Dienstag, 27. Dezember 2011

Überstürzte Änderungen...

Kardinal Ranjith:
    The careful reading of the Conciliar Constitution on the Sacred Liturgy, Sacrosanctum Concilum shows that the rash changes introduced to the Liturgy later on, were never in the minds of the Fathers of the Council.

    [Ein sorgfältiges Lesen der Konstitution über die heilige Liturgie, Sacrosanctum Concilium, zeigt, daß die Konzilsväter die überstürzten Änderungen, die danach in der Liturgie eingeführt wurden, niemals im Sinn hatten]
Diese Worte (und noch ein paar andere, die man bei NLM lesen kann) sind an die Teilnehmer der 20sten Generalversammlung der FIUV (Foederatio Internationalis Una Voce) gerichtet.

Von mir jetzt als Jahresabschluß-Debatten-Futter die schonungslose Wahrheit über die Meß-Präferenzen des Herrn Alipius:

Hätte ich die Wahl zwischen "Priester guckt Leute während der Messe an" und "Priester steht mit dem Rücken zum Volk", dann entschied ich mich mindestens beim Canon für das Zweite, weil ich da eben nicht dem Volk den Rücken zukehre, sondern mich ganz dem zuwende, um den es nunmal eigentlich geht (gehen sollte). Kommunionsempfang auf die Zunge wäre mir auch bedeutend lieber, alleine schon, weil ich dann nicht während jeder Messe 2-4 Leuten hinterhergucken müßte, ob die denn jetzt auch mal endlich kommunizieren oder ob die weiterhin nur mit der geweihten Hostie in der Hand rumspazieren. Latein muß ich nicht unbedingt haben. Ich selbst verstehe die Texte zwar, aber mir kommt eine lateinische Messe - ehrlich gesagt - irgendwie "unnatürlich" vor. Ich meine, wenn ich die Möglichkeit habe, die Messe in zwei Sprachen zu zelebrieren (bzw zu hören), die ich ziemlich perfekt beherrsche, warum sollte ich dann eine Dritte wählen, die ich zwar einigermaßen verstehe, die mir aber eben nur wie eine erlernte Fremdsprache über die Lippen kommt (bzw ins Ohr geht) und nicht wie meine Muttersprache (Deutsch) oder meine Quasi-Muttersprache (Englisch)? Es ist nicht so, daß ich mich kategorisch gegen Latein in der Messe wehre (irgendwann mach ich's sicherlich auch mal...), mir selbst geht es nur besser, wenn mir die Worte locker über die Lippen kommen. Was mir grundsätzlich ein viel größeres Anliegen wäre als die Sprache, das ist die Ruhe. Meiner Meinung nach dürfte in jeder Messe - egal ob Deutsch oder Latein - gerne etwas mehr Stille herrschen. Entertainment und Bespaßung gibt's immer und überall, da muß die Kirche nicht auch noch zum Jahrmarkt werden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Klingt alles sehr schön, aber feiern Sie - bzw. läßt man Sie - die Messe tatsächlich so feiern, wie Sie es für richtig halten? Oder bleibt was Sie beschrieben haben theoretischer Wunschtraum?

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Also ich werde auf jeden Fall nicht dazu gezwungen, die Messe in lateinischer Sprache zu feiern.

Eugenie Roth hat gesagt…

Latein kommt Ihnen nicht so "rund" über die Lippen? Mit ein wenig Übung wird das schon. Wäre schön!!!

Anonym hat gesagt…

Wie kann jemand, der jahrelang in Rom gelebt hat, von der Geisteshaltung her "rom - römer - am römsten" ist, und ja eigentlich fließend Italienisch sprechen sollte, mit Latein als Liturgiesprache fremdeln? ;-)

Alipius hat gesagt…

Ich spreche aber nicht fließend lateinisch (sollte es auch nicht, wenn ich meinem bisherigen Ausbildungsweg glauben darf).

Katharina hat gesagt…

Das wäre ja ein Traum: Die lateinische Messe ("Rücken zum Volk", Mundkommunion für alle, kein Friedensgruß der Gemeinde untereinander u.s.w...) aber in der deutschen Sprache!!! )))

Le Penseur hat gesagt…

Als alter Lateinfreund sage ich nur: HUCH!

Aber dies ist für Sie als Äußerung eines seeehr »randständigen« Christen sicherlich verschmerzbar ...

nk hat gesagt…

Die Argumente für die deusche Sprache finde ich nachvollziehbar, ich persönlich zeieh aber mittlerweie Latein gerade wegen seiner Fremdheit vor.

Dieser Wunsch nach Abhebung des Gottesdienstes ist wahrscheinlich eine verspätete Reaktion auf meine eigene Beteiligung am Leeren der Kirchenschiffe durch zahlreiche gestaltete Messen, die ich seinerzeit verzapft habe. Es ist aus dieser Sicht nur gerecht, dass ich die Folgen davon tragen muß, aber meistens sind die 'gestalteten' Messen auch inhaltlich dünn bis falsch, also gefährlich.

Die Heiligkeit des Meßopfers kann ruhig durch eine Spezialsprache hervorgehoben werden, Latein drückt außerdem das im besten Sinne globale der Kirche aus. Es ist einfach eine Sprache, die kein Volk heute mehr als Spreche hat, also der ideale Kompromiß. Das ist wohl eher Zufall, aber nett.