Samstag, 4. Februar 2012

Atheismus-FAIL biblischen Ausmaßes...

[UPDATED: Ich habe endlich den Original-Text von dem Song gefunden. Das Wichtigste zuerst: In dem Lied wird weder zum Verbrennen von Kirchen noch zum Verbrennen von heiligen Büchern aufgerufen! Es wird allerdings pauschal suggeriert, daß religiöse Institutionen Verbrechern Schutz bieten und es heißt, daß der "Tod der Fiktion uns alle frei machen wird"... Hmm... Der "Tod"... Naja... Zudem bleiben Bilder ja nun auch nicht ohne Wirkung, und wenn ein explizit atheistischer Act dann in seinem Video brennende Kirchen vorführt, dann kann das vielleicht auch mal bereits vorhandenes Wunschdenken (siehe Autonome Antifa Freiburg) beflügeln. Noch 'was: Nirgendwo in irgendeinem Schreiben der katholischen Kirche werden Menschen dazu aufgefordert, sich mit HIV zu infizieren. Im Gegenteil. Es wird sogar der gegenüber Geschlechtsverkehr mit Kondomgebrauch sicherere Weg aufgezeigt. Aber dennoch versuchen manche Schlaumeier (und unter diesen natürlich nicht wenige Atheisten) der Kirche aus ihren Stellungnahmen zur AIDS-Problematik einen Strick zudrehen, da sie für Fantastilliarden von Toten verantwortlich sei]

Das Atheisten-Festival "Rock Beyond Belief" ("A day of fun and entertainment for the rest of us") wirbt auf seiner Webseite mit einem Musikvideo, in dem brennende Kirchen zu sehen sind und in dem das "Abbrennen" von Synagogen und von Heiligen Büchern angekündigt besungen wird.

Die Band Aiden, von der das Lied stammt, tritt direkt vor Richard "Kein Atheist käme je auf die Idee, ein Gotteshaus zu zerstören" Dawkins auf.

Alles weitere bei Josef Bordat und kath.net.

Kommentare:

Phil hat gesagt…

Da, was lernen wir daraus? Es werden Tage kommen, wo wir das Martyrium wählen müssen oder unser Leben und das unserer Lieben verteidigen müssen.

Trotz allem bin ich zur Zeit voller Hoffnung, nicht nur, weil wir mit Gott, Maria, dem Erzengel Michael und allen anderen Engeln und Heiligen große Verbündete auf unserer Seite haben, sondern weil ich ein empirisch belegbares Beispiel habe, daß wir Christen auch hienieden siegen können. Ich denke hier an den Aufstand der Christeros.

Anonym hat gesagt…

Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von diesen Mitatheisten, die zum Abbrennen von Synagogen etc. aufrufen. Für mein Gefühl ist das eine minimale Splittergruppe, verlgeichbar mit militanten Extremistengruppen allerorten und in allen Ideologien/Religionen. Aus reinen Erfahrungswerten heraus bin geneigt, Dawkins recht zu geben, ohne natürlich irgendwas empirisch belegen zu können. Die Atheisten, Agnostiker und religiös Desinteressierten, die ich kenne, respektieren ausnahmslos die Religionsfreiheit. Das passt übrigens zur Tatsache, dass bislang kaum Fälle von Gewalt durch Atheisten gegen Religiöse aufgetreten sind. Eher umgekehrt, s. Islam.

Freiburgbärin hat gesagt…

Haben wir alles schon gehabt. Damals wurde es als Reichskristallnacht verklärt.
Die selben Leute, eine andere Zeit

Alipius hat gesagt…

@ Anonym: Danke! Und es scheint ja, als sei bei dem Song der Text nicht ganz so heftig wie das Video...

Anonym hat gesagt…

@Alipius
Ja, aber Bilder können schon eine ziemlich üble Wirkung auf Menschen haben...das sind einfach echt verantwortungslose Spinner. Zum Fremdschämen.

Josef Bordat hat gesagt…

Danke für die Erklärung, Alipius! Wirklich beruhigt bin ich aber nicht – nicht nur, weil ich zeitgleich die (offenbar auch schon weitgehend bekannte) Einlassung der „Antifa“-Gruppe aus Freiburg fand, auf deren Seite übrigens auch die Ermordung von Priestern während des Spanischen Bürgerkriegs in einer sehr wohlwollenden Art beschrieben wird (als Teil des „vorzüglichsten Vermächtnisses“, nämlich der „Zerschlagung der jahrhundertelangen Vorherrschaft der katholischen Kirche in der spanischen Gesellschaft“ – Tenor: Mord ist OK, solange er unserer Sache dient), und auf der man sich mit den Tätern höchst solidarisch zeigt (man nennt sie „Camaradas“, also: „Genossen“). Nein, auch, weil ich hier in Berlin in letzter Zeit mehrere Fälle von antiklerikalen Sachbeschädigungen an Kirchengebäuden zur Kenntnis nehmen musste.

Aber zurück zu dem Liedtext: Die fraglichen Zeilen lauten offenbar: „Love how they burn your synagogues / Love how they torch your holy books“. Wer wird hier aufgefordert, die beschriebenen Vorgänge zu „lieben“ (love)? Doch wohl der Adressat, also der Hörer, der ja Atheist sein wird – das ist ja wohl die Zielgruppe, oder? Die Aufforderung, einen Vorgang zu „lieben“, und die Aufforderung, einen Vorgang zu realisieren, kommen sich doch sehr nahe, oder? – Und wer genau ist „they“ (sie)?

Welche Botschaft ist damit insgesamt verbunden, wenn dabei brennende christliche Kirchen und blutverschmierte Kreuze zu sehen sind/sein sollen? – „Seht: Religion ist Gewalt! So sehr, dass sie (,they’) sich gegenseitig die Kultstätten und ,holy books’ abzünden!“ – So was in der Art? Das sollen (vermutlich) junge Atheisten über Religion lernen? Und wozu? Um welches Bild von Religion mit nach Hause zu nehmen? Und um dann religiösen Stätten, Büchern und Menschen gegenüber wie genau aufzutreten? Mit Respekt? Tolerant? Und wieso sollen sie das Ganze „lieben“? Oder habe ich eine Ironie verpasst, die in dem „love“ liegen soll? Die kann aber – zumal das Lied mit „love“ beginnt – so schnell gar nicht registriert und eingeordnet werden, wenn man das Lied hört.

Vielleicht ist es aber ohnehin blauäugig, an ein solches Lied mit den Mitteln der Gedichtinterpretation heranzugehen, denn in der aufgeheizten Atmosphäre eines Konzerts mit Gleichgesinnten ergibt sich eine Eigendynamik, die viel eher von Bildern als von Liedtexten gelenkt wird. Ich muss insoweit dabei bleiben: Auch wenn der Vorsatz nicht nachzuweisen ist, bleibt es grob fahrlässig, solche Liedtexte mit solchen Bildern zu unterlegen.

Josef Bordat