Dienstag, 6. Dezember 2011

Glücklicher Hirte - Wiedergefundenes Schaf

Evangelium nach Matthäus 18,12-14:
    Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, läßt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte? Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So will auch euer himmlischer Vater nicht, daß einer von diesen Kleinen verlorengeht.
Was macht eigentlich der Hirte, wenn er das Schaf wiederfindet, das sich vorher von der Herde abgetrennt hat und seine Welt ein wenig auf eigene Faust erkundigt hat?

Sagt er: "Oh, schön! Da bist du ja! So, jetzt zieh mal los und such dir deinen Weg zur Herde zurück. Du kannst entweder hinter mir hergehen oder schauen, ob da nicht ein Weg ist, der dir angenehmer ist und deinen Bedürfnissen besser entspricht!"

Oder treibt er das Tier sanft aber bestimmt vor sich her zur Herde zurück (wenn er es nicht gar unterm Arm trägt)?

Kommentare:

Le Penseur hat gesagt…

Wie, hochwürdiger Herr Alipius, darf beispielsweise ich dieses Ihr alipisch-kryptisches Gleichnis verstehen?

Irgendwie bin ich auf Ihre Antwort gleichzeitig gespannt und ihretwegen (das darf auch grogeschrieben werden) besorgt ...

Dorothea hat gesagt…

Das mit dem: "Such Dir Deinen eigenen Weg zurück" haben mir etliche "moderne" Priester gesagt. Nicht gerade hilfreich.

Alipius hat gesagt…

@ Le Penseur: ** hähä... ** "Besorgt"... Ja, ich bin böse!

Scherz beiseite: Das war von mir insofern etwas vereinfacht dargestellt, als daß ich natürlich nicht die Möglichkeit in Betracht gezogen habe, daß das Schaf gar nicht mehr zu der alten Herde zurück möchte sondern eine Neue sucht und somit die Rückführung durch den Hirten nicht dem entspricht, was sich das Schaf eigentlich so vorgestellt hat.

In den anderen Fällen bedeutet das alipische Gleichnis, daß ein Geistlicher, der einen Gläubigen trifft, welcher sich von der Kirche entfernt hat und sich plötzlich nicht mehr zurechtfindet (und sich vielleicht auch ein wenig alleine fühlt) das Recht und die Pflicht besitzt, diesem Gläubigen den Weg zurück zur Gemeinschaft zu weisen ("Hallo! Die Kirche befindet sich dort und dort, Meßzeiten sind xyz, Beichtgelegenheit ist pqr, zu persönlichen Gesprächen bin ich gerne bereit... Ach ja: Und die Lehre der Kirche hat sich in der Zeit Deiner Abwesenheit nicht geändert sondern ist immer noch abc etc...") anstatt besagten Gläubigen dazu zu ermutigen, weitere Extratouren zu unternehmen. Der Hirte weiß, wo der Rest der Herde ist, und sollte das Schaf wieder dorthin zurückwollen, wäre es nicht schlecht, wenn es dem Hirten folgt bzw sich von ihm führen läßt.

Feline hat gesagt…

Also, es ist gut einen Hirten zu finden der "den Weg" kennt. (Meint die Lehre der kath. Kirche mit all seinen Freuden und auch scheinbaren Tücken) Ich hab es erfahren, - war auch nicht immer leicht-, aber ich habe einen guten Weg gefunden.
Vielen Vertretern der kath. Kirche bin ich begegnet, aber die "den Weg" kannten, waren die, die mir weiter geholfen haben.
Mit Liebe und Barmherzigkeit.

Le Penseur hat gesagt…

@Alipius:

Da bin i scho wieder beruhigt ...

Severus hat gesagt…

@ Feline
Geht mir genauso.
Früher hätte ich vielleicht auch Penseur-mäßig die Stirn gerunzelt, heute bin ich froh und dankbar für jede alipische Gleichnis-Exegese im Klartext!

Severus hat gesagt…

@ Alipius
Nur möchte ich doch bitte, Hw. Herr Alipius, wenns denn soweit ist, nicht so barbarisch untern Arm geklemmt, sondern zart und behutsam auf die Schultern gelegt werden!;-)