieso überhört er die zweite Hälfte des ersten kritisierten Satzes?

Attacked from the outside by the arrows of a secular and godless culture: rocked from the inside by the sins and crimes of priests and consecrated people, we all feel the temptation to lose confidence.

Was ist denn daran nun wieder falsch? Zumal ja die arrows of a secular and godless culture recht zuverlässig angeflogen kommen, wenn ein Christ zu Christen spricht und ein anderer es merkt.

kalliopevorleserin

Anonym hat gesagt…

Was werden diese "Humanisten" erst sagen, wenn sie mitkriegen, daß zu Maria Lichtmeß eine Lichterprozession gehört? Ich hör' ihn schon, den fürchterlichen Aufschrei, die Katholen diskriminierten den Rest der Welt, weil sie mit dieser Prozession zeigten, dass alle anderen im Finstern säßen ...

Pompous Ass

Anonym hat gesagt…

Pompous Ass, da fehlt noch der Nazibezug. Lichterprozession = Fackelzug, oder? Und überhaupt - Feuer! Christen haben es immer so mit dem Feuer! Osterfeuer, Kerzenflammen, die himmlischen Flammen in der Pfingstgeschichte, Höllenfeuer, Scheiterhaufen... Da läßt sich doch sicher noch was Kirchengegnerisches draus machen.

kalliopevorleserin

Anonym hat gesagt…

Man kann jetzt natürlich gespaltener Ansicht darüber sein, ob diese Zitate eine Beschwerde rechtfertigen (nein, tun sie nicht, finde ich. Da geht's vielleicht um den publicity stunt, keine Ahnung, Idioten gibt's überall.).
ABER: Besonders aggressiv kann ich das Vorgehen nicht finden. Der Mann geht, wenn ich das recht verstanden habe, vor eine schlichtende Instanz - das ist ja wohl sein gutes Recht in einem Rechtsstaat. Damit hält er die demokratischen Spielregeln ein - aggressiv wäre es, eine Hassgruppe auf facebook zu gründen, Fenster einzuschmeißen, Drohbriefe zu schicken usw. usf.
Die schlichtende Instanz wir jetzt ihres Amtes walten, und dann sollte gut sein.

Anonym hat gesagt…

@Kalliopevorleserin

Es ist doch mehr als blauäugig, zu sagen, dass jemand geflissentlich die Aussagen der Gruppe überhören soll, der er nicht angehört.
Da geht es doch um die Inhalte, die eine Gruppe vertritt; und da wird man nicht nur auf die angepasste "offizielle" Aussagen hören, sondern besonders auf die internen Sprachregelungen. Man lässt sich doch auch nicht von offiziellen Verlautbarungen muslimischer Prediger davon abhalten, die Predigten für die "in-group" mal selbst zu lesen...

(Und nein, ich finde die ganze Aktion überhaupt nicht gerechtfertigt und vergleiche auch nicht Aussage oder Vorgehen des irischen Bischofs mit einem islamistischen Hassprediger.)

Phil hat gesagt…

@Anonymus: Ich sehe nicht, daß das sein Recht in einem Rechtsstaat ist. Es hat überhaupt nichts mit dem Recht eines bürgers zu tun, nach gusto Klagen aufgrund von Hate-Speech von sich zu geben. Man darf doch nicht vergessen, daß eine solche Klage den Verklagten diskreditiert, übrigens viel mehr, als wenn man seiner Kirche die Fensterscheiben einschmeißen würde.

Anonym hat gesagt…

Ad Anonymous:

Ich kenne die irische Rechtslage nicht, aber ein paar Splitter der österreichischen. Und nachdem die noch immer nicht ganz der schönen neuen Welt des Meanstreams gleichgeschaltet ist (obwohl daran heftig gearbeitet wird), gibt es auch noch eine Regelung über "schikanöse Rechtsausübung": Wer sein ihm zustehendes Recht in schikanöser Weise ausübt, also, bis zum Exzess Gerichte und Behörde mit überflüssigen Anbringen (das heißt tatsächlich so) behelligt, kann dafür mit einer Geldstrafe belegt werden. Diese Anzeige, so scheint mir, wäre ein reinrassiger Kandidat für ein solches Vorgehen.

Pompous Ass

PS: "reinrassig" hab ich hier justament geschrieben :-)...

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

@Pompous Ass:

§ 226 BGB
Schikaneverbot

Die Ausübung eines Rechts ist unzulässig, wenn sie nur den Zweck haben kann, einem anderen Schaden zuzufügen.

In D gibt es dies zumindest auch im Recht unter Gleichen (BGB). In der Strafverfolgung weiß ich auf Anhieb nicht, ob es da etwas gibt neben
der falschen Verdächtigung §164 StGB. Wenn, dann wohl in erster Linie gegen den Staat gerichtet, wenn dieser einen Bürger wegen jeder möglichen aber eigentlich nichtigen Tat zur Verantwortung ziehen will, weil man ihm andere Vorwürfe nachsagt, aber nicht beweisen kann.

Anonym hat gesagt…

§ 226 BGB
Schikaneverbot

Die Ausübung eines Rechts ist unzulässig, wenn sie nur den Zweck haben kann, einem anderen Schaden zuzufügen.


=> Falls es diesen Passus in irgendeiner Form in Irland auch gibt, werden das ja wohl die Gerichte zu entscheiden haben. Der Mann klagt quasi auf eigenes Risiko - er hat sich ja in seiner Argumentation darauf bezogen, dass die Worte des Bischofs Nichtgläubigen Schaden zufügen können. Das Gericht muss dann wohl abwägen, was es für wahrscheinlicher hält.

Übrigens glaube ich, dass sich der KLäger einen Schuss ins eigene Knie geleistet hat und die Sympathie mit Kirche und dem betroffenen Bischof nach dieser Klage nur steigen wird. Ich habe mir gerade Leserbriefe und Kommentare aus verschiedenen irischen Zeitungen durchgelesen, der Tenor ist SEHR kirchenfreundlich.
Ich glaube auch, dass Colgan scheitern wird - und zwar zu Recht.