Donnerstag, 12. Januar 2012

Gibt es eigentlich noch einen anderen Job auf der Welt...

... in dem man sich permanent von stolz mit ihren Akademikertiteln wedelnden Reform-, Zweifel- und Veränderungs-Laien erklären lassen muß, was eigentlich wirklich die diesem Beruf zugrundeliegende Lehre ist und wie man eigentlich diesen Beruf richtig auszuüben hat?

Kommentare:

Thomas Didymos hat gesagt…

Welchen Beruf meinst Du? Kaplan?
Priester zu sein ist nämlich, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, kein Beruf sondern ein Zustand.
Lass mich das anders formulieren. ;-) Ich meine, ähh, nun ja, Du weißt schon, was ich meine, oder?

Matthias

P.S.: Deshalb widerspricht es auch nicht dem Recht auf freie Berufswahl, wenn jemand nicht Priester werden kann oder darf, so nebenbei bemerkt.

Alipius hat gesagt…

@ Matthias: Ja, ich meine Kaplan oder Pfarrer oder Provisor oder Moderator oder was es sonst in Österreich noch alles gibt. Ich habe absichtlich nicht "Priester" geschrieben, weil "Priester" eben für mich kein Beruf oder Job ist.

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Sicher gibt es den!

Jeder bildende Künstler braucht zwingend den Kunstprofessor, der ihm erklärt, was er bei Schaffung des Kunstwerkes gedacht hat.

Wo kämen wir dahin, wenn Künstler, die ihren Unterhalt durch die staatliche Zwangsquote bei Kunst am Bau verdienen, sich selbst ausdenken, was sie gedacht haben, anstatt auf die Expertenmeinung des staatlicherseits bezahlten Kunstdozenten zu warten?

kalliopevorleserin hat gesagt…

Warum soll es Schriftstellern anders gehen als bildenden Künstlern?
Zudem gibt es noch Ärzte und Pharmazeuten, Lehrer und Kindergärtner, und auch Landwirte und Handwerker mit langjähriger Erfahrung als Ausbilder kennen Nachbars gute Ratschläge.

Alipius hat gesagt…

@ Claudia: Gute Ratschläge lasse ich mir ja auh gefallen. Aber dieses "Sie müssen XYZ notwendigerweise von dieser Warte aus sehen und ABC müssen sie unbedingt so und so behandeln", das nervt hin und wieder schon sehr...

L. A. hat gesagt…

Wenn man noch Vater und Mutter als Beruf betrachten möchte, ein ganzes Bataillon: Erzieher, Lehrer, Psychologen, Therapeuten Sozialarbeiter, Ärzte und Heilpraktiker,, Verwandte und Nachbarn, die alles besser wissen.

Witzigerweise: einer der wenigen Berufe, wo das sich etwas sagen lassen anbegracht wäre, verweigert das recht oft: nämlich Schauspieler, selbst dann, wenn der Regisseur gut und kein irrer Egomane ist :-)

Anonym hat gesagt…

Lehrer(innen) sind auch so arme Hunde, auf die jeder hinprügelt.

Braut des Lammes hat gesagt…

Übersetzer, Korrekturleser, Sekretäre, Registraturkräfte. Wahrscheinlich gibts überall immer welche, die besser wissen, wie irgendwas gemacht werden sollte und des dem anderen mit Wonne auseinanderklabüstern. menschliches Phänomen.

Falls dich das tröstet: daß einer dem Zelebranten erklären will, was er hätte predigen (oder wie) sollen, ist nichts Ungewöhnliches.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Und nicht zu vergessen: Kunsthistoriker, die sich dem Schutz und der Pflege von Barockschlössern verschrieben haben. Als Tochter eines solchen durfte ich oft genug hören, welcher Senatsheini ihm welche Vorschriften machen wollte. (Waaas, Sie sind dagegen, in denkmalgeschützten Bauten Staatsempfänge mit warmem Essen zu geben? Waaas, Sie wollen nicht, daß man dampfende Schüsseln an Watteaus Cythera vorbeiträgt?)