Sonntag, 4. Dezember 2011

Es gibt doch noch Überraschungen...

Ein 87-jähriger Priester wird zum Thema Kirche interviewt.

Schnell wird klar, in welche Richtung der Zug fährt. So hole ich eine meiner Wir si-hind Kirche und du-hu ni-hicht"-BINGO!-Karte heraus...

"Pillen-Enzyklika"... Check!

"Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion wird doch längst überall praktiziert"... Check!

"Johannes Paul II war total konservativ und hielt nichts von Mitbestimmung"... Check!

"Bischöfe sind nur noch Befehlsempfänger von Rom"... Check!

"Das Pontifikat von Benedikt XVI ist ein Rückschritt"... Check!

"Als erster Schritt sollte das Diakonat für Frauen eingeführt werden"... Check!

"Wir dürfen uns von oben nichts erwarten"... Check!

"Wir müssen zurück zum Wesentlichen"... Check!


Soweit alles im grünen Bereich. Aber dann:

"Die Wahl von Johannes XXIII. 1958 war für uns ein Schock. Da wurde ein beleibter Mann zum Papst gewählt"...

Hä?

Watt?

"Zurück zum Wesentlichen"...: Erst einmal die Leute nach ihrem Äußeren beurteilen. Kommt da so ein kugelrundes Männlein in Soutane daher, dann ist das bestimmt ein mit dem Barockvirus infizierter Kirchenfürst. Vorsicht!

Mir reicht's!

Ich seh' jetzt zu, daß ich möglichst schnell 20 bis 30 Kilo zunehme. Wär' doch gelacht, wenn ich künftig nicht alleine schon durch mein Äußeres in der Lage sein sollte, den Leuten heilige Furcht vor Bücherindex, Hexenverbrennung, Ämterkauf, Mätressen, Prunkpalästen, sechsspännigen Kutschen und 5 Kilometer langen Kardinalsschleppen einzuflößen! Ach ja: Und vor Schergen natürlich...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ad "Da wurde ein beleibter Mann zum Papst gewählt":

Wahrscheinlich hat der sel. Papst Johannes XXIII. an genau diese Reaktion gedacht, als er (so die anekdotische Überlieferung) nach der Wahl in den Spiegel schaute und dann lächelnd sagte: "O Gott, der Mann wird eine Katastrophe im Fernsehen."

Pompous Ass

F. M. hat gesagt…

Irgendwie wird dieses Spielchen "wir haben Recht und ihr nicht" langsam ermüdend. Kein Wunder dass so viele Menschen genau dasselbe wie Sie sagen: Mir reichts! Und nun?

Ich halte diese Haltung "mir reichts" (in der Politik nennt man das "basta-P.) für extrem gefährlich (für die Kirche nämlich). Ich bin gespannt, wie weit das noch getrieben wird, bis man (nein immer die anderen natürlich!) sich besinnt.

Einen gesegneten Rest-Adventssonntag wünscht Ihnen allen Frank M.

Alipius hat gesagt…

Das "Mir reicht's" darf man hier nicht so ernst nehmen. Es ist die Einleitung zum augenzwinkernden letzten Absatz und nicht das Fazit des davor Geschriebenen.

Admiral hat gesagt…

Hat hier jemand nach Schergen gerufen?

Adsum!

thysus hat gesagt…

Vielleicht ist es auch ein Schreibfehler und es hiess eigentlich "ein beliebter Mann"! Da mussten natürlich die Alarmglocken schrillen!

Stegi hat gesagt…

Manche Probleme lösen sich durch Aussterben.