Mittwoch, 28. Dezember 2011

Fernab...

Wenn man die Kirche nur aus den Medien kennt und für die Medien über ein kirchennahes Thema schreiben soll, dann können solche Sachen schon einmal passieren:
    Die Dreikönigsaktion ist eine der erfolgreichsten Hilfsaktionen Österreichs. Seit 1955 ersammelten die Jungschärlerinnen und Jungschärler unglaubliche 310 Millionen Euro. Allein im letzten Jahr ersangen die kleinen Drei Könige österreichweit 14,8 Millionen Euro: Geld, das in konkrete Hilfsprojekte investiert werden konnte. Aber es geht nicht nur um das Geld: 85.000 Mädchen und Buben erfahren in diesen Tagen, dass ihr persönlicher Einsatz – ihr tagelanger Fußmarsch, ihr Klingeln, ihr Singen – Menschen, denen es sehr viel schlechter geht, hilft. Und es zeigt ihnen, dass Kirche noch etwas anderes ist als ein Papst und Bischöfe im prunkenden Ornat, fernab der Realität der Gläubigen.
Gegen- statt Miteinander: Die Kirche setzt sich zusammen auf der einen Seite aus Jugendlichen, die im Schweiße ihres Angesichts Geld für gute Zwecke sammeln und auf der anderen Seite aus Bischöfen, die im pompigen Fummel fernab der Realität der Gläubigen in komfortablen Raucherclubs abhängen.

Jedoch: Dazwischen liegt - fernab der Realität der medialen Bescheinwerferung - die gigantische Schnittmenge, in welcher aus dem Sammelwillen der Jugend zusammen mit den diözesanen Überbauten erst ein funktionierendes Ganzes wird (und wo Papst und Bischöfe immerhin so hautnah an der Realität der Gläubigen sind, daß manche gar meinen, zum Ungehorsam aufrufen zu müssen).

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Zudem ist ja die Sternsinger-Aktion nicht exklusiv österreichisch. Und hmmm... was macht man jetzt mit den ganzen Bischöfen und anderen Raffkes, die die Arbeit der Sternsinger unterstützen und loben? Da hat ein Journalist wohl gar keine Hausaufgaben gemacht.
Aber der Kurier ist ja wohl auch nicht das brillanteste Blatt Österreichs.

Anonym hat gesagt…

In den frühen 60erjahren am Rande von Graz hatte die Jungschar mit dem Sternsingen nicht so viel zu tun, aber die Pfarre. Mädchen durften nicht Sternsingen! Ums Ministrieren habe ich meinen Bruder nie beneidet, aber ums Sternsingen schon!Da gabs immer Süsses zum Lohn...

Mary