Freitag, 16. Dezember 2011

Klar...

Die Finalursache einer Cappa Magna ist, daß sie ihren Träger in eine Ein-Mann-Prozession verwandelt. Daher sollte sie idealerweise nicht nur längenmäßig gegen unendlich gehen, sondern natürlich auch mindestens aus farbigem Stoff (rot oder violett/purpur), wenn nicht gar aus farbiger Seide angefertigt werden, damit es halt schick glänzt und rauscht.

Jedoch: Es geht auch bescheidener!

Auch Äbten war nämlich das Tragen der Cappa erlaubt. Allerdings war diese immer aus Wolle und zweitens in der Regel schwarz oder weiß (ich habe mal auf einem Farb-Photo vom Konzil eine himmelblaue Cappa gesehen und weiß bis heute nicht, wo ich die einsortieren soll. Vielleicht weiß ja ein liturgisch wasserdichter Leser mehr...).

Photos von Äbten in Cappa Magna sind allerdings eher rar. Daher freue ich mich jetzt ganz diebisch, daß ich es im Laufe der Zeit geschafft habe, eine kleine Sammlung solcher Photos zusammenzutragen.

Bitteschön...

Zuerst einmal ein Prämonstratenser-Abt [Quelle]:

Bernard Pennings, Abt der St Norbert Abbey in De Pere, Wisconsin.

Derselbe nochmal...


Jetzt kommen ein paar Zisterzienser-Äbte [Quelle]:

Amadeus de Bie, Abt von Bornhem, Belgien

Sighard Kleiner, Abt von Wettingen-Mehrerau, Österreich

Franciscus Janssens, Abt von Pont Colbert, Frankreich

Herman Josef Smets, Abt von Westmalle, Belgien


Benediktiner dürfen natürlich auch nicht fehlen [Quelle: Internet, ist aber schon so lange her, daß ich es nicht mehr genau weiß...]:

Maurus Wolter, erster Abt des 1863 neugegründeten Klosters Beuron

Placidus Wolter, zweiter Abt des 1863 neugegründeten Klosters Beuron. Warum er den gleichen Familiennamen hat wie Maurus? Sie waren Brüder!

Thomas Bossart, Abt von Einsiedeln

Noch ein Abt von Einsiedeln (weiß aber nicht, welcher)

Anscar Vonier, Abt von Buckfast Abbey, England

Bruno Hicks, Abt von Downside Abbey, England

Kommentare:

MC hat gesagt…

Ich meine mich zu erinnern, dass ich mal auf einem Photo des Konzils einen Prälaten in blauer Mantelletta gesehen hätte mit der Randerklärung, das sei ein Franziskaner. Allerdings weiss ich nicht, ob das auch auf die Cappa Magna übertragbar ist, der Kommentar recht hatte oder ich mich nicht irre. Leider finde ich das Photo auch nicht mehr.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Blaufärben war in Zeiten vor dem Anilin mit der Nutzung von Harnstoff verbunden - vulgo Färberpipi. Angeblich (Quelle weiß ich leider nicht mehr) hat Blau es aus diesem Grund nicht zur liturgischen Farbe geschafft.
(Matsch aus Schnecken ist zwar auch nicht wirklich appetitlicher, aber wenigstens schwerer zu beschaffen und also teurer.)

kalliopevorleserin hat gesagt…

Und noch etwas: Wollenes Tuch, das so leicht ist, trotzdem so gut fällt und einen so schönen Faltenwurf macht wie auf den Abbildungen, ist auch nicht viel billiger als Seidentaft.

thysus hat gesagt…

Oh - Einsiedeln! War mal liturgisch ganz grosse Klasse!!
Immer noch eines meiner Lieblings-Barockklöster. Die Paramente werden weitgehend noch genutzt ("natürlich" nicht die Cappa magna..), den Gregorianischen Choral singen die Mönche noch immer beispielhaft. Leider hat der Novus ordo einige recht tiefe Schneisen hinterlassen.

Anonym hat gesagt…

Die blaue Cappa magna stammt vemutlich von einem Silvestrinerabt. Wenigstens in meinem Schott von 1941 steht beim heiligen Abt Silvester, er sei der Gründer der blauen Benediktiner.