Donnerstag, 26. Januar 2012

Ooooooooops!

Die Tagespost berichtet:
    Im Vatikan hat am Montagnachmittag ein Gespräch zwischen Spitzenvertretern der Österreichischen Bischofskonferenz und Vertretern römischer Dikasterien über die von dem Priester Helmut Schüller geführte „Pfarrer-Initiative“ stattgefunden. Diese Gruppe, die nicht nur für Ungehorsam gegenüber der katholischen Kirchenführung wirbt, sondern Thesen vertritt, die die Grenze zur Häresie überschreiten, will sich nun auch als internationale Organisation und als andere Länder und Kontinente umfassendes Netzwerk aufstellen.

    ...

    Papst Benedikt ist besorgt über die Pfarrer-Rebellion in Österreich. Das Gespräch am vergangenen Montag fand in größter Vertraulichkeit statt. Die vatikanischen Medien oder Pressestellen haben nicht darüber berichtet. Man möchte den Eindruck vermeiden, dass es immer Rom und der Vatikan sind, die gegen Abweichler vorgehen. Lieber sähe man es, wenn die zuständigen Bischöfe, das heißt die Oberhirten in der Alpenrepublik, selber eine Klärung der Zustände unter ihren Priestern herbeiführen würden. Trotzdem dürfte Kardinal Schönborn mit einem kleinen Gefühl der Erleichterung zurück nach Wien fahren. Wenn die „Pfarrer-Initiative“ jetzt angekündigt hat, sich zu internationalisieren und über die Grenzen hinaus zu vernetzen, so ist das keine rein österreichische Angelegenheit mehr. Dann müsste am Ende doch der Vatikan einschreiten.
Bin mal gespannt, wie weit diese ach so sehr um das Wohl der Kirche besorgten Medienprofis und ihre Jubel-Alraunen das Spielchen noch treiben werden...

Kommentare:

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Tja, wenn ein Topf überkocht, sollte sich der zuständige Koch drum kümmern, und nicht vor Erleichterung seufzen, wenn die Grenzposten des Landes den Grenzübertritt des Übergekochten melden.

Wer Angebranntes und Übergekochtes nicht in die Tonne entsorgen will, weil sich der Sprung im Topf darüber beschweren könnte, hat als Koch seine Aufgabe nicht wirklich verstanden. Das falsche "non nobis Domine" aus Psalm 115 wird leider viel zu oft angewendet, wenn es gilt Entscheidungen zum Wohl der Kirche zu treffen, die kein wohlwollendes Presseecho versprechen.

Alibiaktionen wie im Fall Hw. Oblingers sind da auch nicht hilfreich.

Die Glaubwürdigkeit läßt sich eher wie in den Niederlanden wiederherstellen, wo ein Pastoralreferent wegen der verbotenen Laienpredigt die missio canonica verlor.

Giovanni hat gesagt…

@Marcus wenn Kardinal Schönborn bzw. die österr. und deutschen Bischöfe alle Priester, die notorisch zentrale Regeln der Glaubens- und Sittenlehre, relativieren, leugnen, nicht annehmen, ihre "urpersönliche" Liturgie feiern usw. suspendieren würde, gäbe es einen akuten Personalnotstand und ein Problem für's Arbeitsamt (wer will diese armen Tröpfe, die bisher noch nie gearbeitet haben, denn vermitteln--und dann noch dazu in diesem Alter!)
Das Ganze ist viel zu koplex, als dass man mit ein paar Disziplinarmaßnahmen und wenn sie nur an den Galionsfiguren vollzogen werden, lösen könnte. Denn in einem hat die PI ja recht, das was sie fordern vollziehen mittlerweile mindestends 80 % des katholischen Klerus ohnehin schon längst.......Die derzeitigen Bischöfe ernten schließlich auch die Versäumnisse von Generationen ihrer Vorgänger.........
Wirklich: ohne "Rom" ist das Problem längst nicht mehr zu bewältigen

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Nun, aber anfangen könnten sie mal.
Wenn Schüller, Zulehner und ein halbes Dutzend der Wortführer gemaßregelt sind, kann man ja mal schauen, ob die anderen den Geldbeutel dann nicht doch lieber mögen als die Gesinnung.

Das Spiel des Verständnisses nach beiden Seiten mit beigefügtem Schwarzen Peter der weitergereicht wird darf nicht bis zur Parusie betrieben werden.

Giovanni hat gesagt…

da hast Du Recht- ich fürchte nur, ok. so eine ordentliche Rasur könnte einschüchternd wirken--das zweifellos bestehende Übbel würde es aber weiterzementieren. Etwas Gutes hat diese Pfaffenaktion ja: sie zeigt deutlich wer wo steht.........