Montag, 16. Januar 2012

Die Bewegung "Occupy the Vatican",...

... die auf facebook unappetitlichen, bigottischen Mist verbreitet, demonstrierte am Samstag auf dem Petersplatz. Die größtenteils aus Spanien und Frankreich angereiste Truppe zeigte der Welt, welche Hilfe die Armen von ungewaschenen Vollzeithippies zu erwarten haben: "Hey, komm! Wir geben Geld für Tickets nach Rom, für Transparente und für Joker-Schminke/V-for-Vendetta-Masken aus aus und protestieren auf dem Petersplatz gegen den Reichtum der Kirche und den bösen Papst. Dann füllen sich die Bäuche in den Hungergebieten quasi wie von selbst."

Wenigstens setzte die Polizei bei der Räumung Schlagstöcke ein. So kann man dann in seiner Internet-Nische über die beunruhigende Nähe zwischen Kirche und Staat jammern, während man seine blauen Flecken in die Kamera hält.

Andererseits läßt das wieder nur wenig Zeit, um ein wenig zu reflektieren und die Pointe zu entdecken: Wohlstandskinder, die um des Protestes Willen protestieren, spielen sich als Richter über eine der größten Wohltätigkeits-Organisationen der Welt auf, weil irgendein Straßenmusikant ihnen erzählt hat, daß der Papst sich mit Blattgold die Nase putzt.

Kommentare:

Phil hat gesagt…

Zu solchen Vollhorsten fällt mir immer nur dieser Rat ein:

Occupy Schulbank

gerd hat gesagt…

Der Papst putzt sich die Nase mit Blattgold. LOL. Mich würde im übrigen interessieren wo er die rote Schuhcreme für seine Puschen bestellt. Oder benutzt er am Ende "Farblos"?

curioustraveller hat gesagt…

Ach du Sch*** - das Weed war wohl mit Maiglöckchen gestreckt? Oder wie lässt sich dieser Aufzug erklären??

Isabella hat gesagt…

Man sollte aber nicht Vorurteile mit Vorurteilen bekämpfen. Dass die Typen lange Haare mit Rastafrisuren haben, heisst noch lange nicht, dass sie ungewaschen sind. Ganz im Gegenteil, solche Typen sind meistens sehr sauber. Und Hippie ist schon lange out. gg

Phil hat gesagt…

Immerhin ist, wie im Video zu sehen, der Joker mittenmang. Wie man an Batman begins sehen kann, ein wirkliches Vorbild in Sachen Barmherzigkeit und Freigiebigkeit.

UralteSage hat gesagt…

Gerade in den romanischen Ländern scheinen viele Occupy-Anhänger die Kirche als eine naturgegebene Sache mißzuverstehen, wie Wetter, Eltern und Sonnenstrahlen, statt – auch – eine "Initiative" in ihr zu sehen, die täglich Hungernden ein "Essen" anbietet und dies nur bewerkstelligen kann, indem sie genügend tatkräftige Leute "mobilisiert", die für die Hungernden "kochen." Die ganze Occupy-Vatikan-Versammlung könnte sich prima gleich an Ort und Stelle taufen und firmen lassen, wenn sie wüßte, wogegen sie irrtümlicherweise protestiert. Jeder kann im Eifer des Gefechts mal zwischen die Fronten geraten…

Anonym hat gesagt…

Lustigerweise haben die Occupy-Bewegung und die Kirche ja eine gewisse Überschneidung bei ihren Zielen...Gerechtigkeit, Entlarvung des Mammon als falscher Götze, die Sorge um den Nächsten...hmmmm. Hört man mitunter von beiden Seiten, wenn auch in unterschiedlichen Formulierungen. Immerhin haben beide auch den Anspruch, gegen die Wohlstandsgleichgültigkeit eines Teils der Gesellschaft aufzutreten.
Vielleicht wäre es interessant, sich zusammenzusetzen und mal die Gemeinsamkeiten herauszufiltern, statt lustige Masken aufzusetzen/die Polizei anzurufen?

UralteSage hat gesagt…

@Anonym: Sehr richtig. Neben einer grundsätzlichen "Ökonomismuskritik" sowohl auf Seiten der Kirche wie auf der der Occupy-Bewegung, gibt es eine nicht zu unterschätzende weitere Überschneidung. Dieses weitere Verbindende bestehet in der Ablehnung aller Spielarten des "Genfaschimus", also der Sortierung und Für-wert-Erachtung der Menschen und der Embryen nach ihrem Erbgut. Da könnten erzkonservative Kardinäle und Ultralinke ein gemeinsames "Positionspapier" verabschieden.

Ein ethischer Protest gegen die Niederknüppelung des Menschen scheint sowohl Christen als auch Anhänger der Occupy-Bewegung anzuspornen.

thysus hat gesagt…

Mit Blattgold? Tatsächlich? Hm. Interessant..