Freitag, 20. Januar 2012

Was zum Henker...?

Ich hab's grade erst auf facebook entdeckt. Aber das Nürnberger Abendblatt berichtete bereits am 6.1.:
    Rein äußerlich ist Peter Reinl nicht als Prior des Würzburger Augustinerordens zu identifizieren. Der Ordensmann trägt Hosen statt Habit und wirkt wie ein gewöhnlicher Besucher der Augustinerkirche. "Im Gespräch baut das Ordensgewand nach meiner Erfahrung eher eine Mauer auf" [Aber doch höchstens die Mauer zwischen Außendarstellung und Selbstwahrnehmung. Wer sein Ordensgewand mit Überzeugung und aus Liebe zu Christus und zum Orden trägt, der reißt eher Mauern ein, wie ich immer wieder erfahren darf], erklärt der 44-Jährige seine weltliche Kleidung.

    Nicht nur das Äußere ist ungewöhnlich an diesem Mann: Am Samstag (7. Januar) empfängt Reinl von Weihbischof Ulrich Boom die Priesterweihe - eineinhalb Jahrzehnte nach Abschluss seines Theologiestudiums.

    Der ausgewiesene Kirchenkritiker hat sich lange gegen die Weihe gesperrt. Zur Begründung wählt Reinl, immerhin seit 2005 Prior der derzeit 27 Würzburger Augustiner-Brüder, Sätze, wie man sie von Männern in höheren kirchlichen Ämtern sonst nicht hört [Memorandum, Pfarrer-Initiative, Kirche In...].

    Beispielsweise lehnt Reinl die Trennung von Klerus und Laien ab. Auch die herausgehobene Stellung des Priesters in der katholischen Kirche lehnt er ab. "Wichtig ist doch das Versammeln der Gemeinde zum Herrenmahl und nicht, dass dem ein unverheirateter, heterosexueller Mann vorsteht" [Elender Speziesist! Wagt es, die Tiere auszuschließen! Das heißt gefälligst "unverheirateter, heterosexueller Mensch"!], sagt er.

    ...

    Auch wenn Reinl sich nun nach langem Ringen für die Priesterweihe entschieden hat: Die von Neupriestern für gewöhnlich sonst groß gefeierte Primiz in seiner Heimatgemeinde hat er auf unbestimmte Zeit verschoben. "Ich würde gerne ein Freudenfest dann geben, wenn die Kirche gelernt hat, dass es nicht entscheidend ist, welche sexuelle Orientierung, welches Geschlecht und welchen gesellschaftlichen Stand derjenige hat, welcher dem Gottesdienst vorsteht" [** schnarch **... Viel Spaß beim Warten! Und die Gläubigen in der Heimatgemeinde freuen sich sicherlich, daß sie nicht den Primizsegen empfangen können...]
Wie...?

Was...?

Hat da jemand "Ego" gesagt...?

Kommentare:

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Reinl kommt aus dem Kreis Schweinfurt und ist Fan von Bischof Gaillot, warum kommt mir das so bekannt vor?
*grübel*

gerd hat gesagt…

>>Beispielsweise lehnt Reinl die Trennung von Klerus und Laien ab.<<

Dann kann er sich ja, nach erfolgreicher Priesterweihe, laisieren lassen um Solidarität mit der Laienschar zu demonstrieren. Es geht nicht in meinen bescheidenen Hirnskasten, wie ein solcher Mann die Priesterweihe empfangen kann. Gibt es denn kein Auswahlverfahren mehr? Ich kann doch auch kein Briefträger werden, wenn ich in meinem Bewerbungsschreiben das Briefgeheimnis ablehne.

Karsten L. hat gesagt…

Und dieser Mann wird geweiht?????? Anders formuliert: Warum will er die Weihe empfangen???? Heisst es nicht, dass man kein Anrecht auf die Weihe hat???
Da ist doch was oberfaul!

Heike hat gesagt…

Glaubst du allen Ernstes, jemand mit dieser Haltung würde einen Primizsegen spenden (selbst wenn er Primiz feiern würde)? Er würde wohl eher die Anwesenden auffordern, sich gegenseitig zu Segnen, weil es ja keine Unterschiede gibt - falls er überhaupt daran glaubt, dass Segen etwas bewirkt.

Stanislaus hat gesagt…

Jung, bist aber spät dran! ;-) Laurentius Rhenanius hatte Dich doch schon gebeten "zu übernehmen".

Alipius hat gesagt…

@ stanislaus: Echt? Wann? Wo? Hab nichts mitgekriegt...

Stanislaus hat gesagt…

Mußt halt öfter bei mir vorbeischauen, Du treulose Tomate ;-) Ich hatte es am 9. Januar.

Alipius hat gesagt…

@ Stanislaus: Dabei war ich noch vor einer Woche bei Dir und habe alles durchgescrollt. Aber ich habe nicht immer die Kommentare gelesen und der Würzburg-Artikel ist irgendwie auch durchgefallen (vielleicht dachte ich, daß es da nur um die Umgestaltung der Kirche geht, was mich nur wieder auf die Palme gebracht hätte).

Stanislaus hat gesagt…

Naja, hinter jeder äußeren Gestaltung steckt auch ein Geist und eine innere Haltung. Insofern ist Würzburg wirklich ein in sich stimmiges Gesamtkunstwerk.

fs hat gesagt…

Mit einem Wort: Schlimm!

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Hier gibt es auch eine Weiterleitung zum Gruppenbild des Konventes:
http://superpelliceum.blogspot.com/2011/11/wurzburgs-weie-wartehalle.html
Könnte auch ein Ausflug der PDS-Senioren sein.

Stegi hat gesagt…

Klärts mich mal auf: Wer entscheidet eigentlich verantwortlich, ob jemand die Weihe empfängt?

So blöd kann doch keiner sein, oder?

Ich persönlich habe mich jetzt dazu durchgerungen mich endlich zum Bundesliga Schiedsrichter weihen zu lassen, der DFB ist damit einverstanden dass ich Foul und Abseits gut finde- und überhaupt: Die Sache mit dem Verbot von Handspiel ist doch auch längst antiquiert....

Klerus Klerus....quo vadis?

Chrysostomos hat gesagt…

So hat man nun fast vollendet, was Krieg und Nachkriegszeit zu zerstören begonnen haben. Warum eigentlich nicht die Kirche ganz abreißen? Beton wäre doch schicker.
Und wenn ich dann noch auf die hohen Umbaukosten einerseits schaue und das Gelaber vom Bettelorden und den Menschen nahe sein wollen, andererseits lese, krieg ich echt einen Hals.
Diese Leute sind die Abrißbirnen des Katholischen. Sie zerstören die emotionalen Grundlagen des Glaubens, wo es geht. Diese Leute sind seelenlose Buchhalter.
Ein Konventuale in Würzburg (P. Hohmann) zelebriert byzantinisch. Er begründete dies mir gegenüber vor Jahren einmal mit dem Satz: "In diesem Ritus gibt es keine Beliebigkeiten. Man stellt sich einfach in den Ritus hinein und ordnet sich dem unter."
Wahrscheinlich hat er sich -wie manche Byzantinisten- aus der lateinischen Katastrophe ins byzantinische Exil begeben.