Freitag, 6. Januar 2012

Zum heutigen Evangelium...

Die drei Hauptpersonen des heutigen Evangeliums sind unter vielen Namen bekannt: Die Heiligen Drei Könige, Sterndeuter, "Seher" habe ich auch schon einmal irgendwo gehört, und natürlich kennt man sie als die Weisen aus dem Morgenland.

Alle diese Bezeichnungen haben auf ihre eigene Art für uns eine Bedeutung.

Daß Könige einem neugeborenen Kind kostbare Geschenke machen, vor ihm niederfallen und ihm huldigen, das sagt schon eine ganze Menge über die Bedeutung dieses Kindes aus.

Daß drei Männer sich von einem Stern führen lassen, um den neugeborenen König der Juden, den Hirten des Volkes Israel zu finden, das weist der Astrologie den Platz zu, der ihr gebührt. Denn wer nicht - wie die Könige - sich von einem Licht führen läßt, um zu dem Licht zu finden, der kann sich leicht verirren und den Weg zum Heil aus den Augen verlieren, z.B. in den Seiten eines Horoskop-Magazins.

Und daß man die Männer Weise nennt, hat auch seinen Grund: Sie kommen nicht zur Stoßzeit, als Hirten, Och, Esel und Engel die Krippe umstehen und umflattern und wahrscheinlich aufgeregt-wirres Treiben herrscht. Nein, sie kommen, als die Wogen sich etwas geglättet haben, um still und andächtig ihre Gaben zu überbringen und dem Kind zu huldigen. Weise ist auch, daß sie auf ihren Traum hören, und nicht zu Herdoes zurückkehren. Und weise ist ebenfalls, daß sie kostbare Geschenke mitbringen. Man mag einwenden, daß dies gar nicht weise ist, da das kleine Kind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe doch gar nichts anfangen kann. Aber darum geht es natürlich nicht. Es geht um den Menschen, der einerseits erkennt, daß er nichts besitzt, was diesem Kinde würdig ist, der aber andererseits in seiner Hilflosigkeit seiner Freude und Liebe trotzdem Ausdruck verleihen möchte. Und zwar dergestalt, daß nicht nur das Kind - Auslöser der Freude und Empfänger der Liebe - es mitbekommt, sondern daß alle sehen: So besonders ist dieser Knabe! So viel ist er uns Wert! Das Darbringen von Geschenken ist somit kein Akt der Verschwendung, sondern ein Zeichen der Anhänglichkeit an den neugeborenen König.

Die Weisen zeigen durch ihr Handeln, daß Weihnachten nicht nur aus dem Heiligen Abend und dem 25. Dezember besteht, sondern daß es weitreichende Folgen hat: So wie die Weisen dem Kind Tage nach seiner Geburt ihre Geschenke zu Füßen legen, so sollten wir Christus auch heute noch an jedem neuen Tag unsere Herzen zu Füßen legen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Als Ergänzung zu Ihren Gedanken möchte ich auf den Gesang zur Kommunion am heutigen Tag hinweisen, den Hymnus "Vidimus Stellam": "Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, dem Herrn mit Geschenken zu huldigen (besser "zu verehren")". Hier ist alles kurz und knapp zusammengefasst, was den Christen angesichts der Kommunion an diesen Tag zu einer hoffnungsvollen Haltung bewegen sollte.

Mit gesegneten Wünschen für das neue Jahr nach Klosterneuburg